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23.04.1976

Datensammelsystem - eine effiziente Alternative, EDV zum Endbenutzer zu bringen

Mit vergleichsweise bescheidenem organisatorischem und finanziellem Einsatz kann durch die intensive Nutzung der Möglichkeiten heutiger Datensammelsysteme (DSS) eine echte Alternative - zumindest ein Kompromiß - zu möglichen Online-Lösungen geschaffen werden. Daß auf diese Weise ein erheblicher Automatisierungs- und Rationalisierungseffekt erzielbar ist, zeigen die vielfältigen Erfahrungen mit einem beispielhaft breiten Spektrum von DSS-Anwendungsbeispielen in der Fried. Krupp GmbH Krupp Atlas-Electronik in Bremen.

In dieser Elektronikfirma mit 1650 Mitarbeitern ist in konsequenter Weiterführung der Rationalisierungsmaßnahmen der letzten Jahre (Einführung von normierter Programmierung, Orgware, Mikroverfilmung, Leasing) seit dem 1. 2. 1975 ein System x1150 der Firma Philips im Einsatz. Daneben besteht ein leistungsfähiges Rechenzentrum.

Neben der zentralen Datenerfassung mit 6 Erfassungsplätzen, die überall dort aufrechterhalten bleibt, wo dezentrale Datenerfassung unpraktikabel und optische Beleglesung zu aufwendig ist, werden die folgenden dezentralen Anwendungsmöglichkeiten, die das DSS bietet, genutzt:

- intelligente Primär-Datenerfassung durch Sachbearbeiter der Fachabteilungen,

- Datenbestandspflege, vorwiegend für

Index-sequentielle Dateien,

- Auskunftsdienste auf der Basis sequentieller sowie insbesondere Indexsequentieller Dateien,

- Datenaufbereitung und Vorverarbeitung (Reformatierung, Sort/Merge, Listenausgaben),

- DFÜ-Anschluß zusätzlicher Datenquellen

(MDT-Rechner).

Mit einem relativ geringen Organisations-, Programmier- und Einführungsaufwand wurden im Verlaufe eines Jahres zahlreiche DSS-Anwendungen für mittlerweile acht dezentral über die Firma verteilte Datenstationen realisiert. Neben vielen nützlichen Randprodukten der dezentralen Datenerfassung, von der Erfassung der Steuerungsprogramme für NC-Maschinen bis zum Aufbau einer Kundenkartei, seien die Hauptanwendungen kurz beleuchtet.

Vertriebsbereich (mit drei unabhängig eingesetzten Datenstationen):

- Marktdatenerfassung (Kunden- und Konkurrenzdaten), mit ständiger Aktualisierung,

- Direkterfassung von Auftragsdaten als Eingabe für die Variantendisposition und für die Generierung von Auftragsstücklisten sowie für die

Auftragseingangs-Statistik,

- Erfassung von Projekt- und Mengengerüstdaten für die Angebotserstellung öffentlicher Aufträge,

Elektronik-Entwicklung:

- direkte Erfassung von Leitungsdaten zur halbautomatischen Leiterplatten-Verdrahtung von elektronischen Geräten.

Technische Bibliothek:

-- direkte Erfassung aller eingehenden Aufsätze, Zeitschriften und Bücher,

Materialwirtschaft:

- dezentrale Erfassung aller ungeplanten Entnahmen auf zwei Datenstationen im Materiallager,

Fertigung:

- Erfassung von Fertigungs-Arbeitsplänen und Eingabe der laufenden Änderungen an den Arbeitsplänen.

- Direkteingabe und Änderung von Mengengerüsten zur Vorkalkulation von Aufträgen für die Fertigungswirtschaft.

Welche Vorteile werden heute in der Nutzung des Datensammelsystem bei Krupp Atlas Elektronik gesehen?

- Vermeidung von Doppelerfassungsarbeit durch die unterschiedlichen Lösungen der dezentralen Primärdatenerfassung.

- Eingabe mit sofortigen umfangreichen Sachbearbeiterprüfungen - daraus resultierend eine Entlastung der Sachbearbeiter bei der späteren Bearbeitung von Fehlerlisten.

- Unterstützt durch die Leistungsfähigkeit und die Zuverlässigkeit von Software und Hardware Vertrauenssteigerung bei den Anwendern in die Möglichkeiten der EDV, Erschließung weiterer Rationalisierungsquellen.

- Erhöhung der Sicherheit in der RZ-Durchführung durch organisatorisch vereinheitlichte Datenübergaben und Datenabstimmungen.

- Effizienzsteigerung in der zentralen Datenerfassung, die zusätzlich durch dezentrale Datenerfassung entlastet wird, dadurch Abbau von Engpässen und Erhöhung der Datendurchlaufgeschwindigkeit im EDV-Bereich.

- Abbau der Personalfluktuation in der Datenerfassung durch erheblich bessere Arbeitsbedingungen.

- Datenzugriffsmöglichkeiten, die durch die Spezialisierung des Datensammelsystems einfacher und zum Teil effizienter realisierbar sind als bei.

Online-Lösungen.

Im Verlaute eines knappen Jahres seit Einführung der ersten dezentralen. DSS-Anwendung ist ein lawinenhafter Anstieg zusätzlicher Anwenderwünsche an das DSS festzustellen. Die momentane Konfiguration der Philips x1150: Hauptspeicher 96 KB, 3 x 2,5 Mio.

Bytes-Plattenkapazität, 9-Spur-Magnetband mit 800 BPI, DFÜ-Zusatzeinrichtung, 14 Erfassungsplätze.

Fazit: Die Möglichkeiten der heutigen Datensammelsysteme scheinen noch unterschätzt zu werden. Sie können sehr vielfältig und wirtschaftlich das Vorfeld der Datenverarbeitung abdecken - oder gar in kleineren Betrieben die gesamte Datenverarbeitung.

Die Entwicklung der Entwicklung der DSS-Hardware und der Software (index-sequentielle Dateien, SortMerge, Cobol-Compiler) sind noch lange nicht abgeschlossen.

Nur vor einem sollte man sich hüten: Alles auf einmal mit diesen Anlagen machen zu wollen.

* Jürgen Kettler ist EDV-Leiter bei der Firma Krupp Atlas-Elektronik, Bremen.