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Datenschutzbewußtsein könnte zum Hemmnis werden, aber:


18.01.1980 - 

Datenschutzaufwand kommt DV zugute

MÜNCHEN (CW) - "Das Datenschutzgesetz würde seinen Sinn nicht erfüllen, wenn es die Datenverarbeitung nicht hemmte." Als primäre Aufgabe des vor drei Jahren in Kraft getretenen Gesetzes nannte Hans Gliss, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung, Bonn, die Kontrolle der Folgewirkungen des durch die Datenverarbeitung ermöglichten technischen und wirtschaftlichen Fortschrittes. Das über das BDSG geschaffene Bewußtsein allerdings könnte die Nutzung der EDV einschränken.

Die Datenverarbeitung, so führte Gliss aus, bildet in dem Unternehmen eine Substruktur, deren Auswirkungen nicht mehr deutlich greifbar sind. Durch seine Ordnungsfaktoren wie Dokumentation von Abläufen und Programmen verursache das Datenschutzgesetz zwar ein Mehr an administrativen Aufgaben. Doch sei die Erfüllung dieser Anforderungen auch aus dem Eigeninteresse der Unternehmensleitung dringend erforderlich, da sonst der Überblick über die EDV fehle.

Eine ähnliche Einstellung äußert Günter Reusch, Datenschutzbeauftragter der Deutschen BP, Hamburg. Der Zwang zu mehr Ordnung, der konsequentere Nachweis, den das Gesetz verlangt, verbessert seiner Ansicht nach auch die Beherrschbarkeit des Systems. Bezüglich der neuen Kommunikationstechniken könne der Datenschutz die Einführung verzögern. Die Datensicherung gegen Mißbrauch hätte aber auch hier in jedem Fall geleistet werden müssen.

Für Dr. Nikolaus Garbers, EDV-Leiter bei der Ford-Werke AG, Köln, bringt der erhöhte Aufwand, den das Gesetz erforderlich macht, nur Kosten und Mehrarbeit mit sich. Die verlangten Prüfungen dauerten ihre Zeit. Falls die DV eines Unternehmens nicht völlig in Unordnung sei, bleibe das gesetzliche Mehr an Ordnung reiner Formalismus.

Ein Hemmnis der Datenverarbeitung könnte jedoch aus dem Bewußtsein resultieren, das das Datenschutzgesetz geschaffen hat. Im Unterschied zum französischen Recht regelt das BDSG nach den Ausführungen von Dr. Gerhard Findling, Datenschutzbeauftragter und Leiter der Konzernrevision DV bei der Daimler-Benz AG in Stuttgart, nicht die Nutzung der Daten. Wie sich am Beispiel des geplanten Informationssystems Arbeitseinsatz und Arbeitsplatzplanung (ISA) zeige, werden hier Emotionen geweckt, die Findling zufolge weit über das Datenschutzgesetz hinausgehen. Damit liefen die Interessen des Unternehmens nicht mehr konform mit den Gedanken des Gesetzes. Gewisse Anwendungen könnten zu Diskussionen führen, auf Widerstand stoßen und das Management zum Nachdenken über das Instrumentarium EDV zwingen.