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10.12.1993

Data-Center-Konzepte im neuen Licht (Teil 6) Kostendenken und Konkurrenz diktieren oft die DV-Strategien

MUENCHEN (jm) - Auf der Suche nach der verlorenen Kundschaft ueberdenken Computerhersteller zunehmend ihre Loesungsstrategien. Als Trend laesst sich eine Konvergenz der Rechnerwelten feststellen, bei der sowohl Hard- als auch Softwareversatzstuecke uebergreifend genutzt werden. Hersteller wie IBM betreiben dabei - historisch bedingt - einen Top-down-Ansatz.

Unternehmen wie Pyramid wollen aus der traditionellen Rolle als Produzent von Multiprozessor-Systemen in die des Loesungsanbieters fuer Data-Center-Beduerfnisse hineinwachsen. Die Schwierigkeiten, mit denen sich solche Firmen bei der Entwicklung ihrer moderat- oder gar massiv-parallelen "alternativen Mainframes" konfrontiert sehen, sind dabei nicht so sehr bei der Entwicklung von Hardware, sondern im unterentwickelten Softwaremarkt zu finden.

So weist beispielsweise Wolfgang Zinke, bei NCR fuer die massiv- parallelen Teradata- und 3600-Linien als Produkt-Manager verantwortlich, auf das sattsam bekannte Problem der Altlasten hin. Abgesehen von Datenbankentwicklern wie Oracle, Sybase und Informix - die im uebrigen zum Teil erst recht spaet auf die neuen Paradigmen der DV angesprungen sind -, gibt es wenig, was an kommerziellen Anwendungen fuer die neue Generation von Rechnern zu nutzen waere. "Viele Applikationen", so der NCR-Mann, "koennen ueberhaupt nicht, manche sollten auch nicht parallelisiert werden." Neben Datenbankanwendungen sieht Zinke in erster Linie transaktionsorientierte Programme, bei denen die Nutzung von Parallelsystemen anstelle herkoemmlicher Mainframes Sinn machen wuerde.

In diesem Zusammenhang ist interessant, dass ueberraschenderweise immer haeufiger nicht die MIS-Manager sich nach neuen Wegen der DV- Planung und -abwicklung umsehen. Vor allem seien es die Marketing- Abteilungen, die an Rechnerstrukturen der neuen Art Gefallen finden. Gefragt ist dabei die allseits erwuenschte Befaehigung, Hard- und Softwareloesungen stufenweise ausbauen zu koennen, ohne dabei - wie aus den proprietaeren Grossrechnerwelten gewohnt - bei jeder Aufruestung einen Quantensprung an Mehrkosten gewaertigen zu muessen.

Wettbewerbstraechtige und konkurrenzorientierte DV

Indirekt steckt in dieser Aussage natuerlich der Vorwurf an die alte Garde der DV-Manager in den mehr oder weniger blauen Glashaeusern, in der Vergangenheit keine Sensibilitaet fuer betriebswirtschaftliche Aspekte des Gesamtunternehmens entwickelt zu haben. Zinke macht demgegenueber bei Controllern, Geschaeftsbereichsleitern und eben Marketing-Abteilungen ein Kostenbewusstsein aus, das sich nicht nur auf die DV-Investitionen der jeweiligen Unternehmen bezieht, sondern vielmehr auch die Frage nach dem wettbewerbstraechtigen und konkurrenzorientierten Einsatz der DV stellt.

Usus sei es, vergleichende Kostenanalysen anzustellen ueber den finanziellen Aufwand, den Firmen treiben muessten, um eine vordefinierte Problemstellung computergestuetzt loesen zu koennen. Hierbei habe man etwa bei bekannten Fluggesellschaften wie Quantas, American Airlines, Delta Airlines und juengst auch British Airways interessante Projekte durchfuehren koennen.

In jedem Fall haetten sich die Marketing-Abteilungen vom Einsatz neuer DV-Topologien - wie etwa von moderat- oder massiv-parallelen Datenbankmaschinen - mehr Effizienz versprochen als von monolithischen Mainframe-Strukturen. Zinke kurz und buendig: "Das sind halt auch Unternehmensbereiche, wo wirklich Geld verdient werden soll."

(wird fortgesetzt)