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16.06.1983 - 

Akzeptanzängste verhindern den Gebrauch moderner Methoden:

Data Dictionary existiert, aber "lebt" nicht

Trotz der ständig wachsenden Informationsflut in den Unternehmen konnten sich die "Data Dictionaries" auf breiter Front noch keinen festen Platz erobern. Mit zum Teil abenteuerlicher "Was-finde-ich-wo"-Software versucht der Anwender nicht selten, sein DV-System vor dem Chaos zu retten. So beschäftigt sich auch Wolfgang Brawand, Vertriebsleiter der TSI aus München, in seinem Beitrag mit der Frage: "Hat der User Angst vor der eigenen Ordnung?"

Bei vielen EDV-Anwendern wird diese Frage meistens mit einem Kopfschütteln, was "jein" bedeuten kann, beantwortet.

1. Angst kennt der EDV-Anwender nicht, höchstens Unbehagen

2. Ordnung kann man besser mit Vergangenheitsbewältigung bezeichnen.

3. Furcht vor der Zukunft wird -meistens durch Budgetbeschränkungen bekämpft.

Weshalb beherrscht plötzlich das Schlagwort "Data Dictionary" in vielen EDV-Abteilungen die Szenerie? Ist ein Data Dictionary das "Nonplusultra" für die Zukunft? Warum steht die EDV gerade jetzt an einem Scheideweg? Fragen auf die die Historie die Anworten kennt!

Mit dem Einsatz der sogenannten 3. Generation in der Hardware wurden neue Dateiorganisationen ins Leben gerufen. Die Datenbanken hielten Einzug in die EDV-Bereiche. Schnellstens wurden die dementsprechenden Datenbankadministratoren in Scratch-Kursen geschult. Da in jener Zeit noch keiner die Auswirkungen von Datenstrukturen und Datenelementen in Datenbanken voraussehen konnte, wurden diese Database-Verwalter nur unzureichend auf ihre neue Tätigkeit vorbereitet.

Performance wird verdrängt

Das Resultat ist bis heute vielerorts ein ungeordnetes expandierendes Datenbanksystem. Man kann zu Recht behaupten, Datenbanksysteme sind heutzutage oftmals nur noch existierende, aber keine "lebenden" Systeme mehr, mit denen Daten verwaltet oder dokumentiert werden können. Performancefragen werden auf Grund von einigermaßen "stehenden" Datenstrukturen zurückgestellt.

Mit Installationen der Bildschirme traten für die EDV-Anwender neue Anforderungen auf. Wie schnell und mit welchem personellen Aufwand können die bis dahin erstellten Batchprogramme onlinefähig gemacht werden?

Projektzeitstreß, Fluktuation und die üblichen EDV-Probleme taten ein übriges, um eine gewisse Ordnung in diesem Fall auch Dokumentation - aufzubauen. Standardsoftwareprodukte, wie sie heute angeboten werden, standen damals noch nicht in der Vielfalt zur Verfügung. So wurde manches Rad neu erfunden und programmiert.

Frustration bei der Pflege

Zusammenfassend bedeutet Vorhergesagtes, daß in den meisten EDV-Abteilungen unvollständige bis keine Dokumentation vorhanden ist, daß es eine stille, redundante Datenexplosion gegeben hat und daß die heutige Maintenance die Mitarbeiter in jeder Positionsstufe frustriert.

Wie schon so oft, zeigen uns die Amerikaner den Lösungsweg. In einem multinationalen Unternehmen aus New York City wurde beispielsweise mit dem im Jahre 1977 eingesetzten Data-Dictionary-System gleichzeitig die Position des Datenadministrators geschaffen. Aus dieser "1 -Mann-Show" ist inzwischen eine schlagfertige Mannschaft gewachsen, die im Unternehmen eine führende Position erhalten hat. Der Abteilungsleiter ist dementsprechend zum Vice President ernannt worden, da das Topmanagement ohne genaue und vollständige Informationen aus dem Data-Dictionary-System nicht mehr funktionsfähig wäre. Dieses Unternehmen hat rechtzeitig erkannt, daß die Unternehmensdaten (betriebswirtschaftliche wie auch EDV-Daten) zum Organisieren und Strukturieren mit Hilfe eines DDS lebensnotwendig und zukunftsweisend ist.

Benutzertreffen erhöhen Transparenz

Von DDS-Herstellern durchgeführte User-Groups-Conferences tragen zudem dazu bei, Implementierung und Erfahrungen auszutauschen.

Auf dem deutschen Markt haben Vertriebsaktionen eine deutliche Resonanz gezeigt, die darauf hinweisen, daß einige Unternehmen überzeugt sind - trotz größeren Zeit- und Manpoweraufwandes - nur durch ein Data Dictionary ihrem Datenchaos Ordnung beibringen zu können. Doch stehen die meisten Unternehmen leider noch vor angeblich unüberwindlichen, internen Problemen.

- Viele warten die Softwareentwicklung ab und hoffen auf eine noch bessere Lösung, um ihre Vergangenheitsbewältigung in den Griff zu bekommen.

- Der organisatorische Aufwand vor einer Implementierung ist den meisten zu mühsam oder einfach zu schwierig.

- Nach Einführung von einem DDS sehen viele noch nicht den konkreten Nutzen ihrer geleisteten Arbeit.

- Mancher EDV-Abteilungsleiter kann seinem Vorgesetzten nur sehr schwer die Vorteile in Form einer Kosten/Nutzen-Analyse für den Einsatz eines DDS unterbreiten.

"Hauslösung" weiter aktuell

Die vorgenannten Punkte sind zwar schwerwiegend und auch zum -Teil berechtigt, doch sollte jeder da von ausgehen, daß seine Vergangenheitsbewältigung immer mit dem "Heute" beginnt.

Doch einige EDV-Leiter haben sogenannte "Hauslösungen" entwickelt. Ein Unternehmen hierzulande hat vor seine dutzendfach installierte IMS-Datenbank eine selbständige andere Datenbank vorgeschaltet, um seine Daten einigermaßen im Zugriff zu haben. Änderungen, falls überhaupt möglich, erfordern jedenfalls einen erheblichen Aufwand, von der Fehlersuche und Bereinigung ganz zu schweigen. Oder es werden "Nur" Dokumentationssysteme eingesetzt, die zwar einen erheblichen Aufwand an Dokumentation automatisieren, aber die Grenzen zur Strukturierung und der damit verbundenen Maintenance schnell erreicht haben.

Dabei liegt gerade hier der immer wiederkehrende Vorteil eines leistungsstarken Data Dictionary. Das DDS muß einerseits einen erheblichen manuellen Aufwand in das Entity (Einheit, Element) automatisch konvertieren, andererseits eine leistungsstarke Online-Query-Sprache zum Abfragen und Verwalten der Entities mitbringen.

Ein DDS muß heutzutage allen modernen Anforderungen eines Unternehmen gerecht werden, so daß die Angst vor der eigenen Ordnung scheibchenweise abgebaut werden kann.