Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.10.1984 - 

Moderne Informationsquellen sichern die Unternehmenszukunft:

Datenbanken bieten den Rohstoff Information

DÜSSELDORF (lo) - Datenbanken als Instrument der Unternehmensführung sind eine unbekannte Größe für kleinere und mittlere Betriebe. Zu diesem Schluß kam das Nordrheinwestfälische Wirtschaftsministerium (NRWW) bei einer Untersuchung über die Informationsgewinnung in dieser Wirtschaftsgröße. Der unternehmenseigene technische Wissensstand wird häufig überschätzt, der von spezialisierten Informationsdiensten als gering oder für den individuellen Fall als unzutreffend eingestuft: "Man hält viele Informationsquellen für nützlich, setzt sie dann über später doch nicht ein", lautet der Tenor. Abhilfe soll eine Gebrauchsanweisung in Form des Handbuchs ,"Der schnelle Draht" für künftige Datenbankbenutzer sein, die das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr des Landes Nordrhein Westfallen jetzt neu auflegte.

Seit 1979 ist es in der Bundesrepublik Deutschland möglich, online im direkten Dialog mit einer EDV-Anlage nationale und internationale Datensammlungen über öffentliche Datenübertragungsnetze zu nutzen.

Von den 239 im Handbuch aufgenommenen Datenbanken werden 169 Online-Datenbanken von 27 Anbietern - sogenannten Hosts - verwaltet und den Benutzern zugänglich gemacht. Ein solcher Host besitzt in der Regel ein Computersystem mit großer Kapazität, auf dem mehrere Datenbanken abgefragt werden können. Zum einen zeigt sich der Nutzen eines Hosts mit großem Informationsangebot darin, daß sich der Benutzer über eine Datenleitung der Bundespost schnell in den Host-Computer hineinwählen kann und dann eine Vielzahl verschiedener Datenbanken zu mitunter ganz unterschiedlichen Sachgebieten unmittelbar zur Verfügung hat. Ist die Suchfrage einmal formuliert, kann man mehrere Datenbanken nacheinander abfragen, ohne den Dialog mit dem Computer jedesmal wieder neu beginnen zu müssen.

Info gegen Honorar

Von Vorteil ist auch, daß der Teilnehmer an einem Host eine zusammenhängende Dokumentation und nur eine Rechnung erhält. Um mit einem Host korrespondieren zu können, ist es allerdings notwendig, einen - meistens kostenlosen - Nutzungsvertrag abzuschließen.

Außer Datenbanken und Hosts umfaßt dieses Handbuch auch ein Verzeichnis von Informationsvermittlern. Diese Stellen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die inzwischen ziemlich kompliziert gewordenen Datenbank-Recherchen durch Spezialisten zu erledigen. Informationsvermittler beschaffen Unternehmen gegen Honorar technologie- und wirtschaftsrelevante Informationen. Die Einschaltung eines Informationsvermittlers bietet sich für Betriebe an, die einen Einstieg in die Datenbank-Nutzung suchen, und für die sich die Anschaffung einer eigenen Online-Verbindung nicht lohnt.

Informationsvermittler kann man in zwei Gruppen unterteilen: allgemeine Informationsvermittler und fachspezifische Informations-Vermittlungs-Stellen(IVS).

Allgemeine Informationsvermittler ("Informationsbroker") verfügen über wertvolle Insider-Kenntnisse des inzwischen umfangreichen Datenbank-Angebots für deutsche Nutzer. Zumeist handelt es sich um fachlich nicht spezialisierte, privatwirtschaftliche Beratungsbüros. Zwar verfügen sie größtenteils nicht über umfangreiche eigene Datensammlungen; sie haben aber in der Regel Zugriff auf die wichtigsten Hosts, verfügen über die erforderlichen technischen Einrichtungen und routinierte Mitarbeiter. Sie sind in der Lage, umfassende Datenbank-Recherchen zu einer spezifischen Fragestellung durchzuführen.

Allgemeine Informationsvermittler werten für den Interessenten zunächst alle online erreichbaren Datenbanken aus; anschließend werden die nicht online zugänglichen Datensammlungen und Dokumentationen abgefragt. Das anfragende Unternehmen kann sich schnell und zu wirtschaftlichen Kosten einen sehr breiten Überblick über nahezu alle zugänglichen Primar- und Sekundärquellen verschaffen. Als Informationsvermittler sind inzwischen alle größeren Industrie- und Handelskammern sowie in einigen Bundesländern auch die Landesgewerbeämter tätig.

Fachspezifische Informations-Vermittlungs Stellen werden überwiegend von spezialisierten Fachverbänden und Institution der Wirtschaft betrieben. Sie verfügen in der Regel über eigene Datenbasen zu ihrem Fachgebiet. Ein Nachteil für Nutzer. Häufig müssen dabei viele Vermittlungsstellen eingeschaltet werden, wenn man breite, mehrere Bereiche umfassende Informationsbasis benötigt. Dies ist vor allem mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. Als Vorteile gelten Spezialinformationen von ausgezeichneter Qualität und normalerweise niedrige Nutzungskosten.

Drei Wege bieten sich an, die in diesem Handbuch erfaßten 239 Wissensspeicher anzuzapfen, zum einen über einen direkten Draht (online) zu Hosts bei denen die Datenbanken verfügbar sind, zum anderen durch Korrespondenz mit fachspezifischen Informations-Vermittlungs-Stellen, oder unter Zwischenschaltung eines allgemeinen Informationsvermittlers.

