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07.11.1980 - 

Erster Knotenpunkt außerhalb der EG:

Data General probt den Euronet Anschluß

ZÜRICH (sg) - Mitte 1979 faßten die schweizerischen PTT-Betriebe den Entschluß, sich an das europäische Datennetzwerk Euronet anzuschließen. Dieses innerhalb der EG aufgebaute Datenpaketvermittlungssystem erlaubt, die Verbindung von geographisch verstreuten Datenbanken über Netzknotenpunkte in allen Hauptstädten der EG über öffentliche Netze herzustellen. Der Benützer braucht sich lediglich an den nächstliegenden Knotenpunkt anzuschließen.

Die Benützung der öffentlichen Netzwerke soll einmal bedeutend wirtschaftlicher als die Einrichtung direkter Kabelverbindungen werden. Die Kosten bei Kabelverbindungen sind von der Distanz her bestimmt, bei öffentlichen Paketvermittlungsnetzen aber von der transferierten Datenmenge. Eine Anschluß-Gebühr für die Leitung bis zum nächsten Knotenpunkt ist allerdings auch fällig.

Um den Datenaustausch über eine genormte Schnittstelle zu realisieren, wurde das internationale Standardübertragungsprotokoll X.25 gemäß CCITT-Empfehlung gewählt, das im Gegensatz zu anderen Protokollen wie 2780, 3780, HASP, 3270 etc., welche nur die gleichzeitige Verbindung zweier Systeme oder den Aufbau eines hierarchischen Computer-Terminal-Systems erlauben, beliebig viele Computer untereinander gleichzeitig in Verbindung bringen kann. Damit wird der verteilten Datenverarbeitung ein bedeutend größerer Spielraum eingeräumt, als dies bisher der Fall war.

Ein weiteres Plus von X.25 ist, eine gewisse Hersteller-Unabhängigkeit zu fördern, denn alle Computerhersteller sollten die Norm X.25 befolgen, wenn sie mit ihren Maschinen Wert auf Anschluß legen. Viele Hersteller haben jedoch in vergangener Zeit eigene, systemgebundene Normen aufgestellt, durch welche der Anwender voll an ihre Erzeugnisse gebunden war. Unter den heutigen Voraussetzungen ist der Anwender sehr viel unabhängiger und kann verteilte Systeme eher auf einem Hardware-Mix aufbauen.

Im Vorfeld der offiziellen Inbetriebnahme des ersten Knotenpunktes außerhalb der EG wurden in Zürich seitens der Data General mit privaten Kunden als Partner bereits ab August X.25-Tests durchgeführt. Dafür standen Eclipse-Computer in den Geschäftsstellen Zürich und Lausanne, die über die von dem Minicomputer-Hersteller eingeführte Netzwerk-Software Xodiac angeschlossen wurden, zur Verfügung.

Über den Ablauf der Tests zeigte man sich bei Data General "restlos befriedigt". Es handelte sich einerseits um den Verbindungsaufbau mit ausländischer Knotenpunkten (Echo- und Paketgenerierungstests), andererseits um Netzbelastungsproben (Massenverkehr zwischen Lausanne und Zürich). Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse sieht man sich bei Data General in der Lage, X.25-Verbindungen in der Schweiz problemlos herzustellen. Dies gilt auch für das nationale, öffentliche Datennetzwerk EDWP, dessen Einführung von der PTT für 1982 geplant ist und welchem ebenfalls das Protokoll X.25 zugrunde liegen wird.