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06.09.1996 - 

Administration wert und teuer

Datenbankstudie beweist: Oracle & Co. greifen tief in Anwendertaschen

06.09.1996

Trotz der erheblichen Unterschiede in den Lizenzgebühren, zum Beispiel in Konfiguration B DB2/6000: 61380 Mark und Oracle: 1000000 Mark) verursachen diese nur einen Bruchteil aller auflaufenden Kosten. Beim IBM-System DB2/6000 sinken sie im Fall B bei dem auf ein Jahr berechneten Gesamtausgaben von 8700626 Mark sogar unter ein Prozent.

Den Hauptanteil des Aufwands verursachen bei allen relationalen Datenbank-Management-Systemen (DBMS) die von Personalkosten geprägten Bereiche wie Administration, Software-Entwicklung und Beratung durch den jeweiligen Hersteller. Aber auch Wartungs- und Supportgebühren schlagen erheblich zu Buche, während offenbar die Ausbildungskosten für Mitarbeiter, die für den effektiven Einsatz verantwortlich sind, wenig ins Gewicht fallen (siehe die Tabellen).

Zugleich bleibt jedoch laut Jenz & Partner gut ausgebildetes Personal die kostbarste Ressource. Je komplexer die Umgebung und je breiter das Fachwissen, desto wertvoller sind die Mitarbeiter für ein Unternehmen. Methodenguru Ed Yourdan etwa bestimmt den Produktivitätsunterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Entwickler durch ein Verhältnis von 600 zu 1. Diese Relation möchten die Autoren der Studie nicht übernehmen, wenn es auch "offensichtlich ist, daß Unterschiede bestehen". Allerdings nehme das Angebot an gut ausgebildeten und erfahrenen Fachkräften ab.

Bei einem angenommenen Stundensatz von 120 Mark für den Administrator liegt der Aufwand in Konfiguration A jeweils bei über 80 Prozent bis auf Open Ingres (78,5 Prozent), in Beispiel B ergibt sich ein Spielraum von 51,5 Prozent (Open Ingres) bis 62,4 Prozent (DB2/6000). Kleinere Unternehmen müssen demnach mit einem proportional höheren Anteil an Administrationskosten rechnen.

In den Aufgabenbereich des Administrators fällt das Installieren neuer Datenbankversionen, das Anlegen, Löschen und Verwalten von Speicherbereichen, Trigger-Definitionen, Stored Procedures und Indices, Backup- und Restore, Tuning und Monitoring, das Laden und Entladen von Daten sowie die Verwaltung des Datenbankschemas.

Besonders hohe Kosten ergeben sich, wenn die zur Verfügung stehenden Tools kompliziert und vergleichsweise viele Datenbankoptionen einzustellen sind. "Ein entsprechendes Angebot an Sekundärliteratur zum Thema Tuning und Monitoring, wie zum Beispiel bei Oracle, kann als Indikator für den vorhandenen Bedarf gewertet werden", umschreibt die Studie elegant die "Stellschrauben"-Probleme. Tools mit grafischen Oberflächen und stets verfügbare Online-Hilfen könnten die Administrationskosten senken.

Das Preisniveau bei den Wartungs- und Supportkosten differiert von einem Hersteller zum anderen ebenfalls erheblich, da entsprechende Leistungen in der Regel unmittelbar an eine registrierte Datenbanklizenz gebunden sind. Zudem komme es nicht selten zu Preiserhöhungen für entsprechende Leistungen um 50 Prozent. Zwar gelten Wartungs- wie Lizenzgebühren als "verhandelbar", doch sei der Spielraum für Nachlässe bei der Wartung ungleich enger. Die Anbieter machten sich durchaus bewußt, daß der Kunde, nachdem er sich einmal für ein DBMS entschieden hat, nicht ohne triftigen Grund "die Pferde wechselt".

Bei Adabas D setzen sich die Wartungs- und Supportkosten aus einem klassen- und anwenderzahlabhängigen Grundbeitrag zusammen. Für die Konfiguration ergibt sich auf das Jahr gesehen ein Satz von 230 Mark pro Benutzer, der sich für Konfiguration B auf 130 Mark reduziert. Bei Oracle gilt ein Pauschalbetrag, in den alle Updates eingeschlossen sind. Die jährliche Gebühr beträgt für Konfiguration A 240 Mark pro Anwender, für Konfiguration B 655 Mark. Als bemerkenswert streichen Jenz und Partner heraus, daß es bei DB2/6000 und Oracle eine signifikante Erhöhung der Support- und Wartungskosten gibt, wenn statt Windows NT Unix-Plattformen eingesetzt werden.

In den Modellberechnungen in puncto Aus- und Weiterbildung von Entwicklern und Administratoren gehen Jenz & Partner davon aus, daß sich die Bildungsinhalte sofort im Produktivbetrieb umsetzen lassen. Mit Ausnahme von Schulungen für neue Release-Inhalte setzt die Unternehmensberatung die Maßnahmen pro Mitarbeiter nur einmal an. Die Ausbildung für Entwickler bezieht sich in erster Linie auf die Datenbank-Schnittstellen, im allgemeinen SQL, sowie auf das Tuning, das über Grundkenntnisse hinausreicht.

Zwischen dem niedrigsten (Adabas D: 657 Mark) und dem höchsten durchschnittlichen Tagessatz (Informix) liegt immerhin eine Spannbreite von 181 Mark. Dabei setzt die Software AG für die Adabas-D-Programmierung insgesamt sechs Tage an, Informix zwölf und Computer Associates (CA) für Open Ingres sogar 19. Bezogen auf Administrationsaufgaben reichen für Adabas D ebenfalls sechs Schulungstage bei einem Tagessatz von 682 Mark. Das umfassendste Angebot bietet mit 32 Tagen Oracle bei einem Tagessatz von 794 Mark, gefolgt von Sybase mit 30 Tagen bei 798 Mark pro Tag. Daraus kann, so die Studie, allerdings "nicht kritiklos abgeleitet werden", daß die Ausbildung eines Administrators für Adabas D nur ein Drittel der Ausbildungszeit benötige, die für andere DBMS einkalkuliert werden muß. Doch die vom jeweiligen Anbieter veranschlagten Ausbildungszeiten können durchaus als Indiz für den Lernaufwand herangezogen werden. Zu den reinen Schulungskosten kommen noch Reise-, Übernachtungs-, Verpflegungskosten und weitere Mitarbeiterspesen hinzu. Außerdem zählen die Kosten, die Mitarbeiter durch entgangene Arbeitsleistung verursachen, indem sie für den Betrieb nicht produktiv einsetzbar sind.

Bezogen auf die Entwicklungskosten schneidet Oracle einmal günstiger ab als die anderen DBMS. Zwischen Oracle und den kostenintensiven von CA und Informix entsteht im Laufe eines Jahres immerhin ein Unterschied von 180000 Mark. Entscheidende Vorteile bringen hier leistungsfähige Werkzeuge, die etwa das Testen von Datenzugriffen wie auch die Erstellung von Stored Procedures und Triggern ermöglichen. Anwender sollten aber auch prüfen, ob es nicht Alternativen zur traditionellen Programmierung gibt. Jenz und Partner schwebt etwa der Einsatz von Standardsoftware vor oder aber der Gebrauch von Frameworks und genormten Schnittstellen.