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08.04.1994

Datenfunk und Corporate Network als Standbeine Bayernwerk-Viag-Gruppe ruestet sich fuers lukrative TK-Geschaeft

BONN (gh) - Grosse TK-Plaene existieren bei der Bayernwerk beziehungsweise Viag AG. Beide Unternehmen, die erst vor kurzem eine Zusammenlegung ihrer Geschaeftsbereiche Energie, Industrie, Handel und Logistik beschlossen haben, sind Konsortialfuehrer des Dplus-Data-Konsortiums, das sich um die zweite bundesweite Datenfunklizenz bewirbt. Zudem liebaeugelt die Konzerngruppe mit einem Einstieg in den Markt fuer Corporate-Network-Dienste.

Bereits zwei Jahre nach Betriebsbeginn will das Dplus-Data- Konsortium - sofern es vom Bundesministerium fuer Post und Telekommunikation Ende Mai den Zuschlag erhaelt - mit seinem Datenfunknetz 60 Prozent der Bevoelkerung versorgen. Die Gruppe konkurriert derzeit allerdings im Lizenzverfahren mit der GfD Gesellschaft fuer Datenfunk mbH, an der unter anderem die Mannesmann AG, RWE AG und die Deutsche Bank AG beteiligt sind. Unmittelbar nach Lizenzerteilung ist, wie Vertreter der Viag- Bayernwerk-Gruppe vor der Presse erlaeuterten, der Beginn des Testlaufes in Muenchen geplant; Anfang 1995 koennte dann der kommerzielle Betrieb in fast allen deutschen Ballungszentren aufgenommen werden.

Bis 1997 sollen nach Angaben der Konsortialpartner rund 140 Millionen Mark in den Ausbau der Netzinfrastruktur investiert werden. Zum Dplus-Data-Konsortium gehoeren neben Bayernwerk AG und Viag AG (zusammen 35 Prozent) die Vereinigten Elektrizitaetswerke Westfalen AG, die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank AG, die Allianz AG Holding, die Isar-Amperwerke AG sowie die IBM Deutschland GmbH. Bayernwerk und Viag haben ihre Datenfunk- und sonstigen TK-Aktivitaeten in der vor kurzem gegruendeten Tochter TB&D Telekommunikation Gesellschaft fuer Betrieb und Dienstleistungen mbH gebuendelt, die auch die Konsortialfuehrung bei Dplusdata uebernommen hat.

Fuer das Dplus-Data-Konsortium ist der Datenfunk nicht nur strategische Plattform zur Erschliessung weiterer TK-Maerkte, sondern ein wachstums- und umsatztraechtiges Geschaeftsfeld. Bis zum Jahr 2000 wird jedenfalls die 200000-Teilnehmer-Marke angepeilt; dies waeren nach Einschaetzung von TB&D-Geschaeftsfuehrerin Mina- Jaqueline Schachter-Radig rund 50 Prozent aller potentiellen Kunden, die derzeit lediglich auf das Modacom-Angebot der Telekom zurueckgreifen koennten. Dabei waere bereits bei einem Umsatz von knapp 100 Millionen Mark "der Break-even erreicht". Zielgruppe sind, wie es in Bonn hiess, neben Grossunternehmen auch Mittelstaendler und Freiberufler.

Darueber hinaus ist man bei der Bayernwerk-Viag-Gruppe auch dabei, die eigenen umfangreichen Sprach- und Datennetze zu integrieren. Dafuer werde man sich, wie Viag-Vorstandsmitglied Rainer Grohe erlaeuterte, demnaechst "um eine Genehmigung fuer den Betrieb eines solchen Corporate Networks bemuehen". Was die Gruppe ab 1998 plant, liess der Viag-Vorstand indes offen: "Der Telekom im Sprachdienst Konkurrenz zu machen, ist ein in der Industrie momentan beliebtes Planspiel - wenngleich noch zu frueh."