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13.11.2006

Datenflut erfordert neue Konzepte

Wolfgang Miedl arbeitet Autor und Berater mit Schwerpunkt IT und Business. Daneben publiziert er auf der Website Sharepoint360.de regelmäßig rund um Microsoft SharePoint, Office und Social Collaboration.
Wettrüsten bei den Speichermedien reicht nicht mehr. Heute ist intelligentes Informations-Management gefragt.
Die bekanntesten und leistungsfähigsten Anbieter sind aus Anwendersicht derzeit IBM, HP, Fujitsu-Siemens, Sun, T-Systems, SBS und Bechtle.
Die bekanntesten und leistungsfähigsten Anbieter sind aus Anwendersicht derzeit IBM, HP, Fujitsu-Siemens, Sun, T-Systems, SBS und Bechtle.

Nach Schätzungen von Fachleuten liegt das jährliche Wachstum von gespeicherten Geschäftsinformationen durchschnittlich bei 40 bis 50 Prozent - angefangen bei Belegen aus ERP-Systemen (Enterprise-Resource-Planning) über Office-Dateien bis hin zu den überquellenden E-Mail-Postfächern.

Hier lesen Sie …

• warum die Datenflut intelligente Speicher- konzepte erfordert;

• was das Information- Lifecycle-Management (ILM) bringt;

• welche Anbieter entsprechende Services betreiben;

• und wie sich der Servicemarkt im Speicherumfeld entwickelt.

ILM in fünf Schritten

Vorbereitung

Speicherkonsolidierung, Network-Storage, Virtualisierung, Storage-Resource-Management (derzeit in jedem zweiten Unternehmen realisiert).

Standardisierung von Storage-Diensten

Datenklassifizierung, Abbildung in Service- Level-Objectives, Tiered Storage, Schaffung von Datendiensten (in zehn Prozent der Firmen realisiert).

ILM-Lösungsbereiche

Abbildung des kompletten Informations-Lebenszyklus für eine konkrete Applikation (in fünf Prozent der Unternehmen realisiert).

Automatisierte ILM-Inseln

Automatisierung mit ILM-Tools (technisch homogene Inseln). Erste Umsetzungen werden für 2007 erwartet.

Enterprise ILM

Rechenzentrums-Automatisierung über einheitliche Schnittstellen; heterogene Umgebungen (noch Zukunftsvision). Quelle: Experton Group

Quellen der Datenflut

Transaktionaler Content

- Gescannte Bilder;

- elektronische Formulare;

- Faxe;

- Workflow/ BPM (Business-Process-Management);

- geschäftliche Akten.

Geschäfts-Content

- Office-Dokumente;

- Web-Inhalte;

- E-Mail und Messaging;

- technische Dokumentationen;

- Verträge.

Marketing-Content

- Produktkataloge;

- Produktfotos;

- Web-Inhalte. Quelle: Forrester

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

582855: ILM-Lösungen von IBM;

582288: ILM-Studie von Experton;

581919: Entwicklung des Speichermarkts.

Hinzu kommen die wachsenden regulatorischen Anforderungen wie Sarbanes-Oxley (SOX) oder die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB), die unter anderem vorschreiben, dass Geschäftsvorfälle lückenlos zu dokumentieren sind.

Vor diesem Hintergrund gewinnt das Thema Information-Lifecycle-Management (ILM) zunehmend an Bedeutung. Dahinter steckt die Idee, Informationen nach ihrem Geschäftswert zu klassifizieren und sie anschließend dem jeweils geeigneten Speichersystem zuzuordnen.

Das Thema treibt Anwenderunternehmen auf breiter Front um, wie die Experton Group in einer Untersuchung herausfand. Demnach befassen sich mit ILM bereits 77 Prozent der befragten Firmen. Vollständige Projekte sind allerdings noch Mangelware: "Jeder vierte Anwender hat ILM bisher punktuell umgesetzt, aber nur bei 3,5 Prozent sind solche Lösungen unternehmensweit im Einsatz", beschreibt Wolfram Funk, Senior Advisor ICT-Service bei der Experton Group, den derzeitigen Stand. Das liege unter anderem daran, dass es ILM nicht von der Stange gebe: "Anwender, die sich ernsthaft mit dem Thema befassen, sollten sich darüber im Klaren sein, dass ILM weder als Produkt zu kaufen noch über ein einmaliges Projekt zu realisieren ist." Vielmehr handle es sich um einen kontinuierlichen Prozess, der in fünf Phasen abläuft (siehe Kasten).

Derzeit gehen viele Anwender das Thema allerdings noch sehr produktorientiert an und vernachlässigen die Prozesse, kritisiert Funk. Er begründet dies unter anderem damit, dass ILM vor allem von den Speicherherstellern vorangetrieben werde.

