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Anwenderbericht: First Bank New Haven, ConnecticutUSA

Datenbankwechsel statt Hardware-Upgrading

13.01.1978

NEW HAVEN - Wie auch ohne Hardware-Erweiterungen Datenbank-Probleme gelöst werden können, demonstrierte kürzlich die amerikanische First Bank in New Haven auf ihre Art: Da jede kleinste Erweiterung ihres Datenbank-Kundeninformationssystems CIF (Customer Information File) einen Wechsel auf eine größere EDV-Anlage beziehungsweise die Anmietung eines zusätzlichen Hauptspeichers erzwungen hätte, tauschte sie kurzerhand das bisher eingesetzte IBM-DB-System IMS/VS DB/DC gegen das Cullinane-DB-Produkt IDMS sowie gegen den Altergo-TP-Monitor "Shadow II" aus und realisierte damit auf einen Schlag alle angestrebten Verbesserungen: "Wir haben durch diesen Wechsel nicht nur die Hälfte des virtuellen Hauptspeichers auf einer IBM 370/145 für andere Anwendungen freibekommen, sondern gleichzeitig eine Reihe von Performance-Verbesserungen erzielt", zieht EDV-Leiter Bill Spossili nach -der Umstellung zufrieden Bilanz.

Das CIF-Kundensystem hatten die "Banker" 1975 eingeführt und damit "unzählige Anfragen" der zirka 250 000 Bank-Kunden beantwortet. Gespeichert sind in ' der Datenbank beispielsweise Kundennamen und Adresse sowie Informationen über 170 000 Einzelkonten. Das Gesamtsystem beanspruchte ungefähr die halbe Kapazität einer 370/145 mit 768 K Hauptspeicher. Ende 1976 erkannten die EDVler der First Bank, daß "jede Erweiterung der CIF-Anwendung zu einer größeren Maschine oder zu mehr Hauptspeicher führen würde". Denn schon damals - so Spossili - "waren die Benutzer am Terminal unglücklich über Antwortzeiten von 20 Sekunden; waren die Programmierer frustriert, daß einfache Umwandlungen auf der CIF-Maschine zu gravierenden Einschränkungen führten, und waren die Operatoren grimmig, da sie trotz einer en 370/145 mit 512 K realem Hauptspeicher die anfallende Arbeit nur mit Schwierigkeiten erledigen "konnten".

Geringere CPU-Zeit bei weniger Hauptspeicher

Doch statt des (IBM-) üblichen Weges des Hardware-Aufstockens entschied sich die First Bank zum unüblichen Schritt des Datenbank-Wechsels: Nachdem eine Reihe von marktgängigen Datenbanksystemen sowie TP-Monitore geprüft worden waren, wählten die Bank-Datenbanker das DB-System IDMS von der Cullinane Corporation und den TP-Monitor "Shadow II" von Altergo aus. "Die Entscheidung für diese beiden Produkte fiel hauptsächlich wegen der zu erwartenden wesentlichen Einsparung im Hauptspeicherbereich und bei der CPU-Zeit", begründet EDV-Chef Spossili die Auswahlentscheidung. First Bank's RZ-Leiter Tom Puddicombe notierte darüber hinaus noch weitere "attraktive" Möglichkeiten mit den neuen Systemen: "Die DML-Sprache (Data Manipulation Language) ist der englischen Sprache ähnlich und einfacher als COBOL, die Daten-Definitionen brauchen nur einmal im IDMS-Schema festgelegt zu werden und bedürfen danach keiner weiteren Redefinition im System." Mit dem Data-Directory kann der Datenbank-Administrator Auswertungen zusammenstellen, wie beispielsweise eine Übersicht der Programme mit den benutzten DB-Teilen; als Beiträge zur Datenunabhängigkeit können Daten zu Sätzen hinzugefügt oder Relationen zwischen Sätzen hinzugefügt beziehungsweise geändert werden, ohne daß Anwendungsprogramme angerührt werden müssen. Die Programmierer und Analytiker können im Training-on-the-Job geschult werden, und dabei werden aktuelle Anwendungsprogramme in den Klassenworkshops benutzt, zählt Puddicombe an weiteren Vorteilen auf.

100 Mann/Tage für Programm-Umstellungen

Bei der IDMS-Installation im Februar 1977 wurde innerhalb einer Woche fast das gesamte neue Datenbank-Design erstellt: "UM unseren Anforderungen genau zu entsprechen, wurden IDMS Datenstrukturen mit 17 Satzarten und 12 verschiedenen Relationen gebildet, die sich über zwei Datenbank-,Areas' erstrecken", erinnert sich Systemspezialist Puddicombe. In einem zweiten Umstellungsschritt mußten die 21 Online- und sieben Batch-Programme von IMS auf IDMS/Shadow umgestellt werden. "Mit annähernd 100 Mann/Tagen Aufwand und ohne bemerkenswerte Hersteller-Unterstützung konnte die Umstellung abgeschlossen werden", resümiert Puddicombe auch hier positiv. Nur vier ineffiziente Unterprogramme, die Kundennummern auf Gültigkeit prüf en sollen, mußten völlig neu geschrieben werden. Mit optimierten Assembler-Routinen gelang es, den Hauptspeicherbereich für diese Module von 8 K auf weniger als 2 K zu senken.

Bis zu 50 Prozent mehr Online-Transactions

Nach Abschluß der Umstellung im Juni 1977 registrierte das EDV-Team der First Bank "dramatische" Verbesserungen:

- Die Antworten bei Oneline-Transaktionen kamen sofort, und selbst in Spitzenzeiten waren sie in höchstens drei Sekunden da;

- die DB/DC-Software brauchte nur noch die Hälfte des bisherigen Platten die durchschnittliche Programmgroße sank von 30-40 K bei IMS auf unter 16 K bei IDMS/Shadow, bis zu 50 Prozent mehr Online-Transaktionen und mehr Batch-Programme konnten auf derselben Maschine gefahren werden;

- die Programmierung konnte parallel zum CIF-Online-Lauf ihre Programme testen;

"eineinhalb Mitarbeiter" konnten vom technischen IMS-Support für Anwendungsprogrammierung freigemacht werden.

Und sogar weitere Anwendungen möchte man bei der First Bank nach diesem vielversprechenden Umstellungserfolg als IDMS-Datenbank-Applikationen übernehmen: "Wir arbeiten bereits an der Umstellung des Kreditprogramms und untersuchen zur Zeit die Möglichkeiten, das Online-Kontostands-Updating, die automatischen Kassen sowie die Gültigkeit prüfungen der Point-of-Sale Kreditkarten auch als Datenbank-Anwendungen zu übernehmen", sieht die First Bank-EDV-Führungsmannschaft Spossili/Puddicombe die Zukunft rosarot.