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21.04.1978 - 

Mikrocomputer als Kern einer intelligenten Prägestation:

Datenmenge und Eingabezeit um 50 Prozent reduziert

FRANKFURT - Ob als Identitätskarten in Krankenhäusern und Clubs, ob als Typenschilder an Elektromotoren und Kraftfahrzeugen, geprägte Etiketten finden immer mehr Verwendung. Wo früher noch von Hand geprägt wurde, sollen deshalb heute vollautomatische Prägestationen eingesetzt werden.

Die Firma Adressograph-Multigraph - seit über 70 Jahren Spezialist für Adressier- und Prägesysteme - erweiterte deshalb 1977 ihr Produktspektrum um die modernen und kompakten Präger 6500 und 6600. Der Präger 6600 besitzt bereits neben der standardmäßigen Tastatur einen "On-line-Connector", über den auf interne Signale des Prägers zurückgegriffen werden kann. Um aus dem Prägeautomaten 6600 eine intelligente Prägestation zu entwickeln, wurde als Kern ein Compac-Mikrocomputer-System CMS 80 verwendet.

Dieses System CMS 80 übernimmt alle Aufgaben der Datenaufbereitung, der Überwachung und Steuerung des Prägeautomaten. Die zu prägenden Daten können der Prägestation 6600 jetzt in unterschiedlicher Weise zur Verfügung gestellt werden: Offline über Lochkarten, Lochstreifen, Floppy-Disk, Magnetkassette wie auch über Datensichtgerät im Bedienerdialog als auch online von einer übergeordneten EDV-Anlage über eine Zweidrahtverbindung mit den heute üblichen Datenübertragungsprozeduren.

Die Prägestation 6600 prägt im Online-Betrieb bis zu 200 Karten/Stunde. Über Zusatzvorrichtungen werden die Metallschilder und Plastikkarten automatisch zugeführt und eingefärbt. Der Plattenwagen des Prägers funktioniert ausschließlich elektrisch, er wird von zwei Schrittmotoren gesteuert. Alle gewünschten vertikalen und horizontalen Zwischenräume können ohne mechanische Veränderung an der Maschine eingestellt werden.

Der Typenkranz ist mit 64 oder mit 92 Zeichen ausgestattet und kann alle

Standardschriften und Ziffern, arabische, kyrillische und japanische Schriftzeichen, ebenso Computerklarschriftsymbole und numerische Zeichen (OCR, Farrington 7B etc.) prägen.

Software-Verwaltung im Multiprogramming

CMS 80 - konzipiert als kleine Prozeßrechnereinheit - ermöglicht die Datenübernahme von verschiedenen Eingabegeräten und die Realtime-Steuerung des Prägeautomaten. Pro Eingabegerät steht das erforderliche Interface wie auch der spezielle Software-Treiber zur Verfügung. Die Koordination übernimmt das Betriebssystem CMS 80-RTM.

Es verwaltet im Multiprogramming folgende Softwaremodule:

- Ansteuerung des Eingabegerätes und Datenübernahme (bei Displayeingabe mit Bedienerführung)

- Paralleleingabeprogramm, um zum Beispiel zusätzlich einen Gewichtswert einer Waage abzufragen

- Plausibilitätsprüfung und Codewandlung

- Zwischenspeicherung der Daten, um unterschiedliche Geschwindigkeiten zwischen Eingabe und Prägung zu ermöglichen

- Ermittlung der Etiketten-Typennummer und Bereitstellung der entsprechenden Maske bezüglich Etiketten-Aufbau und -Prüfalgorithmus

- Sortieren der Prägedaten in die zugehörigen Datenfelder des Etikettes

- Einbindung fester Datenfelder in den Etikettenaufbau wie z. B. Firmenname, Modellnummer

- Berechnung und Hinzufügen variabler Datenfelder, z.B. fortlaufende Etikettennummer, Datumsangabe

- Unterdrückung von Leerdaten und schnelles Ansteuern des nächsten Datenfeldes (Optimierung der Prägegeschwindigkeit)

- Überwachung der verschiedenen Prägerfunktionen inklusive der Zusatzvorrichtungen

- Datenübergabe an den Präger über eine Parallelschnittstelle

- Systemprogramm zum Starten und Paramentrieren des Systems

- Parallelausgabeprogramme, um zum Beispiel gleichzeitig ein Protokoll . ausdrucken.

Je nach Art der Dateieingabe und der Anzahl der benötigten Softwaremodule beträgt der Speicherumfang des CMS 80 zwischen 6 und 10 K Byte, teilweise RAM- und EPROM-Speicher.

Die Verwendung des Mikrocomputer-Systems CMS 80 ermöglichte die Weiterentwicklung des Prägeautomaten 6600 zu einer universellen und leistungsfähigen Prägestation, wobei für den Benutzer zwei Eigenschaften von besonderem Nutzen sind:

1. Die Prägestation 6600 arbeitet vollautomatisch bei freier Wahl des Eingabemediums. .

2. Unabhängig vom Funktionsablauf des Prägers und ohne Steuerbefehle um Etikettenaufbau müssen lediglich nur die zu prägenden Daten bereitgestellt werden. Die Abspeicherung des Etikettenaufbaues im Mikrocomputer hat zur Folge, daß die stets gleichen Steuerbefehle entfallen und somit bis zu 50 Prozent der Eingabedaten und der Eingabezeiten gespart werden.