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25.05.2001 - 

Speichernetze/Das Netz als Speicher

Daten mit Lichtgeschwindigkeit zentral verwalten

Unternehmen mit herkömmlicher Speicher-Infrastruktur kämpfen neben der Datenflut der digitalisierten Geschäftsprozesse vor allem mit logistischen Problemen, etwa bei verteilten Standorten oder zunehmend mobilen Mitarbeitern. Systemintegrierende, optische Netze sollen Abhilfe schaffen. Von Hans-Peter Ullrich*

Geschäftsprozesse verlagern sich zunehmend in die digitale Welt. Dabei werden gigantische Mengen an Daten gesammelt, ausgewertet und aufbereitet. Speicherten deutsche Unternehmen 1990 insgesamt noch 28 Terabyte Daten, waren es im Jahr 2000 bereits 400 Terabyte. In vielen Unternehmen haben sich darüber hinaus mit steigender Zahl von Abteilungen und Mitarbeitern eigenständige Insellösungen in Form von Client-Server-Netzen gebildet. Selbst bei kleineren Netzen entstehen den Unternehmen damit bereits hohe Wartungs- und Personalkosten für die benötigten Systemadministratoren und Techniker. Damit nicht genug: Die Daten sind so zu schützen und zu speichern, dass auch bei Ausfällen der Technik die Arbeit beinahe ohne Zeitverzögerung weitergehen kann.

Herkömmliche Methoden der Datensicherung auf Bändern sind heute nicht mehr zeitgemäß. Oft sind umständliche Prozesse nötig, um die Bänder vom Unternehmen zum externen Dienstleister zu schicken. Diese Methode erfordert sehr hohe Investitionen für die Sicherheit der Daten. Zudem erschweren immer kürzer werdende Produktzyklen den Verantwortlichen die Planungder betriebsinternen IT-Infrastruktur.

Zur Datensicherung über optische Leitungen kommen verstärkt Storage Area Networks (SAN) zum Einsatz. Diese Vernetzungstopologie unterstützt den Anschluss von Speichersystemen an ein Netzwerk mit verteilten Zugängen. Kern des SAN-Konzepts ist die Trennung von Server und Speicher sowie die Etablierung der Speichersysteme als gleichberechtigte Komponenten der Gesamtstruktur.

Manche Unternehmen gehen nun einen Schritt weiter und installieren systemintegrierende optische Netze (SON). Sie binden alle Techniken ein, die optische Schnittstellen definiert haben, also etwa SANs, LANs, Network Attached Storage (NAS) oder Ficon aus der Mainframe-Welt. Die Integration erfolgt entfernungsunabhängig, begrenzt nur durch die physikalischen Grenzen des Lichts. Dem gegenüber limitiert der SAN-Standard die Reichweite der Verbindungen auf zehn Kilometer. Größere Entfernungen mussten bisher leistungsmindernd über öffentliche Sprach-Datennetze, etwa ATM und Frame Relay, abgewickelt werden.

SON vermeidet die Konvertierungseinbußen, da es die Endgeräteschnittstellen wie Fibre Channel und Gigabit-Ethernet (künftig auch Infiniband) direkt über ein optisches Netz auf kürzestem Weg miteinander verbindet. Jeder Rechner kann also mit jedem Speichermedium verknüpft werden - unabhängig vom Standort, den eingesetzten Betriebssystemen und den Anwendungen. Der Datenfluss wird dabei zentral gesteuert und überwacht.

Für Unternehmen mit großen Datenmengen entstehen so zukunftsweisende, flexible Netzlösungen, bei denen Standortverbindungen und Speicher-Management nach individuellen Bedürfnissen eingerichtet werden. Derartige Speicher bieten höchsten Sicherheitsstandard, ermöglichen den unterbrechungsfreien Betrieb und stellen genügend Bandbreite für digitale Transaktionen und Mehrwertdienste - wie beispielsweise Video on Demand - zur Verfügung.

Geringe LatenzzeitenDie durchschnittliche Laufzeitverzögerung von fünf Millisekunden je Kilometer erlaubt es, selbst transaktionsorientierte Anwendungen an über mehr als 100 Kilometer verteilten Standorten performant ablaufen zu lassen. Ein einheitliches Netz-Management fasst alle Speichereinheiten in einem Pool zusammen, so dass Netz und Speicher zu einer virtuellen Einheit verschmelzen: Das Netz wird zum Speicher. Das spart Kosten bei Hardware und Netzverwaltung.

Einen über redundant ausgelegte Systeme unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten ist fürjedes Unternehmen heute ein beinahe existenzieller Faktor. Bei systemintegrierenden optischen Netzen stehen darüber hinaus zusätzliche Speicherkapazitäten schneller zur Verfügung. Saisonale Spitzen etwa lassen sich so durch jederzeit abrufbare Kapazitätsreserven puffern. Der 24-Stunden-Betrieb ist mit solchen schnellen Speichermethoden uneingeschränkt durchführbar. Mieten Unternehmen Speicherplatz bei einem Application Service Provider (ASP), zahlen sie wiederum nur für die tatsächlich benötigten Kapazitäten.

Storage nach MaßNicht jedes Unternehmen hat die gleichen Anforderungen an optische Netze und darauf aufbauende Speicherlösungen: Steht bei Großunternehmen neben dem Speichern in Echtzeit die intelligente Vernetzung dezentraler Standorte im Vordergrund, so benötigen mittelständische Unternehmen skalierbare, also erweiterbare Systeme, die mitwachsen - maßgeschneiderte Lösungen zu erschwinglichen Preisen, bei denen die gerade benötigten Speicherressourcen ausgelagert und bei Bedarf von einem Rechenzentrum zur Verfügung gestellt werden. Ähnliches gilt auch für Startup-Unternehmen: Die technische Infrastruktur muss schnell und flexibel sein.

Medienunternehmen schließlich brauchen mehr und mehr Bandbreiten, um Angebote wie Content-on-Demand und andere Dienste anbieten zu können. Doch Bandbreiten alleine reichen nicht aus: Die Kombination aus Sicherheit und Schnelligkeit sowie permanenter Verfügbarkeit der Information bildet das Rückgrat der neuen Geschäftsmodelle, und das lässt sich am besten mit optischen Netzen erreichen.

*Hans-Peter Ullrich ist Direktor Produkt Marketing bei der Teragate AG Optical Network in München.

Abb: Optisches Netz: Gut für größere Distanzen

In ein systemintegriertes optisches Netz (SON) lassen sich alle Techniken einbinden, die optische Schnittstellen definiert haben. Die neuen Lambda-Switches erlauben das Mischen der Übertragungskanäle im SON. Quelle: Teragate