Experten halten die Einrichtung einer Online-Verbindung zu Datenbanken erst dann für sinnvoll, wenn in einem Betrieb regelmäßig eine bestimmte Anzahl von Recherchen pro Monat durchgeführt werden muß, wenn im Unternehmen grundsätzlich festgelegt ist, daß externe Informationen wie Fachpublikationen, Patente, Marktanalysen etc. systematisch genutzt werden sollen, sowie wenn Geschäftsleitung und verantwortliche Mitarbeiter über die Möglichkeiten der Datenbanknutzung umfassend informiert sind. Zudem ist ausschlaggebend, daß wenn sich die Geschäftsleitung mit diesem neuen Management-Instrument identifiziert und die betreffenden Mitarbeiter zur uneingeschränkten Nutzung anhält.

Die Verbindung zwischen Terminal und Datenbank stellt in jedem Fall die Bundespost entweder via Telefon- oder Telexleitung sowie über eines der speziellen Datenübertragungsnetze her. Von besonderer Bedeutung für Datenbankbenutzer sind die Netze Datex-P und Euronet; für den internationalen Datenverkehr sind die angeschlossenen Netze Telenet und Tymnet wichtig.

Die Grafik zeigt, wie umfangreich und miteinander verflochten die Netze für die Datenübertragung international sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die sich sowohl in der Geschwindigkeit der Datenübertragung als auch in der Höhe der Leistungsgebühr unterscheiden - die Kosten betragen insgesamt rund 250 Mark bei zehnstündiger Nutzung pro Monat. Daneben müssen anfragende Unternehmen noch mit Recherchegebühren für die Datenbank-Anbieter rechnen. Sie liegen international zwischen 80 und 300 Mark je Stunde. Da man aber oft schon innerhalb von zehn Minuten eine befriedigende Auskunft der Datenbank erhält, halten sich die Recherchenkosten in Grenzen. Voraussetzung für den informativen Kontakt mit Datenbanken ist der Abschluß eines Nutzungsvertrages mit den Datenbank-Anbietern. Jeder Teilnehmer erhält dann einen nur ihm bekannten Code (Password) als Schlüssel für den Zugang zum Informationsspeicher. Damit sich die Anschaffung eines Terminals rentiert, empfehlen Praktiker, Nutzungsverträge mit mindestens drei Anbietern technischer Datenbanken abzuschließen: Je größer die Zugriffsmöglichkeiten auf verschiedene Datensammlungen sind, desto kräftiger sprudeln auch die Informationsquellen.

Als Einstieg bietet sich eine Zusammenarbeit mit einem Informationsvermittler (Informationsbroker) an. Die Einschaltung eines externen Informationsvermittlers empfiehlt sich, wenn nur gelegentlich Recherchen erforderlich sind, oder wenn ein Unternehmen die Möglichkeiten moderner Informationsbeschaffung und die dazu erforderlichen technischen Einrichtungen erst an konkreten Beispielen kennenlernen will.

Die Recherche eines allgemeinen Informationsvermittlers schlägt im Durchschnitt mit 300 bis 800 Mark zu Buche; ein komplizierter Spürauftrag, bei dem mehrere Informationsquellen angezapft und gründlich ausgewertet werden, muß mitunter auch mit 1500 bis 2000 Mark honoriert werden. Allerdings sind solche Beträge angesichts der in Frage stehenden Innovationsrisiken und der nützlichen Informationsvielfalt eine geringe, lohnende Investition. Datenbank-Recherchen bei den größeren Industrie- und Handelskammern sowie einigen Landesgewerbeämtern kosten jeweils oft nicht mehr als 150 Mark. Dafür bekommt man aber meist nur einen unkommentierten Computerausdruck, während die Informationsbroker in der Regel die Computerauskünfte auch auswerten, nach Schwerpunkten gewichten und Zusatzrecherchen über Telefon und konventionelle Informationswege, etwa Bibliotheken vornehmen.

Wege zur DB-Nutzung

Für ein Unternehmen mit eigenen Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung wird es zunehmend wichtiger, das nationale und internationale Angebot an Datenbanken systematisch zu nutzen.

Kleine und mittlere Unternehmen können sich grundsätzlich genauso umfassend über neue Technologien auf dem laufenden halten, wie das bisher nur Großunternehmen vermochten. Drei Wege bieten sich als Zugang zu Datenbanken an:

1. Uneingeschränkte Nutzung der Informationsfülle nationaler wie internationaler Datensammlungen auf dem Weg der allgemeinen Informationsvermittlung (bei wenigen Recherchen oder als Einstieg in die betriebliche Nutzung von Datenbanken).

2. Installierung einer Online-Verbindung mit direktem Zugang zu den Datennetzen und Datenbanken in aller Welt.

3. Ausbau der Direktverbindung zu einem betriebsinternen Informationssystem, das die bei Datenbanken gesammelten Informationen mit eigenem Computer und eigener Software verwaltet und systematisch auswerten hilft (empfehlenswert für besonders entwicklungsintensive Unternehmen, die über die erforderlichen EDV-Erfahrungen und qualifizierte Mitarbeiter verfügen).

Neben einem ausführlichen Stichwortregister nach Sachgebieten sind 239 Datenbanken und zusätzliche fachspezifische Information-Vermittlungsdienste als Kontakte aufgeführt. Ein bundesweites Standortverzeichnis weist zudem an den Partner in der Unternehmensnähe.

Informationen: Referat l/C1 des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr NRW, Haroldstraße 4, 4000 Düsseldorf 1, Tel.: 02 11/8 37 02