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Rechtsstreit konzentriert sich auf vermeintlichen Anstifter Gary Kelley


21.03.1997 - 

Datenbankfehde: Wechselten Informix-Daten zu Oracle?

Diese Behauptung relativierte nun eine Oracle-Sprecherin: Der Mitarbeiter habe ein paar persönliche E-Mails heruntergeladen, deren Inhalt er nicht kannte. Er habe die Daten sofort zurückgegeben, als ihm bewußt geworden sei, daß es sich um Geschäftsinformationen über Informix handelte. "Oracle war zu keinem Zeitpunkt in diese Informationen eingeweiht", erklärte Sprecherin Margaret Lasecke. Die Dokumente, die Informix im Prozeß als Beweismaterial heranziehen wollte, seien freiwillig und umgehend an Informix zurückgesandt worden.

Die Datei mit einem Umfang von 7 MB enthielt den Entwurf eines neuen Informix-Teilproduktes sowie patentrechtlich geschützte Designdokumente für Features des "Extended Parallel Server" (XPS). Außerdem waren E-Mail-Nachrichten mit geheimen Benchmark-Daten, Auslieferungszeitpläne und Kunden-Feedback auf Informix-Produkte darin abgespeichert.

Informix-Sprecher Robert Manetta behauptet, die Datei sei innerhalb der ersten drei Wochen, nachdem sein Unternehmen das Verfahren eingeleitet habe, nicht an sein Haus zurückgegeben worden. "Obwohl die Daten schließlich zu uns zurückgelangten, wissen wir nicht, ob Oracle sie kopiert hat oder nicht", erklärte Manetta.

Die Anklage gegen zehn der elf Überläufer hat Informix inzwischen deutlich abgeschwächt. Von einer tatsächlichen Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen ist nicht mehr die Rede. Einem Beitrag des "Handelsblattes" zufolge hat Informix-Chef Phil White den Entwicklern sogar ein Rückkehrangebot unterbreitet. Selbst gegen den Mitarbeiter, der die Datei mit den Geschäftsgeheimnissen mitnahm, wird nicht explizit Anklage erhoben.

Vertragsbruch wirft Informix nur noch einem der elf Abtrünnigen vor: Gary Kelley, ehemaliger Vice-President für Produktentwicklung, wurde als Drahtzieher ausgemacht und auf Schadensersatz in unbekannter Höhe verklagt. Er soll die Verhandlungen mit Oracle allein geführt und das Team zum Wechsel gedrängt haben.