Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.11.1979

Datenkompression beschleunigt Bildübertragung:IBM-Verfahren zur schnelleren Fernkopie

YORKTOWN HEIGHTS (pi) - Wissenschaftler der IBM Research Division haben ein besseres Verfahren für die elektronische Fernübertragung von Textseiten und Bildern entwickelt. Die neue Vorgehensweise beschleunigt nach Angaben der IBM Deutschland GmbH die digitale Übertragung von Daten über Fernsprechleitungen oder Nachrichtensatelliten und somit die Leistung von Faksimile-Geräten (Fernkopierer). Die Methode erlaube die Benutzung einfacherer Hardware und sei dennoch schneller als andere gegenwärtig verfügbare digitale Methoden. Die "Datenkompression" verringert die zur Übertragung der Schwarz-Weiß-lnformation in digitaler Form erforderliche Datenmenge.

Das neue Verfahren der Datenkompression wurde von Dr. Joan L. Mitchell und Dr. Gerald Goertzel vom Thomas J. Watson Research Center, New York, USA, erfunden. International Consultative Committee von Telegraphy and Telephony (CCITr) erwägt es als weltweit geltende Faksimile-Norm, teilt IBM weiter mit.

Die Entwicklung geht heute in die Richtung digitaler Faksimile-Übertragung, mit der Bilder schneller und mit besserer Auflösung übertragen werden können als mit dem Analogverfahren.

Bei der digitalen Übertragung wird das zu übertragende Dokument elektronisch von links nach rechts und von oben nach unten abgetastet. Die Abtasteinrichtung "sieht" das Bild als eine Serie von Zeilen, die aus einzelnen Bildelementen oder "pels" (picture elements) zusammengesetzt sind. Jedes dieser Bildelemente repräsentiert die Aussage "Schwarz" oder "Weiß".

Die Folge der schwarzen und weißen Bildelemente jeder Zeile werden als Binärzeichen gespeichert. Diese "Bits" werden bei der digitalen Faksimile-Übertragung gesendet, wobei eine "1" ein schwarzes und eine "O" ein weißes Bildelement darstellt.

Damit wäre es schon möglich, das Dokument durch eine lange Kette von "1" ein und "O" ein zu übertragen, doch wäre dieser Vorgang sehr zeitaufwendig. Um die zu übertragende Bitmenge zu reduzieren, wurden deshalb besondere Verfahren entwickelt.

Ein solches Verfahren ist die "Lauf-Längen-Codierung". Hier erhält jede nicht unterbrochene Folge (Lauf-Länge) schwarzer oder weißer Bildelemente einen Code, der die Zahl der in dieser Folge enthaltenen Bildelemente angibt. Solche Codes benötigen in der Regel weniger Bits, als die Bildelementzahl der Lauf-Länge beträgt. Eine weitere Verdichtung wird durch kürzere Codes für die häufiger vorkommenden Lauf-Längen erzielt.

Der im Mitchell-Goertzel-Verfahren verwendete Algorithmus umfaßt eine Reihe weiterer Maßnahmen, die eine verbesserte Datenkompression bewirken und den Einsatz einfacher und schneller elektronischer Schaltungen gestattet. Die Basis dafür ist die Anwendung der Vertikalreferenz-Codierung. Dabei wird eine abgetastete Zeile, sofern sie sich nicht oder nur in einem Bildelement von der vorausgegangenen unterscheidet, mit nur einem Symbol dargestellt. Bei größeren Unterschieden wird die Lauf-Länge-Codierung angewandt.

Dr. Mitchells Beobachtung, daß die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens der Lauf-Längen- oder Vertikalreferenz-Codierung im Zusammenhang mit der unmittelbar vorhergehenden Codierung steht, führt zu einer weiteren Verbesserung der Datendichte. Auf eine Lauf-Längen-Codierung folgt mit einiger Wahrscheinlichkeit wieder eine Lauf-Längen-Codierung, auf eine Vertikalreferenz-Codierung eine weitere Vertikalreferenz-Codierung. Diese statistische Erkenntnis gestattet einem nach dem neuen System arbeitenden Faksimile-Gerät die Zuordnung eines kürzeren Codeworts zu dem wahrscheinlicheren Bitmuster und ermöglicht gleichzeitig dem Empfangsgerät, das ankommende Bitmuster eindeutig zu reproduzieren.

Der zweiten Neuerung im Mitchell-Goertzel-Verfahren liegt zugrunde, daß bestimmte Bitmuster sowohl als Vertikalreferenzen als auch als Lauf-Längen codiert werden können.

Diese potentielle Redundanz wird durch das Verfahren erkannt und die Vertikalreferenz, die den kürzeren Code darstellt, angewendet.