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Kooperation mit Motorola soll höchsten technischen Standard sichern

Data General: Mit Unix-Schwenk die Wende zum Guten erzwingen

24.11.1989

PARIS (pg) - Der Wettbewerb am Workstation-Markt wird immer härter. Diese Erfahrung mußte im vergangenen Geschäftsjahr auch Data General machen. Mit mehr Effizienz, Unix, offenen Systemen, 88000-RISC-Architektur sowie der Rechnerfamilie "Aviion" will der Erzrivale des Mini-Marktführers DEC Land gewinnen.

Obwohl Data General (DG) seine neue Rechnerserie "Aviion" bereits im Februar vorgestellt hatte, scheute der Hardware-Hersteller keine Kosten, um in Paris ein Lebenszeichen von sich und seiner Workstation-Familie zu geben. Als Mittel zum Präsentationszweck hielten einige unabhängige Software-Anbieter - den Marketing-Aspekt vor Augen - gerne her. Sie demonstrierten die Lauffähigkeit ihrer Produkte auf den DG-Maschinen und saugen artig ihr Loblied.

Immerhin haben laut Edson de Castro, Präsident von DG, bisher über 100 Software-Produzenten die Aviion-Rechner vertraglich als Plattform für ihre Produkte anerkannt. Zur Erinnerung die technischer Daten: Die neue Workstation-Generation, die seit kurzem auch in der Bundesrepublik, vertrieben wird, läuft unter dem zu System N , Version 3 kompatiblen Unix-Derivat "DG/UX". Herzstück ist der 88000-RISC-Mikroprozessor von Motorola, der mit 16 Megahertz getaktet ist - eine 25 Megahertz-Version wird de Castro zufolge bald auf den Markt kommen. Nach seiner Ansicht bricht jetzt das Zeitalter einer vierten Rechner-Generation an, deren wesentliche Merkmale Unix, offene Systeme, RISC-Technik, Client-/Server-Architektur sowie leistungsstarke Multiprozessor-Systeme sein werden. Mit diesen, für die 90er Jahre charakteristischen Computern wolle DG wieder zu seiner früheren Marktstärke zurückfinden. Das Unternehmen war in eine, Sackgasse geraten, nachdem sich das Geschäft der DG-Superminis mit eigenem MV-Betriebssystem stark rückläufig entwickelte.

Um sich ein neues Standbein zu schaffen, hat sich DG deshalb den Unix-Rechnern verschrieben, weil der Trend beim Anwender nach Meinung de Castros voll in Richtung offene Systeme geht.

DG wurde daher, so der DG-Chef, im April 1988 Gründungsmitglied des 88open Konsortiums, dem mittlerweile über 50 Hard- und Software-Hersteller angehören.

Zusammen mit Motorola baut DG derzeit an einer 40-MIPS-CMOS-Workstation mit einem 140 Megahertz schnellen 100-MIPS-Prozessor in ECL-Technik. Die Zentraleinheit soll in zwei Jahren zum Einsatz kommen und als Hypermodule mit vier Chips zu einer High-end-Workstation mit rund 500 MIPS Rechenleistung führen. Für die Kooperation mit Motorola hat sich DG laut de Castro entschieden, weil der 486-Prozessor Intel zwar schnell und komplex aufgebaut sei, aber im Workstation-Markt mittelfristig nur die 860-Familie eine Rolle spielen werde.

Neben der Technik will DG vor allem über ein gezieltes Preis-/Leistungsverhältnis Anteile am Unix-Markt erobern. Preisnachlässe an den Kunden könnten aber nur durch mehr Effizienz innerhalb des Unternehmens weitergegeben werden. Castro prophezeit: "Es werden sich die Unternehmen durchsetzen, die am effizientesten produzieren."