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17.08.1979 - 

BDE aus der Sicht des Anwenders und des Beraters:

Datacap gibt den Status quo des Betriebes an

MÜNCHEN/MARKTREDWITZ (je) - Die HP-Betriebsdatenerfassungs-Software Datacap/1000" bisher schon im Grenobler Werk von Hewlett-Packard im Einsatz, wurde kürzlich für den Markt freigegeben. Als Lagerhaltungssystem, so HP, liefert Datacap für einzulagernde Ware ein "routing ticket" mit der Angabe, wo das Gut zu speichern ist, und verbucht diese Transaktion. Hewlett-Packard nennt dies als ein Beispiel dafür, daß die Datacap-Terminals "essentielle industrielle Information sammeln wo sie anfällt, ohne daß dafür Computer-trainiertes Personal erforderlich wäre. Zu den ersten Anwendern in der Bundesrepublik werden die S. Scherdel KG, ein Betrieb der Automobil-Zulieferindustrie in Marktredwitz, und die Kartonagenfabrik Kurt H. Schumacher in Ebersdorf über Lichtenfels gehören. Beide Vorhaben betreut die Münchener Partplan Minicomputer-Beratung GmbH. Bei beiden Kunden steht ein Minicomputer HP/1000 mit 25C R, und in beiden Fällen sollen die an Hewlett-Packard zu entrichtenden Kosten auf insgesamt eine Viertelmillion kommen, sagt Partplan. Das Softwarehaus selbst rechnet mit Einnahmen aus je zwei Mann-Monaten, die für das Austesten der Anwendungen angesetzt sind. Die COMPUTERWOCHE möchte ihren Lesern nicht vorenthalten, wie Partplan auf der einen Seite und System-Manager Wolfgang Lang von der Scherdel KG auf der anderen Seite den Sachverhalt - unabhängig voneinander - darstellen.

Das Beratungshaus:

Partplan löst gegenwärtig bei den genannten Kunden den gesamten Komplex integrierter, kommerzieller Anwendungen auf dem Mini-Computersystem HP/1000.

Bisher sind auf Datenbankbasis gelöst:

Dialog-Finanzbuchhaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Materialwesen, Kostenrechnung, Anfragewesen mit Online-Kalkulationen und Arbeitsunterlagenverwaltung zum Produktionsmanagement.

Bei der Diskussion der Lösungsmöglichkeiten haben wir die Anwender immer darauf gedrängt, einfachere, schnellere und weniger fehlerbehaftete Methoden bei der Erfassung der betrieblichen Leistungsdaten anzustreben.

Davon ausgehend wurde von uns eine Untersuchung durchgeführt, welche Computer-gestützten Systeme folgendem Anforderungskatalog gerecht werden:

- Realtime-Betriebssystem,

- interaktives Softwaresystem,

- sicheres, robustes Leitungsprotokoll,

- Multipoint-lnterface,

- Power-Failure-System auf die Erfassungsgeräte,

- Erfassungsgeräte mit einfacher Bedienerführung,

- verschiedene Erfassungsmöglichkeiten am Gerät,

- verschiedene Anzeigemöglichkeiten am Gerät,

- hoher Robustheitsgrad für schwierige Umweltbedingungen,

- Remote Job Entry, Netzwerksoftware,

- einfache Erfassungssoftware zur Definition der Erfassungstransaktionen,

- direkte Verwaltung erfaßter Daten in einem Datenbanksystem,

- direkte Kontrolle erfaßter Daten ohne Programmieraufwand (Datenbankabfragesprache).

Bei der von uns durchgeführten Marktuntersuchung kamen die Firmen IBM, Data Pathing, DEC, HP und PCS in eine nähere Auswahl. Dabei zeigte es sich, daß Hewlett-Packard im BDE-Bereich neue Akzente setzte. Bestechend war für uns die optimale Kombination des Realtime-Betriebssystems RTE, der Datenbanksoftware "lmage" und der flexiblen Betriebsdatenerfassungssoftware "Datacap".

Datacap ist für den Nichtprogrammierer konzipiert, wobei aber gesagt sei, daß ohne Kenntnisse des Datenbanksystems die Niederlegung der Transaktionen kaum gelingen wird. Als Kenner der HP/1000 haben wir uns das Erfassungssystem im praktischen Einsatz bei Hewlett-Packard in Grenoble angesehen und wurden von seiner Funktionsfähigkeit und hohen Durchsatzrate überzeugt.

Daraufhin haben wir die von uns zu lösenden Erfassungsanwendungen spezifiziert und die Lösung folgender Erfassungsaufgaben ausgewählt.

- auftragsbezogene Produktionszeiterfassung mittels Personalausweisen und Markierungskarten,

- Versanddatenerfassung,

- Materialverbrauchsdatenerfassung,

- Materialzugangserfassung.

Bis zu einem zufriedenstellenden Test der Anwendungen rechnen wir mit einem Aufwand von rund zwei Mann-Monaten.

Von großem Vorteil ist, daß wir mittels der Datenbankabfragesprache "Query" ohne Programmieraufwand sämtliche gewünschten Informationen über Produktionsstatus, Ausschuß, Auftragfortschritt, Kapazitätsauslastung und Materialverbrauch schnell zur Verfügung haben.

Durch die festgestellten Eigenschaften sind beide Anwender und auch wir überzeugt, daß dieses Erfassungssystem den gestellten Anforderungen genügt und durch die Einfachheit der Erfassurgeräte, die psychologischen Barrieren bei Erfassungspersonal relativ leicht zu überwinden sind.

Für das von uns einzusetzende System haben wir einen Rechner mit

256-K-Speicher zur Verfügung. Empfehlenswert wäre es jedoch, bei den niedrigen

Speicherpreisen (128 K für 7084 Mark), eine höhere Speicherkapazität zur Verfügung zu haben, um optimale Durchsatzraten bei einer Vielzahl von Erfassungsgeräten (bis zu 56) zu erreichen.

Nicht billig sind die Erfassungsgeräte, die bei optimaler Ausstattung mit alphanumerischer Tastatur, alphanumerischem Display, Multifunktionsleser und Drucker rund 10 000 Mark das Stück kosten.

Der Preis für ein Gesamtsystem mit 256-K-Speicher, Systemkonsole, 50- Platte, Magnetbandstation, 180-Zeichen-Drucker, Datenbank- und Erfassungssoftware sowie zehn Erfassungsgeräten liegt in etwa bei 250 000 Mark.