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19.11.1993

Data-Center-Konzepte im neuen Licht/Teil 4 OLTP-Spezialist Pyramid tritt in die Fussstapfen von Teradata

MUENCHEN (jm) - Zu den Firmen, die in der Konkurrenz der Anbieter von Client-Server-Loesungen mitbieten, gehoert die Pyramid Technology Corp. Der selbsternannte OLTP-Spezialist moechte mit den Schwerpunkten Hardwaretechnologie, Softwareloesungen und Services seine erstmals im Oktober 1992 dargelegte Open-Data-Center- Strategie untermauern.

Das 1981 in Mountain View, Kalifornien, gegruendete Unternehmen hat sich auf Unix-basierte Server spezialisiert. Neben den ausfallgeschuetzten "Reliant-T"-Systemen trat Pyramid in den vergangenen Jahren vor allem durch seine "Miserver"-Rechnerlinien "S" und "ES" hervor. Sie sind als symmetrische Multiprozessor- Maschinen ausgelegt und unterstuetzten - bei der ES-Linie - bis zu 24 Prozessoren.

In der Fortfuehrung dieser Technologie praesentierten die Kalifornier mit deutscher Niederlassung in Grasbrunn bei Muenchen erst kuerzlich ihre "Nile-Series"-Maschinen. Erklaertes Ziel des Herstellers, an dem die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG einen siebenprozentigen Anteil haelt, ist der kommer-zielle Markt.

Dabei koennen die Kalifornier vor allem auf ihr Know-how in Sachen Multiprozessor-Betriebssystemen verweisen. Abgesehen von Sequent erkennen sie nach eigenen Angaben kaum Konkurrenz auf diesem Gebiet. Und die Marktanalysten der International Data Corp. (IDC) attestierten ihnen schon vor einem Jahr, sie offerierten hervorragende Softwarewerkzeuge. Pyramids glaubwuerdige Data- Center-Kompetenz liege sogar ueber der von Unternehmen wie Sequent und Hewlett-Packard.

Konsequent hat sich das Unternehmen zudem von Anbeginn auf wenige Schluesselkomponenten des Produktangebotes festgelegt. Hierzu gehoert, dass man von allem Anfang an auf die RISC-Technologie setzte. Pyramids Systeme arbeiten mit den jeweiligen Folgegenerationen von Mips-Prozessoren.

Die erste RISC-Maschine brachte man 1983 auf den Markt. 1984 bot Pyramid ein sogenanntes Dual-Port-Betriebssystem an, eine Quasivereinigung der Unix-Linien von AT&T und Berkeley. Schon 1985 folgte ein symmetrisches Multiprozessor-Rechnersystem, 1986 die Implementierung einer "Virtual-Disk-"Technologie mit gespiegelten Platten.

Eine erste Annaeherung an Gedankengut aus der Grossrechnerwelt folgte 1987: Dem Umstand, dass es auch bei Multiprozessor- Architekturen nicht nur auf die reine Rechenleistung der Prozessoren ankommt, sondern dass es wesentlicher darum geht, was sich an der Peripherie tut, trug Pyramid mit einer gesonderten Kanal-Architektur fuer I/O-intensive Anwendungen Rechnung. Dem folgte zwei Jahre spaeter eine - wie Pyramid es nannte - "rechenzentrumsfeste" Unix-Version mit Resource- und Job- Management und wiederum zwoelf Monate darauf eine erste Integration von AT&Ts Transaktionsmonitor mit relationaler Datenbank sowie einem "Recovery"-faehigen Unix-Filesystem, das darueber hinaus auch den C2+- Sicherheitsstandard vorweisen konnte.

Pyramids Zukunftsplaene fuer die kommenden drei Jahre gehen in eine Richtung, die zuvor schon Konkurrent NCR-Teradata mit seiner Datenbankmaschine einschlug. Der Einstieg in die sogenannte Massively-Scalable-Processing-Technology (MSP) soll allerdings das Konzept der massiv-parallelen Architekturen in einem wesentlichen Punkt erweitern: Es unterstuetzt mehrere parallel arbeitende Systeme, die voellig eigenstaendige, parallel arbeitende Prozessoren enthalten.

Manfred Metzger, Geschaeftsfuehrer der deutschen Pyramid GmbH, konzediert zwar, dass der Designansatz durchaus aehnlich ist wie bei der Teradata-Maschine. Bei dieser leiten uebergeordnete Prozessoren - die im uebrigen von Intel stammen - Datenbankanfragen an untergeordnete CPUs weiter. Diese bearbeiten jeweils Teilaspekte des gestellten Problems und schicken nach deren Loesung das Ergebnis wieder an die uebergeordneten Prozessoren zurueck. Die als Master-CPUs zu bezeichnenden Chips sind zudem fuer die Verteilung, Auslastung und Verwaltung des Gesamtsystems zustaendig. Das zukuenftige Pyramid-System werde sich aber - so Metzger - von der NCR-Teradata-Architektur insofern unterscheiden, als die Maschine sich "nach oben wie ein normaler Mono-Prozessor" verhalte. Die Teradata-DB-Maschine benoetige Compiler oder Tools, die die Parallelisierung der Anwendung realisiere. Dies sei bei einem Single-System-Image nicht noetig.

(wird fortgesetzt)