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29.07.1994

Datenbankprimus zeigt Interesse an einer Uebernahme Bei Oracle weckt Guptas Schwaeche Begehrlichkeit

MUENCHEN (gfh) - Mit einem Schuss vor den Bug hat der Datenbankriese Oracle den Softwarezwerg Gupta zu Kooperations-, wenn nicht sogar zu Verkaufsverhandlungen gezwungen. Als Oracle vergangene Woche 7,7 Prozent der Gupta-Anteile erwarb, roch es nach einer feindseligen Uebernahme. Inzwischen sitzt Firmenchef Umang Gupta am Verhandlungstisch, und Oracle hat zwei Drittel der eben erworbenen Anteile wieder verkauft - mit betraechtlichem Gewinn.

"Wir pruefen derzeit Guptas Aussichten, der Preis waere auf alle Faelle attraktiv", naehrte Catherine Buan, Oracles Investment- Manager, grassierende Geruechte, wonach ihr Unternehmen Gupta kaufen wolle. Tatsaechlich machen die seit Anfang dieses Jahres staendig sinkenden Kurse Gupta zum Kandidaten fuer eine Uebernahme. So veranschlagt das "Wall Street Journal" den derzeitigen Marktwert der Firma auf 175 Millionen Dollar.

Ausgeloest wurden die Akquisitionsgeruechte, als Oracle an der Boerse 7,7 Prozent von Gupta kaufte, ein Verfahren, mit dem laut dem Dataquest-Analysten Paul Cubbage ueblicherweise unfreundliche Uebernahmen eingeleitet werden. Als sich Umang Gupta daraufhin bereit erklaerte, mit dem Oracle-Management zu verhandeln, lenkte der Datenbankriese allerdings ein und verkaufte einen Grossteil der inzwischen im Wert gestiegenen Aktien wieder.

"Das war eine ganz normale Boersenspekulation, sonst nichts", spielte Martin Teetz, Guptas Produkt-Manager Zentraleuropa, die Bedeutung der Aktientransaktionen vergangene Woche herunter.

Entsprechend dem US-Gesetz habe Gupta, so Teetz, den fuer das zweite Quartal dieses Jahres zu erwartenden Verlust offenlegen muessen, worauf die Kurse nachgaben, Oracle kaufte und bei hoeherem Kurs wieder verkaufte. Ueberhaupt sei eine feindliche Uebernahme nicht moeglich, weil nur 15 Prozent der Gupta-Anteile gehandelt wuerden.

"Den Verkauf der Firma lehnt Umang Gupta kategorisch ab", betonte auch Gupta-Geschaeftsfuehrer Helmut Wilke, fuegte aber hinzu: "Ich weiss allerdings nicht genau, worueber er mit Oracle spricht." Wilke ist sich zwar der Kaufabsichten von Oracle bewusst, trotzdem geht es lediglich um

eine Vertriebskooperation fuer die "SQL-Windows"-Tools. Auf Desktop-Seite habe Oracle mit "Forms" diesen Entwicklungswerkzeugen nichts entgegenzusetzen.

Billiganbieter

bedraengen Gupta

Die schlechten Ergebnisse seines Unternehmens - nach Informationen der IDG-Schwesterpublikation "Computerworld" kam es im zweiten Quartal dieses Jahres zu einem Verlust von 7,5 Millionen Dollar -, erklaert Wilke unter anderem mit dem Konkurs mehrerer Distributoren. Allein die Geschaeftsaufgabe der Aka-EDV GmbH, Bochum, habe Gupta zwei Millionen Mark gekostet. Wichtiger sei jedoch, dass man den beginnenden Preiskampf fuer Entwicklungswerkzeuge im PC-Geschaeft unterschaetzt habe. "Un-

sere Konkurrenten sind zunehmend Billigprodukte wie Microsofts Visual Basic", weiss Wilke heute. Mit einem Preis ab 4500 Mark sei SQL Windows kaum an PC-Anwender zu verkaufen.