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30.08.2002 - 

Lage beim Softwarehersteller spitzt sich zu

Datadesign-Chef tritt in der Krise zurück

MÜNCHEN (CW) - Mitten in der Finanzkrise hat der Vorstandsvorsitzende der Datadesign AG, Roy von der Locht, das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. Seine Aufgaben sollen nun die verbliebenen Vorstände Philip Hartley und Gerhard Weichenhain übernehmen.

Gründe für den Rücktritt von der Lochts, der seit November 1999 an der Spitze des Herstellers von Finanzsoftware stand, nannte Datadesign nicht. Allerdings steckt das Unternehmen, das vor einem halben Jahr die E-Finance-Sparte der insolventen Brokat AG für eine Million Euro in Aktien übernommen hatte, mittlerweile selbst in einer tiefen Finanzkrise: Ende Juli hatten die Verluste die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt, so dass die liquiden Mittel nur noch 3,4 Millionen Euro betragen. Ende Juni standen noch Reserven von 4,2 Millionen Euro zur Verfügung. Gemäß Paragraf 92 des Aktiengesetzes werde man daher am 1. Oktober eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.

Das Restrukturierungsprogramm sei nicht gefährdet, erklärte das Unternehmen. Auch Spekulationen über eine drohende Insolvenz wies Datadesign zurück: Aufgrund eines Auftragsbestands von 3,5 Millionen Euro und Fixkosten von 2,2 Millionen Euro pro Quartal könne man drei Quartale auf jeden Fall durchhalten und im vierten Quartal wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. Allerdings ist bereits beschlossen, 40 von insgesamt 140 Mitarbeitern zu entlassen.

Im ersten Halbjahr musste Datadesign bei einem Umsatz von sieben Millionen Euro einen Vorsteuerverlust von 1,9 Millionen Euro verbuchen. Grund dafür sei die eingebrochene Nachfrage nach Software für Online-Banking und -Brokerage. Zudem hätten die Auflösung der Berliner Filiale und andere Abschreibungen 1,5 Millionen Euro gekostet. Allerdings dürften auch die Integrationskosten für die Brokat-Überreste das Unternehmen weiter belasten. Damals hatten die Münchner auch 40 Mitarbeiter von Brokat, in erster Linie Softwareentwickler, übernommen.

Chief Operating Officer (COO) Philip Hartley und Finanzchef Gerhard Weichenhain sind seit zwei Jahren bei Datadesign. Bisher kümmerte sich der gebürtige Engländer, der von General Electric kam, um die Bereiche Produkt-Management, Marketing, Consulting und Support. Weichenhain hatte als kaufmännischer Geschäftsführer bisher die Verantwortung für Finanzen, Verwaltung und Personal. (mb)