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13.05.1977

Datenerfassung mit Kleincomputern

Dipl.-Kfm. Helmut Weber, Projektleiter am Betriebswirtschaftlichen Institut für Organisation und Automation an der Universität zu Köln (BIFOA)

Seitdem die Datenerfassung in zeitlicher und kostenmäßiger Hinsicht mehr und mehr zum Engpaß der Datenverarbeitung geworden ist, zeigen sieh Tendenzen, das in Kleincomputern vorhandene logische und arithmetische Potential für die Datenerfassung nutzbar zu machen. Dabei bieten sich Möglichkeiten zur Beschleunigung des Datenerfassungsprozesses und zur Erhöhung der Erfassungssicherheit in zweierlei Hinsicht an: Einmal kann der Erfassungsweg verkürzt werden, indem einzelne oder alle Subphasen der Datenerfassung (Entstehung, Fixierung, Aufbereitung, Konversion Eingabe) integriert werden zum anderen kann das "Niveau" der Datenerfassung durch programmgesteuerte, automatische Datenprüfungen erhöht werden.

Kleincomputer in ihrer Funktion als "intelligente" Erfassungssysteme werden beiden Richtungen gerecht. Bezüglich der organisatorischen Integration des Erfassungssystems kann dabei zwischen anwendungsorientierten und sachmittelorientieren Konzepten unterschieden werden.

Auf den Benutzer bezogen, sind beim gegenwärtigen Stand der Technik die tastaturorientierte und datenträgerinduzierte Datenerfassung von besonderer Bedeutung, wobei zwei grundsätzliche Sachmittelkonstellationen zur Anwendung gelangen.

Das Kennzeichen der tastaturorientierten Systeme besteht darin, daß die Datenerfassung über Tastaturen erfolgt. Nach der Eingabe werden die rechnerischen und logischen Fähigkeiten der Kleincomputer wirksam. Im wesentlichen beinhalten diese Systeme eine Erhöhung des "Niveaus" der Datenerfassung, wenn eine Reihe von Prüf-, Kontroll-, Eingabesteuerungs-, Übertragungssteuerungs-, d. h. letztlich Verarbeitungsfunktionen übernommen werden. Diese Systeme sind also weniger auf eine Integration der Phasen des Erfassungsprozesses zur Beschleunigung des Ablaufs als vielmehr auf eine qualitative Anhebung des Inputs der nachgelagerten Verarbeitungsprozesse ausgerichtet. Bei den tastaturorientierten Systemen zeigt sich aufgrund der hohen internen Geschwindigkeiten der Rechner die Tastatur als Engpaß. Dieser Tatsache wird in zunehmendem Maße mit dem Einsatz von datenträgerinduzierten Systemen bei automatisierter Erfassung und Eingabe begegnet.

Bei diesen Systemen werden die zu erfassenden Daten bereits vor dem Erfassungsfall maschinell lesbar, z. B. ( durch loch-, magneto-, strich- oder schriftcodierte Datenträger (z. B. Etiketten), dargestellt.

Durch entsprechende Einrichtungen, wie Lesevorrichtungen, z. B. elektronische Lichtstifte, wird die Datenerfassung unter Umgehung der Tastaturen durch integrierte Eingabe ermöglicht.

Im Rahmen der anvendungsbezogenen Konzepte haben weiterhin Systeme prozeßiduzierter Datenerfassung (Betriebsdatenerfassung) weite Verbreitung gefunden. Bei diesen Systemen werden im wesentlichen Mengen-, Zeit-, Funktions- und Status- informationen am Entstehungsort und im Entstehungszeitpunkt erfaßt und eingegeben. Dabei läßt die Art der Erfassungsgeräte bereits erkennen, daß es sich bei den Daten im wesenthlichen und Analogverte (Druck, Temperatur, Gewicht, Geschwindigkeit) handelt, die - sollen sie digital verarbeitet werden - mit Hilfe eines Analog/Digital-Wandlers entsprechend umgesetzt werden müssen. Im Hinblick auf die kommerzielle Datenerfassung und -verarbeitung erlangen solche Systeme wachsende Bedeutung, die die Vorteile prozeßinduzierter Erfassungsverfahren wie

- hohe Erfassungs-/Reaktionsgeschwindigkeit (bedingt durch den hohen Automationsgrad),

- hohe Erfassungssicherheit (bedingt durch die Ausschaltung manueller Eingriffe) mit den Vorteilen benutzer-bezogener Verfahren verbinden.

Kleincomputer gelangen heute grundsätzlich in zwei Sachmittel-orientierten Konzepten in der Datenerfassung zum Einsatz, wobei der Unterschied darin liegt, ob jeder Eingabeplatz mit eigener "Intelligenz" ausgestattet ist (sog. aktive Einzelplatzsysteme) oder ob mehrere Eingabeplätze an eine "intelligente" Einheit angeschlossen sind (sog. Datenammelsysteme). Der Aufbau von Datensammelsystemen besteht im Prinzip aus mehreren Erfassungsplätzen, einer zentralen Steuereinheit sowie einer oder mehreren Platten-/Bandstationen. Dabei können beliebige Gruppen von Eingabeplätzen (Tastaturen incl. Funktionstasten und Display) einer Platten-/Bandstation zugeordnet werden. Darüber hinaus wird ein elektronisch positionierter (Serial-)Drucker zur alphanumerischen Protokollierung der Erfassungsvorgänge sowie zur Ausgabe computergenerierter Daten eingesetzt. Die Plätze können durch Stichder Ringleitungen mit der Zentraleinheit verbunden sein. Unter räumlichen Gesütspunkten ist die zentrale Anordnung der Plätze in einem Raum ebenso wie eine dezentrale Erfassung in den einzelnen Fachabteilungen am Ort der Datenentstehung möglich. Kennzeichnend für die Leistungsfähigkeit dieser Systeme sid Größe und Rechenfähigkeit der Zentraleinheit, Kapazität des Plattenspeichers und des Magnetbandes sowie die Variabilität der durch die Software unterstützten Funktionen.

Zusammenfassend läßt sich festhalten, daß unter allen Schritten vom Datenursprung bis zur Computer-Information die Datenerfassung das Aufkabenfeld mit dem größten Personalaufwand, dem ungünstigsten Leistungsverhältnis und der höchsten Fehleranfälligkeit ist.