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16.12.1988 - 

Mehr Produktivität durch Tool-Einsatz:

Data Dictionary ist Basiswerkzeug

Produktion und Wartung von Software verschlingen immer größere Beträge des EDV-Budgets. Die steigenden Softwarekosten neutralisieren annähernd den Preisverfall bei der Hardware. Mit Entwicklungstools versucht Jürgen Schulze, DV-Leiter der Bilstein GmbH & Co., Hagen, gegenzusteuern.

Das EDV-Management von Bilstein führte als erstes 1982 die Standardanwendungen Finanzbuchhaltung, Personalabrechnung Materialwirtschaft ein. Da es keine fertigen Anwendungen für die Bereiche Auftragsabwicklung, Versand, Fakturierung und Fertigung, entsprechend dem Forderungskatalog von Seiten Bilstein auf dem Markt gab, entschied sich das Unternehmen für Software-Werkzeuge, mit denen für die individuellen Anwendungsgebiete eine rationelle Systementwicklung erreicht werden sollte.

Durch konsequenten Tool-Einsatz verbesserte Bilstein die Qualität der Programme, förderte die Teamarbeit und schuf die Basis zur ingenieurmäßigen Weiterentwicklung der Anwendersysteme.

Basiswerkzeug in dem Tool-Konzept ist ein Dictionary, das die gesamte Aufbau-, Ablauf- und Mittelorganisation des Unternehmens und seine Informationsstruktur mit den Wirkzusammenhängen transparent und wartungsfähig macht. Es ist als Dokumentationssystem sowohl Arbeitsgrundlage als auch Kontrollinstrument für System und Projektstatus. Alle Beteiligten an einer Systementwicklung - Fachabteilungen, Organisation und Datenverarbeitung - werden in einer ingenieurmäßigen Verfahrenstechnik zusammengeführt.

Als Software-Entwicklungs-Instrument unterstützt das Tool den gesamten Systementwicklungs- und Programmier-Prozeß. Bereits in der Entwurfsphase hilft es durch parallel geführte Projektdokumentation bei der Koordination der Teamarbeit. Dies hat sich bei der nahezu abgeschlossenen Entwicklung eines eigenen PPS-Systems bewährt. Das Design sowie die Verwaltung der eingesetzten Datenbank wird ausschließlich über das Data Dictionary realisiert.

Somit ist gewährleistet, daß die Dokumentation und die physische Datenstruktur nicht auseinanderlaufen. Während der Systemrealisierung kann der Programmierer durch komfortable Copygenerierungs-Techniken, den Codieraufwand erheblich reduzieren (bis zu 30 Prozent). Auch die nachfolgenden Wartungs- und Pflegeaufwendungen, die vor allem durch Modifikationen von Funktionen oder Daten entstehen, lassen sich aufgrund der Verwendungsnachweise präziser planen und schneller durchführen.

Ein abgestuftes Sicherheitssystem schützt die gespeicherten Daten vor unbefugtem Zugriff und nicht autorisierter Veränderung. Paßwörter regeln den Zugriff auf Funktions- und Datenebene.

Aufbauende Tools helfen insbesondere der Systementwicklung und den Fachabteilungen Kosten zu sparen. Hervorzuheben ist, daß sich zusätzlich Programmgeneratoren und individuelle Tools über die Benutzerschnittstelle anbinden lassen. So ist bei Bilstein ein weiteres Werkzeug als System zum Test und zur Verwaltung von Anwenderdaten im Einsatz. Dieses Tool arbeitet tabellengesteuert auf der Struktur des zu bearbeitenden Datenbestandes.

Zur Definition einer Funktion ist keine Übersetzung von irgendwelchen Quellprogrammen notwendig. Änderungen in einer Dateipflegefunktion sind sofort durchführbar, an Änderungen im Dateiaufbau werden die Funktionen automatisch angepaßt. Die Dateipflege geht schnell. Da die Anzeige am Bildschirm genau auf diejenigen Datenfelder/Begriffe eines Satzes eingeschränkt werden kann, welche bearbeitet werden sollen, entfällt langes Suchen nach den entsprechenden Datenfeldern am Bildschirm.

Selbst individuelle Anwenderprogramme können im Rahmen dieser Steuerung als User-Exit in das Gesamtdialogsystem integriert werden. Er ist gedacht für alle die Fälle, in welchen individuelle Prüfungen und Modifikationen auf die Datenbestände ausgeführt werden sollen. Soweit die Restriktion der Schnittstellenspezifikation (Standard-Parameter-Bereiche) eingehalten wird, ist der User-Exit selbst frei programmierbar.

Durch Verwendung von Standardfunktionen und User-Exit bis hin zu selbstentwickelten Masken können komplexe Anwendungen rationell und sicher entwickelt werden. Die bereits eingesetzten Applikationen wie Auftragsabwicklung, Versand und Fakturierung sind hierfür ein Beispiel.

Basis für die interpretativ arbeitende Software ist das Dictionary, das die Struktur der Datenbestände aufzeichnet. Im einzelnen sind dies Komponenten wie Datenfelder, Tabellen/Schlüsselverzeichnisse, Sätze/Segmente, Datenbanken/Dateien und Meldungen.

Auch als universell nutzbares Informationssystem werden die Produkte bei Bilstein genutzt. Auskünfte werden dem Benutzer in Form von Übersichten oder Standardauswertungen zur Verfügung gestellt. Dies erleichtert auch der allgemeinen Organisation und den Fachabteilungen den Umgang mit ihren Daten und macht sie für sie transparent.

Darüber hinaus können Abfragemöglichkeiten durch Selektionskriterien detailliert und auf beliebige Dokumentationsbereiche eingegrenzt werden. Ein Katalogsystem sowie Suchfunktionen erleichtern dabei das Auffinden der Information.

Mit dem integrierten Berichtsgenerator lassen sich Organisationshandbücher und Bedienungsanleitungen für die Fachabteilungen sowie Anwenderhandbücher schon während der Systementwicklung erstellen. Dabei ist sowohl die Zusammenstellung einzelner Beschreibungen zu Berichten als auch das Layout flexibel und für jede Anforderung neu definierbar. Ein leistungsfähiges Auskunftssystem unterstützt die Fachabteilungen bei organisatorischen Analysen in Form von Arbeitsplatz- und Aufgabenbeschreibungen (Hinterlegung von Ist-Analysen und Soll-Konzepten). Sie bilden die Grundlage für konzeptionelle Datenmodelle und den Modulentwurf in der Realisierungsphase für die Systementwicklung.

Das Unternehmen

Die Bilstein GmbH & Co., Kaltwalzwerk in Hagen-Hohenlimburg, produziert jährlich etwa 200 000 Tonnen kaltgewalzten Bandstahl. Im Geschäftsjahr 1987 betrug der Umsatz rund 250 Millionen Mark. Beschäftigt werden 430 Mitarbeiter.

Im DV-Bereich arbeiten zehn Personen. Als Rechner stehen eine Siemens 7.550D mit 12 MB, 2,2 GB Plattenspeicherkapazität sowie vier Bandstationen zur Verfügung. 50 Terminals sind angeschlossen. Weiterhin sind PCs über Emulation mit dem Host verbunden.