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31.01.1975

Daten in den Fachabteilungen sammeln

MAINZ - Das Jenaer Glaswerk Schott & Gen. in Mainz benutzt für die Datenerfassung ein Datensammelsystem von Inforex mit 13 Eingabeplätzen, von denen sieben in den verschiedenen Fachabteilungen - bis zu 300 Meter vom Rechenzentrum entfernt - installiert sind. Die übrigen sechs Eingabeplatze des Sammelsystems sind innerhalb des EDV-Bereiches installiert.

Bevor die Mainzer zur dezentralen Datenerfassung übergingen, waren insgesamt 17 Locher und Prüfer im Einsatz. Darüber hinaus wurde in der Finanzbuchhaltung die Verbuchung auf drei Buchungsmaschinen mit angeschlossenen Lochern vorgenommen. Dabei fielen Lochkarten an, die dann im Rechenzentrum verarbeitet wurden.

Flaschenhals Datenerfassung

Die Organisatoren bei Schott hatten verschiedene Gründe für die Einführung des Datensammelsystems. Wichtigster Grund war, daß der Datenanfall mit den konventionellen Mitteln nicht mehr zu bewältigen war. Hans Kremeier, EDV-Leiter bei Jenaer Glaswerke Schott, sagt dazu: "Mit den Möglichkeiten, die die dezentrale Datenerfassung bietet, wollten wir den "Flaschenhals" bei der Erfassung beseitigen. Das ist uns gelungen. Das Kartenvolumen wurde von vorher 230000 auf 100000 monatlich reduziert."

Heute geben Sachbearbeiter, die nach den Worten von Hans Kremeier "von den Dingen mehr verstehen als beispielsweise Datentypistinnen", ihre Daten selber ein. Über Leitungen gehen die Informationen zur Zentraleinheit des Datensammelsystems. Dort werden sie auf Platte zwischengespeichert, automatisch zusammengespielt und geprüft, bevor sie auf Magnetband übertragen werden. Die Bänder werden dann auf der EDV-Anlage - es handelt sich um ein IBM Modell 370-145 - weiterverarbeitet.

Kremeier mit Understatement: "Schneller als Lochkarten lassen sich 200 KB Bänder allemal einlesen."

Sofort ändern

Wichtiges Moment für die Erfassung am Arbeitsplatz war nicht zuletzt, daß der einzelne Sachbearbeiter an einem Bildschirm die eingegebenen Daten sofort visuell prüfen kann.

Fehlerhafte Eingaben werden protokolliert und auf Band ausgegeben. Das Fehlerband wird vom Sachbearbeiter geprüft.

Kremeier freut sich: "Die EDV-Abteilung wird vom Änderungsdienst überhaupt nicht berührt. Die Eingabe, das ist für uns im Rechenzentrum eine einfache, harmlose Sache."

Trotz Mehrarbeit wie es auf den ersten Blick erscheinen mag -bringt die Verlagerung der Datenerfassung den Fachabteilungen spürbare Rationalisierung: Weil, der einzelne Sachbearbeiter ein größeres Verantwortungsgefühl entwickelt. Das hat zwangsläufig zu einer größeren Genauigkeit der Eingabedaten geführt.

Systemarchitektur

Was sind nun die einzelnen Systemelemente des Datensammelsystems 1302 von Inforex? Die Arbeitsweise des Systems beruht auf dem Prinzip des Time-sharing.

Die an den verschiedenen Arbeitsplätzen eingegebenen Daten werden auf einer Magnetplatte zwischengespeichert. Den einzelnen Eingabeplätzen werden Plattenspeicherbereiche variabel zugeordnet. Für die Weiterverarbeitung auf der EDV-Anlage werden die Daten formatiert auf Magnetbänder ausgegeben. Bei der visuellen Prüfung über den Bildschirm kann der Sachbearbeiter ganze Datenbestande auf der Platte durchblättern".

100 000 Mark weniger

Die Rationalisierung der Datenerfassung durch ein Sammelsystem brachte dem Mainzer Unternehmen eine jährliche Kostenersparnis von fast 100 000 Mark. Für das installierte Inforex-System mit 13 Erfassungsplatzen zahlt Schott monatlich 5028 Mark. Ganz ohne Locher geht es noch nicht. Fünf verbliebene Locher berechnet IBM monatlich mit 2300 Mark. Das macht zusammen 7328 Mark. Die Jenaer Glaswerke hatten vorher etwa 5500 Mark Mietkosten für 17 Locher/Prüfer auszugeben. Dazu kamen rund 1150 Mark für die Buchungsmaschinen. An Kosten für Lochkarten entstanden monatlich rund 600 Mark. Mit Personalkosten für Löcherigen und Fremdarbeiten bei Spitzenbelastung ergab das insgesamt 15 000 Mark monatlich. So errechnet sich eine Einsparung von über 8000 Mark

im Monat.

Hans Kremeier ist zufrieden: ein zweites Datensammelsystem wird demnächst installiert. Denn schließlich sollen die Sachbearbeiter nicht Däumchen drehen wenn der Zentralrechner einmal aussteigt.