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01.07.1994

Datenbankanbieter setzt auf neue Strategien Oracle plant die Eroberung des PC-Markts und der Ingres-User

MUENCHEN (CW) - Eine neue Stand-alone-Datenbank, aggressive Preispolitik und neue Partner im Low-end-Bereich sowie Druck auf die High-end-Preise kennzeichnen den Eintritt der Oracle Corp. ins Microsoft-dominierte PC-Geschaeft. Daneben laeuft ein "Ingres- Abloese-Programm" fuer umstiegswillige Anwender, die keine CA-Kunden werden wollen.

"Oracle will in den PC-Markt, und zwar mit konkurrenzfaehigen Preisen", erklaerte Oracles Senior Vice-President Central Europe Franz Niedermaier vor der Presse. "Sollte Microsoft die Produktmargen in den Keller treiben - wir koennen mithalten."

Im vergangenen Geschaeftsjahr, das im Mai 1994 endete, erwirtschaftete die in Redwood Shores ansaessige Firma mit 33prozentigem Wachstum einen Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar und 284 Millionen Dollar Gewinn. Ungefaehr 830 Millionen Dollar der Einnahmen entfielen auf den Bereich Services und Support, 680 Millionen Dollar auf die Datenbanken, rund 326 Millionen auf die Tools, und etwa 100 Millionen wurden mit Applikationen umgesetzt. Die deutsche Niederlassung weist einen Umsatz von 222 Millionen Mark und eine Wachstumsrate von 37 Prozent auf.

"Noch ist der Low-end-Bereich fuer uns ein Nebenkriegsschauplatz, und noch sind wir hier keine Spezialisten, doch in drei Jahren werden wir es sein. Jetzt geht es darum, eine Basis zu sichern", fuehrte Niedermaier aus. Oracle habe nicht die Absicht, sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen, weil sich die Anbieter von PC- Datenbanken in Client-Server-Regionen vorwagten.

Desktop-Datenbank kommt im Herbst

Nach einem gescheiterten Versuch vor einigen Jahren plant das Unternehmen, im Herbst dieses Jahres wieder eine Desktop-Datenbank auf den Markt zu bringen. Als Reseller sind Fachhaendler mit mindestens zwei Oracle-Spezialisten sowie Distributoren zustaendig. Zu den letzteren zaehlen laut Niedermaier Raab Karcher, Computer 2000 und Ingram. An Allianzen mit PC-Herstellern ist laut Niedermaier ebenfalls gedacht, "doch die Zeit der Exklusivpartnerschaften ist vorbei". Der Kundensupport soll in den Haenden von Oracle bleiben.

Es ist absehbar, dass als Folge der Niedrigpreise fuer die PC- Produkte Druck auf das gesamte Preisgefuege entstehen wird. Will Oracle auch erst Ende Juli neue Preise festsetzen, steht doch bereits fest, dass es "teure Entwickler-" und "billige Anwenderpreise" geben wird, die "drastisch unter den heutigen liegen".

Waehrenddessen fuehrt die deutsche Niederlassung ab sofort ein Ingres-Abloese-Programm durch. Von Niedermaier als "lukratives Geschaeft" bezeichnet, endet die Austauschaktion "Tool gegen Tool, Invest gegen Invest" am 30. November dieses Jahres.

Walter Koenigseder, Vice-President fuer Zentraleuropa beim Konkurrenten Informix, bestaetigt, dass die Ingres-Kunden verunsichert seien. Zudem liefen dem von CA uebernommenen Unternehmen Mitarbeiter in Schluesselstellungen weg. Mit Preisnachlaessen fuer umsteigewillige Ingres-User wartet Informix indes nicht auf. Allerdings gebe es ein Migrations-Tool fuer einen Wechsel.