Viele dieser Hersteller haben sich durch Firmenübernahmen umfassende Kompetenzen in Sachen ILM angeeignet. Auch als Serviceanbieter spielen sie mittlerweile eine wichtige Rolle im Markt: "Die Produkthersteller bauen ihre Serviceangebote im Storage-Bereich kontinuierlich aus und haben dabei gute Chancen, die IT-Dienstleister abzuhängen", beobachtet Funk. Bereits im vergangenen Jahr hätten sie einen wesentlichen Teil des Markts für ILM- und speicherbezogene Dienstleistungen - von der Systemintegration über das Outsourcing bis hin zu Managed Services - abgedeckt.

Hoher Startaufwand schreckt ab

Allerdings stand im Speicherumfeld bislang vor allem der Wiederverkauf von Hard- und Software im Vordergrund. Die IT-Dienstleister versuchen zwar, Kunden für ILM-Ansätze zu gewinnen, die über die reine Implementierung von Storage-Boxen hinausgehen. Wegen des vergleichsweise hohen Initialaufwands sind die meisten Anwender hier jedoch noch zurückhaltend. Erst seit diesem Jahr zeichnet sich ein allmählicher Wandel ab. Vor allem Themen wie Compliance und Langzeitarchivierung sowie flexible Speicherinfrastrukturen sind nach Beobachtungen der Experton Group immer häufiger Auslöser für die Inanspruchnahme von ILM-Diensten. Zu den Kernleistungen zählen dabei die Implementierung und Wartung sowie die Beratung und Workshops rund um die - teilweise Tool-gestützte - Datenklassifizierung.

Besonders viel Dynamik sei künftig bei Storage-on-Demand-Dienstleistungen zu erwarten. Bis vor etwa drei Jahren waren sowohl die Servicemodelle als auch die zugrunde liegenden Techniken noch nicht reif genug. Hinzu kamen die insbesondere unter deutschen Anwendern verbreiteten Vorbehalte gegenüber dem Auslagern von Prozessen und Daten. Im Hinblick auf die Zunahme des selektiven Outtasking und die verschärften gesetzlichen Vorschriften rechnen die Experten aber in den nächsten zwei Jahren im Speicherumfeld mit einer Renaissance dieses Modells.

Speicherdienste nach Bedarf

Im aktuellen Speicher-Service-Ranking der Experton Group stehen On-Demand-Dienste für Storage und ILM bei den Anwenderunternehmen sogar an erster Stelle. Auf Platz zwei liegt die ILM-Strategie- und Prozessberatung, gefolgt von Consulting-Diensten im Bereich Feinkonzeption und der Konsolidierung von Speicherinfrastrukturen. Auch Bekanntheitsgrad und Leistungsfähigkeit der ILM-Dienstleister wurden abgefragt (siehe Grafik).

Dabei gehen die großen Dienstleister das komplexe ILM-Thema mit unterschiedlichen Konzepten an. Der HP-Bereich Network Storage Services etwa stellt sein Angebot als ganzheitliche Lösung dar, die laut Anbieter sowohl die Mitarbeiter als auch die Prozesse und die IT-Infrastruktur berücksichtigt. Das ILM-Portfolio beginnt bei Analyse-Workshops und reicht über Strategieentwicklung und Lösungsdesign bis hin zum Management und Support des Informationslebenszyklus.

Auch Fujitsu-Siemens bietet Infrastruktur- und Storage-Lösungen mit einer tiefgehenden Integration von ILM-Mechanismen in die Systemarchitektur an. So offeriert der Hersteller dynamische Speicherlösungen mit ILM-Funktionen, die es ermöglichen, den Wert der Daten zeitabhängig zu beschreiben und Richtlinien festzulegen, mit denen sich die automatische Datenmigration innerhalb der Speicherhierarchie kontrollieren lässt. IBM hat sein ILM-Dienstleistungsportfolio für die Datenverwaltung ebenfalls erweitert. Neu im Programm sind der "Data Management Service" zur Vereinfachung komplexer Prozesse beim Daten-Management sowie der "Data Warehouse Service" für die Verbesserung bestehender Datensysteme.

Zweistellige Wachstumsraten

Experton-Berater Funk geht davon aus, dass das Geschäft mit Speicherlösungen in Deutschland künftig weiter zunehmen wird. Seinen Berechnungen zufolge entfallen bereits heute acht Prozent der IT-Budgets auf Storage-Ausgaben, das diesjährige Marktvolumen beläuft sich auf 5,3 Milliarden Euro. Bis 2008 sei mit jährlichen Steigerungsraten von elf Prozent zu rechnen. Getrieben werde das Wachstum angesichts der stagnierenden Hardwarepreise nicht nur vom Softwarebereich, sondern vor allem vom Geschäft mit speicherbezogenen Services. (sp)