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08.07.1977

Datenbankadministrator: Aufgabenkatalog eines Spezialisten

2. Folge

Die bisher aufgeführten Arbeiten des Datenbankadministrators waren der Phase der Problemanalyse zugeordnet. Das dabei erarbeitete Grobdesign kann nun als Ausgangspunkt für die Arbeiten in der Phase der Systemplanung betrachtet werden.

8. Aufgaben zur Systemplanung

Innerhalb der Systemplanung gibt es wiederum zwei Arten von Aufgaben. Die eine hat im wesentlichen die Tätigkeiten zum Inhalt, die vom Datenbankadministrator selbst ausgeführt werden müssen, die andere Art hat den Charakter einer Beratung bei der Anwendungsentwicklung. Hinsichtlich seiner Beratungsaufgaben können folgende Punkte genannt werden:

- Hinweise zur Benützung von bereits vorhandenen Datenstrukturen.

- Hinweise zum Design des Systemablaufs

- Hinweise auf eine eventuelle Minimierung der DB-Aufrufe.

- Hinweise auf den Einsatz geeigneter Entwurfsmethoden wie Präzedenzstruktur und Normalformenlehre.

Der Datenbankadministrator sollte seine Beratungsaufgaben in diesen Fällen tatsächlich im Sinne des Wortes Beratung durchführen. Sein zweifellos vorhandener Einfluß auf die Anwendungsentwicklung sollte nicht dazu führen, daß er die Tätigkeit eines Projektleiters damit übernimmt.

9. Integration mit bereits laufenden Anwendungen

Sieht man von der Erstinstallation einer Datenbank und eines DB- Anwendungssystems ab, so wird es kaum weitere DB-Anwendungen geben, die nicht auf die Erstinstallation wieder Bezug nehmen. Das liegt daran, daß mit der Erstinstallation meist ein zentrales Problem auf eine Datenbankbasis gebracht wurde, von dem weitere Anwendungen dann abhängen. Insofern steht das Integrationsproblem praktisch immer an, wobei sieh meist die Frage stellt, ob die vorhandenen Datenstrukturen mit der geplanten neuen Anwendung verträglich sind. Problematisch wird dies, wenn sehr häufig Datenstrukturen aus dem vorhandenen Datenbanksatz benötigt werden, die dort an dafür ungünstiger Stelle angeordnet sind. Aufgabe des Datenbankadministrators ist es nun, diese Unverträglichkeit zu beseitigen, wobei er einerseits die rein technischen Möglichkeiten berücksichtigen wird und andererseits die daraus resultierenden Konsequenzen auf ihre wirtschaftliche Vertretbarkeit hin überprüfen wird.

10. Festlegen der Integrationsart

Drei Formen der Integrationsart stehen dabei zur Diskussion:

- Integration über logische Verknüpfungen.

- Integration durch einfache Mitbenützung der vorhandenen Datenbank ohne Änderung der Struktur.

- Integration durch Neudesign der vorhandenen Datenbank.

Soweit die Integration über logische Verknüpfungen gewählt wird, muß sich der Datenbankadministrator und mit ihm auch der Projektleiter für die Anwendung über die daraus resultierenden Konsequenzen im klaren sein. Zu nennen sind hier insbesondere zusätzlicher Verwaltungs- und Pflegeaufwand sowie größere Abhängigkeit im Falle einer Reorganisation oder eines Restarts. Wirtschaftlicher kann es sein, die Integration durch einfache Mitbenutzung der vorhandenen Datenbank herbeizuführen und dabei gegebenenfalls auch eine mögliche Redundanz in Kauf zu nehmen Wohl der gravierendste Fall einer erforderlichen Integration dürfte dann gegeben sein wenn ein Neudesign der vorhandenen Datenbank erforderlich wird. In diesem all ist es nicht damit getan, daß die bisherige und die neue Anwendung gemeinsam überdacht werden. Notwendig ist hier eine Überprüfung bzw. eine Erstellung der Gesamtplanung für den Datenbankeinsatz. Nur dieser Weg bietet Gewähr dafür, daß bei den Integrationsbemühungen das Problem eines Neudesigns vorhandener Datenbanken vermieden wird.

11. Feststellen der geforderten Antwortzeiten

Wenn man von den Einflüssen des DC- Teils eines Datenbanksystems absieht, ist diese Festlegung einer der wesentlichsten Faktoren, die auf den Design der Datenbank einwirken. Mittelbar steht das Problem der Antwortzeiten auch bei sequentiellen Läufen im Batch-Betrieb an, dürfte jedoch dort durch organisatorische Maßnahmen im Rechenzentrumsbetrieb zu regeln sein, da es ja in der Regel darum geht, daß innerhalb einer bestimmten Zeitstrecke eine Auswertung gefahren werden kann. Hinsichtlich des Online-Betriebs ist jedoch die Situation des Sachbearbeiters vor dem Bildschirm ausschlaggebend. Er dürfte in keinem Fall davon zu überzeugen sein, daß es zweckmäßig, gewünscht und wirtschaftlich ist, wenn er erhebliche Wartezeiten, auch wenn sieh diese nur im Rahmen einiger Sekunden bewegen, in Kauf nehmen muß. Der Datenbankadministrator wird hier zusammen mit dem Projektleiter für die Anwendung unter Einsatz geeigneter methodischer Hilfsmittel, wie z. B. der Präzedenzstruktur, feststellen, welche Transaktionen den Normalfall darstellen welche weniger häufig vorkommen und welche sehr selten auftreten. Für diese drei Transaktionstypen sollten dann zusammen mit den Kontaktstellen im Fachbereich maximale Antwortzeiten festgelegt werden. Ist dies geschehen, kann der Datenbankadministrator dann ermitteln, welche Datenstrukturen bei welchen Transaktionen benötigt werden. Durch die Einteilung in Transaktionstypen läßt sich weiterhin ableiten, wo innerhalb des Datenbanksatzes welche Datenstrukturen sinnvoll angeordnet werden können.

