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04.06.2004 - 

Oracles aggressive Preispolitik zahlte sich nicht aus

Datenbankmarkt ist wieder im Aufwind

MÜNCHEN (CW) - Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner wächst der weltweite Markt für Datenbanken wieder. Doch der einst dominierende Anbieter Oracle hat weiter an Boden verloren. Im explodierenden Segment der Linux-basierenden Systeme hat das Unternehmen allerdings eine Spitzenposition erreicht.

Die Umsätze mit Neulizenzen für relationale Datenbank-Management-Systeme (RDBMS) sind im Jahr 2003 auf sieben Milliarden Dollar gestiegen, ein Plus von 5,1 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte Gartner noch ein Minus von fast sechs Prozent festgestellt. Am meisten hat davon Microsoft profitiert, das seinen Umsatz um elf Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar erhöhen konnte und unverändert drittgrößter Anbieter ist. Auch NCR Teradata liegt mit einem Wachstum von sechs Prozent über dem Durchschnitt und behauptet mit 195 Millionen Dollar und deutlichem Abstand Platz vier.

Marktführer ist, das zweite Jahr in Folge, IBM. Der Umsatz mit Neulizenzen stieg um 4,9 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Dabei legte IBMs Hauptprodukt DB2 um 6,5 Prozent zu und wäre nun erstmals auch alleine das umsatzstärkste RDBMS. Das Unternehmensergebnis wird dadurch getrübt, dass die Informix-Datenbank 16 Prozent weniger Einkünfte eingebracht hat als noch ein Jahr zuvor.

Oracles schwieriges Kerngeschäft

Weniger günstig fällt die Erhebung für Oracle aus. Trotz einer Steigerung der Umsätze um 2,4 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar findet sich der einstige Marktführer das dritte Jahr in Folge auf dem zweiten Platz in der Konkurrenz wieder. Dabei macht der Anbieter immer noch rund vier Fünftel seines Gesamtumsatzes mit Datenbanken. Eine Diversifizierung etwa durch eine Übernahme von Peoplesoft ist bisher nicht gelungen.

Auch eine aggressive Preisgestaltung, die sich vor allem gegen Microsoft richtet, hat Oracle bisher keinen Erfolg gebracht. Im Gegenteil: Die Gartner-Analysten glauben, der Preiswettbewerb habe die Marktposition von Oracle negativ beeinflusst. IBM hingegen habe mit DB2 bei Mainframe-Anwendern und bei den I-Series-Kunden in kleineren und mittelständischen Unternehmen nachhaltig Erfolg gehabt.

Einziger Hoffnungsträger für Oracle sind Datenbanken auf Linux-Plattformen. Insgesamt wurden hier 2003 neue Lizenzen für fast 300 Millionen Dollar abgesetzt, eine Zunahme um 158 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Oracle schaffte dabei einen Umsatzsprung von 360 Prozent und hat nun einen Marktanteil von 69 Prozent. Das Unternehmen stieß damit IBM vom Thron, deren Marktanteil von 57,6 auf 28,5 Prozent abstürzte.

Das starke Wachstum im Linux-Markt geht zu Lasten der kommerziellen Unix-Systeme. Im letzten Jahr wurden hier 5,9 Prozent weniger neue Lizenzen erworben. Das geht primär zu Lasten von Oracle, das bei Unix-Datenbanken 57,4 Prozent Marktanteil hält. Keine Chance haben Oracle und IBM bei Datenbanken auf Windows-Servern, für die insgesamt Neulizenzen im Wert von 2,8 Milliarden Dollar erworben wurden. Microsoft konnte seinen Marktanteil von 44,3 auf 47,3 Prozent ausbauen.

Gartner schränkt ein, die Zunahme der Neulizenzen für Datenbanken sei nicht unbedingt ein Anzeichen für eine Markterholung. Der Grund der Zuwächse liege vielmehr im schwachen US-Dollar. Würde man Kursdifferenzen herausrechnen, ergebe sich allenfalls ein Nullwachstum. Aber das ist immerhin besser als die negativen Zahlen aus dem Jahr 2002. (ls)

Abb: Drei dominieren

Mit einem unveränderten Marktanteil hat IBM die Führungsposition bei relationalen Datenbanken verteidigt. Quelle: Gartner