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Bloor Research bewertet EIS-Tools


19.07.1996 - 

Data-Warehousing ändert Unternehmenskulturen

In der Regel wird ein solches Informationssystem anhand kritischer Erfolgsfaktoren erstellt. Bloor Research vergleicht das Ergebnis mit einem Armaturenbrett, das alle wichtigen Instrumente zur Führung des Unternehmens enthält.

Noch vor zwei Jahren, als Bloor Research Tools für EIS untersuchte, waren diese lediglich dazu gedacht, höhere, DV- technisch ungeübte Führungsetagen mit gefällig aufbereiteten Ergebnissen zu versorgen. Mittlerweile soll EIS Beschäftigten aus dem gesamten Unternehmen zielgruppengerecht Informationen bereitstellen, je nach Entscheidungsebene detailliert oder komprimiert.

Zudem sind die Ansprüche an die Darstellungsform gewachsen. Die Daten sollen so aufbereitet werden können, daß sie transparent Einblick in die Geschäftsentwicklung vermitteln können.

Ansprüche an Form und Gehalt gewachsen

Der Schlüssel zum Erfolg ist laut Bloor Research das Data- Warehousing es liefert durch neue Techniken nicht nur eine größere Menge an Information, sondern stellt diese in bisher unbekannter Qualität zur Verfügung - ermöglicht es durch neue Techniken.

Erhöhte Prozessorleistung und sinkende Preise für Plattenspeicher erlauben es, die exponentiell steigenden Datenmengen vorrätig zu halten. Insbesondere die Parallelverarbeitung sorgt für schnelle Antwortzeiten. Software-Agenten können konstant oder periodisch nach definierten Regeln Daten sammeln und auswerten und damit das Potential herkömmlicher Abfragen erweitern. Techniken der künstlichen Intelligenz lassen sich dazu nutzen, Redundanzen auszuschalten und Daten zu verdichten. Mehrschichtige Client- Server-Architekturen, Middleware und Broker-Techniken erlauben den Zugriff auf unterschiedliche Datenquellen und heben den Zwang auf, sie und die Applikationslogik räumlich dicht beieinanderzuhalten. Außerdem lassen sich inzwischen auch unstrukturierte Daten wie Binary Large Objects (Blobs), Text, Videos und Time Series speichern und aufbereiten. Inakzeptable Performance, Überschreitung von Zeitrahmen bei der Entwicklung, unzumutbare Benutzeroberflächen, Mangel an Datenintegrität sowie falsche Werkzeuge können ein Projekt fehlschlagen lassen.

Bloor Research teilt die untersuchten Tools in vier Gruppen: Ad- hoc-Abfrage-, Analyse- und Modellierungs sowie Spezial-Werkzeuge für nur ein Anwendungsgebiet.

Das Augenmerk der Studie aber liegt auf den EIS-Tools, die über Entwicklungsumgebungen verfügen. Damit ermöglichen sie nicht nur die Auswertung von Daten, sondern erlauben auch, Client-Server- fähige EIS-Anwendungen zu erstellen.

Die Produkte, die die Bloor-Research-Analysten hinsichtlich ihrer Umgebung am meisten beeindruckt haben, heißen "Gentia", von der Planning Sciences Inc., "Express" von Oracle und "SAS/EIS" von SAS Institute.

Tools mit Entwicklungsumgebungen

Die Entwicklungs-Tools basieren bei allen drei Produkten auf einem Data-Dictionary. Gentia verfügt darüber hinaus über eine eigene objektorientierte Sprache, GDL, die einerseits den Einsatz von Geschäftsobjekten und Applikations-Templates und damit eine Form der Programmierung auch für Entwicklungslaien ermöglicht, andererseits aber schwer erlernbar ist. Zu den Stärken gehören noch die überzeugende Textverwaltung, der Einsatz von Agenten und die gute Unterstützung verteilter Umgebungen sowie von Workgroups.

Die Stärken von Express und SAS/EIS liegen außerdem in der Analyse und Modellierung. Lobenswert bei dem SAS-System sei darüber hinaus, daß nahezu jede Datenquelle angezapft werden könne. Die Autoren empfehlen jeweils den Einsatz in großen Data-Warehouse- Applikationen, weniger in kleineren Systemen.

Ebenfalls für große Anwendungen sollen sich "Holos" von Seagate Software und "Commander Decision" der Comshare Ltd. eignen. Pluspunkte vergibt die Studie beim letzteren Tool für die Möglichkeiten zur Datenintegration sowie für die Vielfältigkeit bei der Analyse, Auswertung und Präsentation der Informationen. Das größte Plus bei Holos ist die Skalierbarkeit und damit zusammenhängend die Client-Server-Tauglichkeit. Außerdem lassen sich die Informationen aus verschiedenen Datentöpfen zu einer logischen Sicht zusammenfassen. Der größte Nachteil ist die fehlende Unterstützung von Fremdanbieterkomponenten.