12. Festlegungen zu den Datenstrukturen

Die Zuordnungen zwischen Transaktionen und Datenstrukturen ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr grob, da noch nicht festgestellt wurde, welche Faktoren die Bildung von Datenstrukturen beeinflussen. Als Ausgangspunkt dazu können wieder die Transaktionen herangezogen werden. Nun wird pro Transaktion festgestellt, welche Datenelemente dort benötigt werden. Ist dies bekannt, wird pro Transaktion eine Datenstruktur aus eben diesen Datenelementen gebildet. Im Anschluß daran werden die so ermittelten Datenstrukturen pro Transaktion miteinander verglichen. Soweit hierbei Übereinstimmungen festgestellt werden können, kann man davon ausgehen, daß diese Struktur der endgültigen entspricht. Treten Abweichungen auf, ist es eine Frage des wirtschaftlichsten Kompromisses, wo diese verbleibenden Datenelemente hinzugefügt werden. Eine weitere ausgezeichnete Hilfe ist dabei die Verwendung der Normalformenlehre, die aufgrund der Abhängigkeit der Datenelemente von den zugehörigen Schlüsselbegriffen Aussagen liefern kann, welche die Festlegungen zur Datenstrukturierung in begründeter Form stützen. Wesentlich bei diesen ganzen Arbeiten zum Strukturierungsproblem ist immer der prinzipielle Weg, der beschritten wird. Die Datenstrukturierung ist Folge der Anwendungskonzeption. Der umgekehrte Weg dürfte gerade bei dem komplexen Gebiet des Datenbankeinsatzes früher oder später zu Schwierigkeiten führen.

13. Betriebsablaufplan festlegen

Aus der Sieht der Datenbankbenutzung beschreibt der Betriebsablaufplan die Stationen, bei welchen die Datenbank innerhalb des Anwendungssystems angesprochen wird. Aus dieser Beschreibung muß auch hervorgehen, ob es sich um eine Online - oder um eine Offline-Benutzung handelt. Soweit eine Online-Benutzung vorliegt, können dazu auch die vorläufigen Transaktionscodes genannt werden sowie die Anwendungsmodule, die von diesen Transaktionen benötigt werden. Werden von dem Anwendungssystem mehrere Datenbanken angesprochen, ist jeweils zu vermerken welche in der konkreten Situation verwendet wird. Sehr nützlich kann es auch sein, wenn zu den jeweiligen Datenbanken auch die Datenstrukturen genannt werden, welche pro Transaktion und Anwendungsmodul verarbeitet werden. Die gesamten Beschreibungen, die hier angeführt werden, bilden einerseits sowohl eine Dokumentation der bisherigen Arbeitsergebnisse, andererseits eignen sie sieh auch sehr gut für einen Gesamtüberblick des Ablaufs mit seinen Eigenschaften und jeweiligen Besonderheiten. Nicht zuletzt kann der so beschriebene Betriebsablaufplan auch dazu herangezogen werden, um erste Überlegungen hinsichtlich der geeigneten Restartpunkte und der erforderlichen Reorganisationsmaßnahmen anzustellen. Die Überlegungen zu den Restartpunkten können noch dadurch komplettiert werden, daß man in diesem Zusammenhang auch feststellt wo innerhalb des Betriebsablaufplanes die geeignetsten Punkte für die Datensicherungsmaßnahmen sind.

14. Zusammenfassung der bisherigen Designarbeiten

Ausgehend von dem Grobdesign, das Ergebnis der Phase der Problemanalyse war, wurde festgestellt, ob eine Integration mit bestehenden Datenbanken erforderlich und möglich ist. Die Vorwegnahme dieser Integrationsüberlegungen diente dazu, um die Menge all jener Datenelemente abzugrenzen, die anschließend dem Strukturierungsprozeß unterzogen werden müssen. Als methodische Hilfsmittel werden bei - diesen Strukturierungsarbeiten die Präzedenzstruktur und dazu ergänzend die Normalformenlehre herangezogen. Der detaillierte Arbeitsablauf kann dann wie folgt durchgeführt werden:

- Feststellen der Transaktionen.

- Feststellen der Anwendungsmodule die von den jeweiligen Transaktionen benötigt werden.

- Feststellen der Datenelemente, die von den jeweiligen Anwendungsmodulen benötigt werden.

- Bildung von vorläufigen Datenstrukturen pro Transaktion bzw. Anwendungsmodul.

- Feststellen, inwieweit bei diesen Datenstrukturen Übereinstimmung vorliegt.

- Gegebenenfalls Kompromisse schließen bezüglich jener Datenelemente, die bisher keiner Datenstruktur zugeordnet werden konnten.

- Vorläufige Festlegungen hinsichtlich der Anordnung der Datenstrukturen zu einem Datenbanksatz aufgrund der bekannten Transaktionstypen.