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Die EDV kommt auch zum Bauern


11.07.1975 - 

Daten für den Grünen Plan

VlSSELHÖVEDE - Ein Rechenzentrum mit über 20 000 Kunden, das keine EDV-Anlage hat - das ist die Gesellschaft zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Daten GmbH (Land-Data) in Visselhövede, Kreis Rotenburg. Gerechnet wird im zehn Kilometer entfernten Rechenzentrum der Firma Wolff & Co., Walsrode - dort hat die Land-Data die dritte Schicht ab 18 Uhr. Außer der hier stehenden 370/145 wird bei Bedarf noch die 370/168 bei der GAD in Münster benutzt.

Vor neun Jahren begann die Land-Data ihre Arbeit mit 600 Kunden - heute sind es 20 400. Seit einigen Jahren hat sich der Zuwachs auf etwa 3000 neue Kunden pro Jahr eingependelt.

Wer Kredit will, steigt auf EDV um

"Die meisten Betriebe kommen, wenn sie einen Kredit brauchen - denn der Geldgeber will normalerweise eine Buchführung sehen" erzählt Eibe Schmidt, Chefprogrammierer. "Außerdem denken die Landwirte jetzt kaufmännischer als früher." Abgesehen von der Kreditaufnahme ist die Hofübernahme durch den Jungbauern der häufigste Grund für das Umsteigen auf eine Lohn-EDV-Buchhaltung.

Die Land-Data arbeitet nicht direkt mit ihren Kunden, sondern über deren Verbände. In Niedersachsen sind das die Kreisverbände des Landvolks, in Nordrhein-Westfalen der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und in Bayern die Jungbauernschaft. Die Verbände stellen Sachbearbeiter an, die Buchhaltungskenntnisse besitzen und die Datenerfassung übernehmen. Ein Sachbearbeiter betreut zwischen 30 und 100 Betriebe.

Reisende Buchhalter

Die Sachbearbeiter, die zumeist eine einjährige Ausbildung in Visselhövede mitgemacht haben, besuchen monatlich jeden landwirtschaftlichen Betrieb, nehmen die Unterlagen (insbesondere Rechnungen und Kontoauszüge) mit, erfassen die Daten mit einer Simplex-Addiermaschine, schicken die Additionsrollen an die Zentrale und bringen die Auswertungen beim nächsten Besuch wieder zum Kunden. Der einzelne Landwirt bekommt monatlich einen Finanz- sowie einen Natural- und Viehbericht, außerdem jährlich einen Abschluß und eine Betriebsanalyse. Zusätzlich werden überregionale Betriebsvergleiche gemacht.

Ein Statistiker ist ausschließlich damit beschäftigt, das Buchhaltungsmaterial zu Informationen für den Deutschen Bauernverband aufzubereiten. "Der Grüne Bericht ist die Version der Regierung" erläutert E. Schmidt. "Dem muß der Bauernverband - er ist Hauptträger der Land-Data - eigenes Material entgegensetzen können." -py

Alle wollen fernsehen: Online-Sachbearbeitung per Bildschirm "Der Computer kommt zum Arbeitsplatz" - haben die irgendwo gelesen. Wir aber müssen es ausbaden. Bei mir nicht - wenigstens nicht so bald.

Da sollen wir nun - wie heißt das so schön - "wirtschaftliche, kostengünstige Datenverarbeitung" machen.

Vorbei die Zeiten, als sich keiner mit dem Rotstift an die Computerei traute. Letzte Woche noch: "Die Wirtschaftslage zwingt zu einschneidenden Maßnahmen. Sparen, Trauerwein, Sparen."

Jetzt aber wollen sie am liebsten jedem Mitarbeiter einen Bildschirm auf den Schreibtisch stellen - wohl als Prestigesymbol. So'n Vertreter, so'n Mix-Exote, hat da oben - wer hat ihm wohl die Tür geöffnet - von 600 Mark Monatsmiete geschwätzt.

Wer aber spricht von Steuereinheiten, von Hauptspeicherbereichen, von TP-Monitoren und Systemprogrammierung. Das sollen wir wohl alles virtualisieren. Hollerith sei's geklagt, aber der Bildschirm am Arbeitsplatz kostet inkl. anteiliger Hardware und Software, mein Wort: 25 000 Mark pro Jahr, pro Stück.

Da sollen die mir erst mal nachweisen, daß auf zwei installierte Fernseher ein Sachbearbeiter eingespart werden kann. Und bis dahin habe ich wohl meine Ruhe.

mfg.