"Inphase/EIS" von der Inphase Software Ltd. verfügt über eine leicht zu verstehende EIS-Umgebung inklusive intelligentem Datenbank-Broker für optimierte Olap-Anfragen, einer multidimensionalen Datenbank mit Time Series, Unterstützung relationaler Datenbanken, grafischen objektorientierten Tools und einer Reihe von vorgefertigten Analysemöglichkeiten. Von Track Business Solutions stammt das Tool "Track", das in eine objektorientierte Umgebung eingebettet ist. Das Produkt eignet sich nur für Entwickler, die über Objektorientierungs-Know-how verfügen.

Das einzige Enduser-Tool ist "Track-IT", das für die multidimensionale Datenbank "Esslase" konzipiert wurde. Anwender, die mit Track unter Windows arbeiten erhalten damit ein Ad-hoc- Abfrage- und -Analyse-Tool. "Decision Suite" von Information Advantage verfügt dagegen nicht einmal über eine komplette Entwicklungsumgebung. Allerdings machen eine Reihe von anpaßbaren Reporting-Templates eine Basisprogrammierung unnötig. Das Tool beruht auf einem multidimensionalen Modell, das per Sternschema implementiert ist. Die logische Schicht läßt sich von der Verteilung auf LANs, Intra- und Internet trennen, so daß die Clients schlank bleiben. Die Autoren loben außerdem das Benutzer- Interface.

"Pilot, Version 5" von Dun & Bradstreet verfügt über eine gute grafische Programmierumgebung. Außerdem lassen sich ohne weiteres Applikationskomponenten in die Anwendungen einbinden. Dafür wird nur eine geringe Anzahl von Plattformen unterstützt, so daß sich ein Einsatz in Server-zentrierten Anwendungen empfiehlt.

Ein Dutzend Vergleichskriterien

Nach zwölf verschiedenen Kriterien hat die Bloor Research Group die Meßlatte an die EIS-Tools angelegt. Zu Applikations-Management gehören Funktionen wie Versionskontrolle und Konfigurations- Management. EIS-Werkzeuge mit Entwicklungsumgebung sollten zudem über Test-, Debugging-, Verteilungs- und Sicherheits-Features sowie über Ressourcenmetriken verfügen.

Zur Beurteilung der Programmierbarkeit eines EIS-Tools zieht der Bloor-Research-Report etwa die Programmiersprache, Unterstützung der Objektorientierung oder Möglichkeiten des Rapid Application Development (RAD) heran. Bei den Ad-hoc-Analysen kommt es darauf an, wie einfach und wie schnell jedermann in einem Unternehmen Fragen stellen kann, ohne die darunterliegenden komplexen Datenstrukturen zu kennen.

Fähigkeiten zur Analyse und Modellierung mißt die Studie an der Qualität multidimensionale Sichten und "Slice-and-dice"-Analysen. Die Modellierung sollte es erlauben, Was-wäre-wenn-Szenarien zu entwerfen. Zusätzliche Pluspunkte bekommt ein Tool, wenn es über Software-Agenten verfügt.

Unter das Stichwort Client-Server-Tauglichkeit fällt zum Beispiel die Unterstützung von Remote Procedure Calls (RPCs) und die Entlastung vom Netz. Außerdem ist für ein Tool der Zugriff auf unterschiedliche Datenquellen unverzichtbar. Dabei sollte sich mit den Tools zugleich Datenintegrität herstellen lassen. Die Leistungsfähigkeit bei einer großen Anzahl gleichzeitig arbeitender Anwender gilt als Aspekt der Skalierbarkeit.

Maximal fünf Sterne zeichnen die Produkte in den sekundären Kategorien aus. Dazu gehört die Workgroup-Unterstützung. Dafür müssen die Werkzeuge nicht über eigene Messaging- , E-Mail- und Workflow-Techniken verfügen es reicht die Integration mit Fremdanbieter-Produkten wie etwa mit Lotus Notes. Die Anwender nutzen diese gegebenenfalls sogar intensiver als die herstellereigenen Erzeugnisse. Je mehr Client- und Server- Plattformen ein Tool unterstützt, desto mehr Sterne gibt es in der Kategorie Portabilität. Bedienbarkeit ist ein Kriterium, das alle Benutzergruppen angeht, vom Programmierer bis zum End-User.

Sterne werden auch für Support und Beratung vergeben. Da die Autoren der Studie in der Regel jedoch britische Niederlassungen nennen und die Betreuung hierzulande ganz anders aussehen kann, gibt die COMPUTERWOCHE die betreffenden Ergebnisse nicht wieder.