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19.09.1980 - 

Österreichischer Datenschutztag in Graz

Datenbewußtsein der Öffentlichkeit fördern

GRAZ (to) - Der 1. Österreichische Datenschutztag wird im Grazer Kongreßzentrum vom 24. bis 26. September abgehalten. Er soll in Zukunft im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstaltet werden und in erster Linie Interessierten Fachleuten der verschiedensten Wissensgebiete dazu dienen, sich in Workshops und Podiumsdiskussionen mit Aspekten des Datenschutzes und dessen Wirkung auf die Privatsphäre des einzelnen auseinanderzusetzen.

Insgesamt werden über 100 zum Teil prominente Teilnehmer und Referenten aus Politik, Wirtschaft, Informatik der Rechts- und Sozialwissenschaft in Graz erwartet. Darunter befinden sich zum Beispiel Wiens Vize-Bürgermeister Dr. Erhard Busek, die Abgeordneten aus dem Nationalrat, Dr. Ernst Eugen Veselsky, Dr. Heribert Steinbauer, Dr. Jörg Haider, der Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Dipl.-Kfm. Dr. Franz Burkert, der Wiener Volksanwalt Dr. Robert Weiß sowie mehrere Universitätsprofessoren aus Graz und Wien.

Vorgesehen ist unter anderem eine große Bürgerversammlung zu Beginn der Veranstaltung, während derer einige namhafte Referenten sich direkt an die Bevölkerung wenden werden.

Ziele der Tagung sind:

- Die Entwicklung eines individuellen und kollektiven Datenbewußtseins;

- die Ausarbeitung von Verbesserungsvorschlägen zum Datenschutzgesetz sowie

- den Anstoß zu einer Aufklärung der breiten Öffentlichkeit über ihre Rechte und Pflichten in bezug auf die Abgabe und Weitergabe persönlicher Daten.

Der Veranstalter dieses Datenschutztages ist die Gesellschaft für Datenschutz und Schutz der Privatsphäre (GDP), ein gemeinnütziger Verein, der im Juli 1979 in Wien gegründet worden ist. Er erhält sich derzeit noch hauptsächlich aus Spenden seiner Mitglieder. Es ist auch nicht geplant, sich von außen finanzieren zu lassen, um die eigene wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit nicht zu beeinträchtigen. Es wird aber daran gedacht, Sponsoren für einzelne Aktionen zu finden oder dafür zu sorgen, daß sich spezielle Veranstaltungen selbst tragen - wie zum Beispiel der diesjährige Datenschutztag.

Nach einer Selbstdarstellung besteht die GDP intern aus einer Gruppe engagierter Befürworter und Experten auf den Gebieten des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre. Diese Gruppe umfaßt nach Angaben von Dr. Kurt Bednar, Gründungsmitglied und Mitautor des Datenschutzhandbuches, derzeit zirka 20 Personen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, durch Veröffentlichungen, Seminare, Workshops und Symposien ein möglichst breites Publikum zum Mitdenken, zur Mitarbeit in Sachen Datenschutz aufzufordern beziehungsweise zu ermutigen.

Nach Meinung der Gesellschaft sollte die Beschäftigung mit diesem Thema nicht nur einer Elite von Fachleuten überlassen bleiben. Vielmehr sollte sich jeder Bürger darüber im klaren sein, daß es hier um seine persönlichen Rechte geht. Dadurch soll ein "natürliches Gegengewicht zu den Forderungen der öffentlichen Hand" gebildet werden, die nach Ansicht der GDP im aktuellen Datenschutzgesetzt zu stark unterstützt werden.

Informationen: Dr. Kurt Bednar, Anton-Baumgartner-Straße 44, A8/076, 1232 Wien, Tel. 02 22/67 83 62.