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12.11.1998 - 

Zwischen Tagesgeschäft und Zukunftsstrategie

Data-Warehousing ist mehr als ein Controlling-Instrument

Düsseldorf (ua) - Die Euphorie ist verflogen, Data-Warehousing gehört mittlerweile zum Tagesgeschäft. Das wurde auf dem Kongreß von Microstrategy in Düsseldorf deutlich.

Zwei Data-Warehouse-Modelle lassen sich unterscheiden. Das eine dient als Instrument für die unternehmensinterne Analyse. Das andere wird in erster Linie genutzt, um die Beziehungen zu Kunden und Lieferanten zu verbessern.

Im ersten Fall ist der Aufbau der Datenbasen begleitet von Leidensgeschichten, die sich sämtlich um die Konsolidierung der Daten aus verschiedenen operationalen Systemen ranken. So war die Telekom bisher nicht in der Lage, zu errechnen, wieviel Umsatz auf jeden einzelnen ihrer 45 Millionen Geschäftskunden entfällt. Sie führte in der Vergangenheit "Teilnehmer", die Anträge auf einen Anschluß stellten, statt Kunden. Die Datenbereinigung, bei der hauptsächlich die verschiedenen Schreibweisen Probleme verursachten, und die Zusammenführung der Daten, beispielsweise aus der Abrechnungs- und der Störungsstelle, dauerten allein neun Monate.

Den Klageliedern folgen Erfolgsgeschichten

Ist die Zusammenführung solcher Daten geschafft, werden die Daten zumeist in einen gemeinsamen Pool geschaufelt. Die meisten Anwender schreiben ihre Werkzeuge für die Datenextraktion und das Laden selbst. Sie klagen, daß die auf dem Markt erhältlichen Produkte ihren Anforderungen nicht gerecht werden.

Den Klageliedern allerdings folgen Erfolgsgeschichten: Inkonsistenzen und Karteileichen in den operativen Systemen fallen auf, Unternehmensbereiche werden vergleichbar, Zahlen verläßlich. "Früher hatte jeder Bereichsleiter eine andere Antwort parat", erinnert sich Jeff Warren, Executive Director für Electronic Commerce bei den Estée Lauder Companies. "Der Vertriebsmann griff auf andere Informationen zu als der Produktionsleiter. Außerdem gab es keine vergleichbaren Berichtsvorlagen."

Darüber hinaus existieren häufig noch inkompatible Auswertungen auf Papier. "Vor den Data-Warehouse-Analysen drohten wir in der Papierflut zu ersticken", berichten Anwender unisono. So bestand beispielsweise bei der Telekom allein ein Antrag auf einen Telefonanschluß aus sieben Durchschlägen.

Mit neuen Warehouse-Anwendungen einer zweiten Art versuchen einige Unternehmen, ihre Kunden besser kennenzulernen, unternehmensweite Wissensbasen aufzubauen und die Geschäftsprozesse zu steuern. Doch während Michael Saylor, President und CEO von Microstrategy, bereits eine Veränderung im gesamten Konsumentenverhalten ausmacht (siehe Interview, Seite 8), beschreibt Wolfgang Martin, Vice-President Application Delivery Strategies bei der Meta Group, die neuen Formen des Warehousing lediglich als "zusätzlichen Vertriebsweg". Die Datenanalyse beschränkt sich dabei nicht mehr auf die Auswertung mehr oder weniger aggregierter Daten aus den operativen Systemen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Unternehmensplanung und Steuerung zurück.

Laut Martin ist das nicht nur graue Theorie: Das Schweizer Unternehmen Mirol beispielsweise wertet die Daten über die Heizungsanlagen seiner Kunden aus und bietet ihnen, wenn der Tank sich zu leeren beginnt, eine neue Lieferung an. Die Bestellquote liegt bei über 20 Prozent.