Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Neue Privacy-Richtlinien


22.09.2000 - 

Datenschützer kritisieren Amazon.com

MÜNCHEN (CW) - Amazon.com ist wegen Änderungen seiner Privacy-Politik unter Beschuss geraten. Datenschützer werfen dem Online-Buchhändler vor, sich im Umgang mit Personendaten zu viele Freiheiten zu nehmen.

In den neuen Privacy-Bestimmungen von Amazon.com heißt es unter anderem, es sei nicht auszuschließen, dass einmal erhobene Kundendaten an Dritte verkauft würden. Im Fall, dass die Internet-Company von einem anderen Unternehmen geschluckt werde, gingen die Informationen wie alle anderen Vermögenswerte in dessen Besitz über. Offenbar will sich der verlustgeplagte Online-Händler eine rechtliche Hintertür offenhalten. Mit seinen 23 Millionen registrierten Kunden hält er wertvolle Informationen in Händen, die sich Gewinn bringend vermarkten ließen.

Hinzu kommt, dass sich Amazon.com ab sofort ausdrücklich das Recht vorbehält, Kundendaten mit seinen Online-Partnern auszutauschen. Für Empörung unter Datenschützern sorgt vor allem der Wegfall einer Optout-Möglichkeit. Bisher konnten Kunden über die Option "never@amazon.com" ausschließen, dass Informationen über ihr Kaufverhalten gesammelt werden.

Zwei Kooperationspartner, die Bürgerrechtsorganisation Electronic Privacy Information Center (Epic) und der Filtersoftwareanbieter Junkbusters haben jetzt ihre Konsequenzen gezogen und ihre Geschäftsbeziehungen mit dem Online-Buchhändler aufgekündigt. Beide unterhielten bislang Links auf ihren Homepages, die zu Amazon.com führten. Als Gegenleistung wurden sie am Umsatz aus Verkäufen beteiligt, die auf diese Weise zustande kamen.

Amazon.com verteidigt seine neue Policy-Politik. In den alten Richtlinien habe man die Weitergabe an Dritte zwar ausgeschlossen, sich jedoch gleichzeitig die Möglichkeit offen gehalten, diesen Passus zu ändern. Indem es die Weitergabe nur auf Kooperationspartner beschränke, habe das Unternehmen jetzt sogar weniger Freiheit im Umgang mit den Informationen. Außerdem sei der Verkauf der Daten nicht geplant. Sollte es dennoch dazu kommen, würden die Kunden in jedem Fall darüber informiert und hätten dann auch die Möglichkeit, die Weitergabe ihrer Daten zu verhindern.