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19.01.1990 - 

Relationale DB-Systeme verbinden dritte und vierte Generation

Datenbank-Sprachen gelten zunehmend als 4GL-Domäne

Die reine Lehre von den Sprachen der vierten Generation (4GL) ist out. Immer mehr zählt die Einbindung in Entwicklungsumgebungen. Hier schälen sich die relationalen Datenbanksysteme mit ihren Programmier- und Abfragemöglichkeiten allmählich als Brücke zwischen den Sprachen der dritten Generation und den benutzerfreundlichen 4GLs heraus.

So wünschenswert eine schnelle Ablösung der Programmiersprachen der dritten Generation wäre - allein noch etwa 80 Prozent aller geschriebenen Programme, gemessen an "lines of code", sind 3GL-Applikationen. Cobol nimmt dabei weiterhin eine überragende Stellung ein.

Der Eintritt in die neue Sprachgeneration wird seit einiger Zeit nicht so sehr von spezialisierten 4GL-Anbietern forciert als von Anbietern relationaler Datenbankmanagement-Systeme. Diese bauen ihre "Tools" allmählich zu kompletten Anwendungsentwicklungs-Werkzeugen einschließlich 4GLs und Schnittstellen für den Zugriff auf die Datenbasen von 3GLs aus. Wie weit man dabei schon vorangekommen ist, soll im folgenden dargelegt werden.

Befehle in SQL sind kurz aber dabei mächtig

Wie sehr sich neben dem Betriebssystemstandard Unix auch SQL als Standard bei Abfragesprachen etabliert hat, zeigt das Beispiel Ashton-Tate, das wegen fehlender Möglichkeiten diesbezüglich ziemlich in Bedrängnis gekommen ist. Modernere relationale Datenbank-Managementsysteme (RDBMS) profitieren neben neuen objektorientierten Möglichkeiten auch von der leichten Integrierbarkeit von 4GL-Werkzeugen in ihre Anwendungsentwicklungspakete - auf Basis von SQL.

Zusätzlicher Effekt: Man steht von vornherein auf einem breiten Fundament für die Einbettung von allseits akzeptierten Schnittstellen für den Zugriff auf Datenbanken von Anwendungen, die in Sprachen der dritten Generation geschrieben wurden. So können Anwender via Embedded SQL auf Cobol zugreifen oder auf die in der Unix-Welt so wichtige Sprache C. Diese Programmiersprache setzt sich übrigens inzwischen selbst innerhalb der IBM-Welt durch.

Wer Embedded-SQL in seinen Cobol- oder C-Code einbindet, wird zum ersten Mal mit der "neuen Welt" kurzer, aber mächtiger Anweisungen konfrontiert. Oft liegen nämlich die Hemmnisse gerade bei den Programmierern der herkömmlichen Stammsprachen, die erst durch die unmittelbare Konfrontation mit SQL Geschmack an dem neuen Programmierstil - der die Eierschalen kryptischer Codierungen endgültig abgelegt hat - finden. Überzeugend ist für einen solchen Aufsteiger nicht nur der wesentlich kürzere Code, sondern auch die leichte Lesbarkeit und die Mächtigkeit der neuen relationalen Datenwelt. Bildet sie doch den Auftakt für die Einbindung von SQL. Dieses Omnipotenzgefühl wird durch die Möglichkeit des parallelen Zugriffs und die Unabhängigkeit von der Datennavigierung noch gesteigert.

Viele Anwendungen, die bisher im Batchbetrieb liefen, aber eigentlich erst online wirklich interessant werden, können auf einmal verwirklicht werden. Buchungs- und Reservierungssysteme, weltweit vernetzt, kommen ohne diese neue Art der Arbeit gar nicht mehr aus. Experten schätzen, daß bis zur Jahrhundertwende Online-Systeme mit mehreren 10 000 Anwendern existieren werden.

Da SQL für den Endbenutzer zu kompliziert ist, bietet sich eine Sprache der vierten Generation als Anwendungsentwicklungs-Werkzeug geradezu an. Doch bleibt die Entwicklung hier noch lange nicht stehen.

Da 4GLs außerordentlich benutzerfreundlich und leicht erlernbar sind, werden diese Hochsprachen oftmals direkt dem Endanwender zur Verfügung gestellt. In großen Unternehmen und Organisationen sind daher vierstellige Benutzerzulassungen inzwischen keine Seltenheit mehr, auch wenn sich darunter etliche als lediglich sporadische Nutzer erweisen.

Bei starken 4GL-Nutzern ist die Tendenz zu beobachten, daß spezielle Beratergruppen mit einer Brückenfunktion zwischen zentraler DV und Abteilungen etabliert werden, um Performance-Verluste zu vermeiden. Diese Gruppen haben die Aufgabe, Anwendungen, die zu einer gewissen Reife gelangt sind und über längere Zeit benötigt werden, zu tunen. Bei vielen herkömmlichen 4GLs geschieht das durch Analyse- und Verbesserung des Abfragecodes sowie durch Bereitstellung von Datenextraktionen. Letzteres bietet sich dort an, wo die Anwendungen keinen Update durchführen dürfen.

Bei modernen Lösungen, die die Vorteile von relationalen Datenbanken nutzen, ist es aber sehr oft gewünscht, daß viele Online-Applikationen parallelen Zugriff bis hin zur Aktualisierung - sprich Update - besitzen. Hier müssen andere Mittel gesucht werden, um die Performance zu steigern. Eine dieser Möglichkeiten ist die Kompilierung fertiger Applikationen, vorzugsweise natürlich nach C.

Optimal erscheint daher ein Datenbanksystem, das sauberen C-Code kompilieren kann. Oftmals wird dieser letzte Schritt aber nicht erforderlich sein. Heutige Precompiler liefern ausreichend schnellen interpretierenden Code, der gegenüber kompiliertem Code außerdem über drei Vorteile verfügt:

- Ein Compiler oder Linker ist nicht mehr erforderlich.

- Der Code ist leichter portierbar.

- In Zusammenarbeit mit einem Debugger vereinfacht sich ein Schreib-, Test- und Editierzyklus.

Neben Performance-Gewinn spielt die Portierbarkeit von Anwendungen eine große Rolle. Unternehmen wissen oft nicht, wie sie in fünf bis zehn Jahren aussehen werden. Werden sie die Hardware-Plattform wechseln müssen? Bekommen sie durch Akquisitionen eine inhomogene DV-Landschaft? Kommt ein neues Betriebssystem ins Haus? Hier ist eine 4GL, die auf einem weitverbreiteten RDBMS beruht, ein guter Investitionsschutz - schließlich fallen über 45 Prozent aller DV-Ausgaben in die Bereiche Softwarekauf, Entwicklung und Wartung.