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16.02.1996

Data-Warehouse - die Lawine rollt

Wie gelangen geschaeftskritische Informationen schnell und wohlaufbereitet auf den Bildschirm des Mitarbeiters? Die bisherigen Versuche der IT-Hersteller, diese Urfrage der betrieblichen Informationsverarbeitung zu beantworten, glichen Don Quichottes aussichtslosem Kampf gegen die Windmuehlen - wenngleich die Motive der Anbieter weniger edel waren als die des Ritters von der traurigen Gestalt.

Zur Zeit formieren sich die Branchenritter erneut, um das allumfassende Informationssystem zu schaffen. Und als haetten sie das erste Problem, die Realisierung eines Informationssystems fuer den Executive, mit Bravour geloest, wird jetzt gleich eine schwierigere Aufgabe in Angriff genommen: Ein System fuer alle Knowledge-Worker soll geschaffen werden, vom "Data-Warehouse" ist die Rede. Reitet Don Quichotte nun gegen Atomkraftwerke?

Nein. Es scheint, als wuessten die Edelmaenner der IT-Branche diesmal, was sie tun. Natuerlich reden die Marketiers von Generalunternehmerschaft, versprechen Rundum-gluecklich-Pakete, doch de facto nimmt keiner den neuen Markt im Alleingang in Angriff. Zu vielfaeltig und maechtig sind die Werkzeuge, die fuer das Datenlager benoetigt werden, von der multidimensionalen Datenbank ueber Warehouse-Management-Tools bis hin zu den diversen Abfragewerkzeugen.

Kooperation ist fuer alle Anbieter unverzichtbar, und sie funktioniert - zumindest im Prinzip -, weil sich die Branche stillschweigend auf den Einsatz offener Systeme geeinigt hat. Mehr als 50 Prozent der heute implementierten Warehouses - vor allem in den USA sind es schon viele - setzen auf dem Betriebssystem Unix und relationaler Datenbanktechnik auf. Auf diesen Saeulen kommen diverse Repositories, Extraktionswerkzeuge und Tools fuer die mehrdimensionale Datenanalyse zum Einsatz. Und wo es Schnittstellen-Probleme gibt, etwa bei der Synchronisierung der Metadaten, bemuehen sich eigens gegruendete Konsortien um Abhilfe.

Natuerlich ist auch im Warehouse-Markt nicht alles Gold, was glaenzt. Fuer Irritation unter den Anwendern sorgen fehlende Standards, Scharmuetzel zwischen den Tool-Anbietern und eine sophistische Diskussion darueber, welcher Datenbanktyp denn nun der alleinseligmachende sei. Das Verhalten der IBM wirft ebenfalls Fragen auf: Will sie ihre zahlreichen Stammkunden auch im Warehouse-Zeitalter mit einer MVS-DB2-Strategie bei der Stange halten?

All diesen Unwaegbarkeiten zum Trotz hat das Thema Data-Warehousing Zukunft - ob nun unter diesem Namen oder einem anderen. Mit dieser Technik lassen sich interne "Infoboersen" aufbauen, mit deren Hilfe Unternehmen die zentrale Botschaft des Business Re-Engineering umsetzen koennen: die der Kundenorientierung. Sobald es den ersten Banken, Versicherungen, Einzelhandelsketten etc. gelungen ist, umfassende Kunden- und Vertriebsinformations-Systeme auf Basis der Warehouse-Technik zu implementieren, duerfte die Lawine ins Rollen kommen. Kein Wettbewerber kann es sich dann leisten, auf den Einsatz von Warehouse-Techniken zu verzichten.