Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.12.1976 - 

X. 25.-Schnittstelle - Konsequenzen für den Anwender:

Datenkommunikation wird freizügiger

Anfang Oktober passierte die Paketschnittstelle X. 25 die Vollversammlung des Comité Consultatif International Téléphonique et Télégraphique (CCITT) - eine nach Ansicht von Telekommunikations-Experten ausreichende Festschreibung in bezug auf Datentransport und Vermittlung in öffentlichen Netzen. Denn X. 25 standardisiert eine geräteunabhängige Schnittstelle. Vorteil für den Anwender: Er ist nicht mehr gezwungen, bei der Implementierung von DFV-Anwendungen seine Hardware-Auswahl unter Kompatibilitäts-Gesichtspunkten zu treffen - ein bedeutsamer Schritt in Richtung einer größeren Hersteller-Unabhängigkeit. Zumal die Rechner- und Terminal-Hersteller, wie DFV-Spezialist Heinz Sarbinowski (GMD) in CW-Nr. 46 darlegte (Seite 12: "Paketschnittstelle X. 25 verabschiedet"), an dieser internationalen Empfehlung schwerlich werden vorbeigehen können.

Im folgenden analysierte Sarbinowski, wie sich die heutige Situation im Zusammenhang mit der X. 25-Schnittstelle darstellt.

Eine Reihe von Fernmeldeverwaltungen betreiben, entwickeln oder planen öffentliche Paketvermittlungsnetze auf der Basis von X. 25, so zum Beispiel USA (Telenet), Kanada (Datapac) und Frankreich (Transpac).

Die Deutsche Bundespost hat bereits mehrfach angekündigt, daß sie öffentliche paketvermittelnde Dienste anbieten wird, sobald sich ein Bedarf erkennen läßt. Entsprechend den Ausführungen, die Staatssekretär Elias im Juni dieses Jahres anläßlich der Vorstellung des EDS machte, ist die Deutsche Bundespost zur Vorbereitung eines bundesweiten öffentlichen Paketvermittlungs-Angebotes schon heute bereit, in Pilotprojekten Paketvermittlung im Rahmen regionaler Netze oder in Netzen für bestimmte Anwender zur Verfügung zu stellen.

Eine Reihe von Rechner- und Terminalherstellern planen die X. 25-Schnittstelle für ihre Systeme anzubieten.

Auf seiten der Anwender gibt es schließlich eine Reihe von Verbund-Aktivitäten unter Berücksichtigung von X. 25.

Im Rahmen des EG-Projektes "Euronet", das Teilnehmern in neun EG-Ländern den Zugang zu Fachinformations-Datenbanken ermöglichen soll, haben sich die Fernmeldeverwaltungen im EG-Raum entschlossen, das dafür erforderliche Datennetz auf der Basis der Paketvermittlungstechnik zu errichten und zu betreiben. Auch in diesem Netz, das 1978 in Betrieb gehen soll, wird unter anderem die Schnittstelle X. 25 realisiert.

Parallel dazu hat die EG eine Studie über die Anpassung von Rechnern verschiedener Hersteller an X. 25 in Auftrag gegeben.

Netzpilot "PIX"

Auf Initiative des Bundesministers für Forschung und Technologie ist in der Bundesrepublik für den technisch-wissenschaftlichen Bereich ein Pilotkomplex "PIX" ins Leben gerufen worden. Ziel dieses Vorhabens ist es, in einzelnen Teilprojekten die für den Aufbau von Rechnerverbundnetzen erforderlichen Bausteine in einer gemeinsamen Aktion arbeitsteilig zu entwickeln. Für das Teilprojekt "Transportsystem", für das die Federführung beim FTZ liegt, ist ebenfalls die Schnittstelle X. 25 vorgesehen. Ähnliche Aktivitäten sind auch für andere Bereiche geplant.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß mit der vom CCITT verabschiedeten Schnittstelle X. 25 eine ausreichende Basis für das Transportsystem gegeben ist und somit ein wichtiger Problemkreis beim Aufbau kompatibler Datenfernverarbeitungssysteme weitgehend gelöst ist.

Das Schwergewicht der weiteren Standardisierungs-Bemühungen sollte sich daher auf die Ebenen oberhalb des Transportsystems konzentrieren um die noch existierenden Kompatibilitätsprobleme auf Anwenderebene zu verringern.

*Heinz Sarbinowski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Datenfernverarbeitung der GMD, Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH.