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Die hohen Wachstumsraten von 1988 sind vorbei

Dataquest: Chip-Boom folgt Flaute

07.07.1989

MÜNCHEN (CW} - Im vergangenen Jahr erlebte der Halbleitermarkt weltweit einen regelrechten Absatzboom. Die Steigerungsrate betrug insgesamt 32 Prozent. Doch für die nächsten Jahre, so ermittelte das amerikanische Marktforschungsinstitut Dataquest, ist wieder durchschnittliches Wachstum von rund 15 Prozent angesagt.

Der weltweite Absatzboom im vergangenen Jahr ist vor allem auf die überdurchschnittliche Nachfrage nach dynamischen Speicherchips (DRAMs) aufgrund der großen PC-Nachfrage zurückzuführen. Allein in den USA legten die MOS-Speicher, zu denen die DRAMs gehören, um 77,5 Prozent zu. Doch diesem Höhenflug soll bereits im nächsten Jahr die Flaute folgen. Wie Dataquest ermittelte, wird das Wachstum der dynamischen Speicherchips in den USA in diesem Jahr auf 53,6 Prozent zurückgehen, während für 1990 ein Sturzflug auf 11,4 Prozent angesagt ist. Der rapide Rückgang, vor allem in den USA, werde - so die Dataquest-Forscher - 1990 wieder zu Entlassungen und schlechten Quartalszahlen führen.

Überdurchschnittliches Wachstum konnte 1988 auch der europäische Halbleitermarkt verzeichnen. Er erreichte sogar eine Steigerungsrate von 33,6 Prozent, was ein wertmäßiges Volumen von rund 8,5 Milliarden Dollar bedeutet. Aber auch in Europa folgt bereits in diesem Jahr die Talfahrt. Laut Dataquest wird der europäische Halbleitermarkt nur noch um 8,6 Prozent zulegen und einen Wert von 9,2 Milliarden Dollar erreichen. Dabei wird auch der bundesdeutsche Chip-Markt unter dem Wachstumsdurchschnitt bleiben. Erzielte er 1988 noch eine Steigerungsrate von 19 Prozent (Wert: 2,2 Milliarden Dollar), sind heuer 6,7 Prozent angesagt (Wert: 2,4 Milliarden Dollar).

Einen noch tieferen Fall indes wird laut Dataquest Italien hinnehmen müssen. Nach einer Wachstumsrate von 48,8 Prozent im vergangenen Jahr soll diese 1989 gerade noch bei zwei Prozent liegen. Überdurchschnittlich zulegen werde heuer nur der Chip-Markt in Großbritannien (mit Irland): Dort soll der Zuwachs 1989 rund elf Prozent betragen - nach 42 Prozent im vergangenen Jahr.

Die unterschiedlichen Steigerungsraten 1989 werden dazu führen, daß die Bundesrepublik Deutschland seine Spitzenposition im europäischen Chipmarkt an Großbritannien/lrland verliert. Lag die Bundesrepublik

1988 mit einem Anteil von 26,5 Prozent noch knapp vor den britischen Inseln (26,2 Prozent), so rutscht sie laut Dataquest 1989 mit 26,0 Prozent auf Platz 2 - hinter Großbritannien und Irland mit 26,8 Prozent. Die Anteile der anderen europäischen Länder hingegen bleiben 1989 eher konstant. Weiterhin den letzten Platz belegen die Benelux-Staaten mit 5,8 Prozent.