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28.11.1980

Datenträger-Reinigung noch immer nicht ernst genommen: Fehlende Band-Pfege führt zum Crash

MÜNCHEN (CW) - Die Anschaffung eines Datenträger-Pflegesystems wird von den DV-Verantwortlichen meist unter Nennung von "Ersparnisgründen" auf die lange Bank geschoben. Gespart wird, so schimpfen die "Reiniger", hier am falschen Ende. Erst wenn der Computer mit Wiederhol-Läufen oder Job-Abbrüchen rebelliere, falle die Entscheidung für einen permanenten Pflegeprozeß. Ein Spezialisten-Team der Algamatic Maschinen GmbH in Mönchengladbach schildert die Probleme bei der Magnetband-Pflege.

Da das Magnetband noch immer zu den am meisten eingesetzten Datenträgern zählt, wird auch in erster Linie in den Unternehmen über die Pflege von Magnetbändern diskutiert. Daß dieser "Service" unerläßlich ist, wird verständlich, wenn man die Entwicklung der Speichermedien und der Aufzeichnungstechnologie zurückverfolgt: Die Schreibdichten sind inzwischen von 200 bpi über 560 und 1600 bpi bis auf 6250 bpi gesteigert worden und das bedeutet höchste Anforderung an die Qualität des Magnetbandes. Qualität aber bedeutet nicht nur Zustand des Magnetbandes beim Kauf, sondern auch Erhaltung der Qualität nach der Anschaffung, also während der Verarbeitung auf dem Computer. Selbst bei sorgfältigem Handling kann nicht vermieden werden, daß das Magnetband eigenes Material (Oxyd-Abrieb) abgibt. Kleinstpartikel auf dem Magnetband bewirken eine Trennung von Schreib-Lese-Köpfen und Magnetbandoberfläche und verursachen schließlich Datenverlust (Dropouts). Nur sorgfältige und gewissenhafte Reinigung kann hier Abhilfe schaffen. Dies sollte jedoch nur mit speziell für diesen Zweck entwickelten Geräten geschehen. Die Magnetbandreinigung stellt praktisch die erste Stufe in einem Magnetband-Pflegeprogramm und somit eine vorbeugende Wartung dar.

Mit einer Infrarot-Prüfeinrichtung ausgerüstet kann ein Magnetbandreiniger auch grobe, lichtdurchlässige Beschädigungen des Magnetbandes erkennen und Risikobänder mit physischen Beschädigungen aussondern. Leider gibt es auch für Bandversagen andere Ursachen als Schmutz, Abrieb oder lichtdurchlässige Beschädigungen, die weder weggeputzt noch durch die nicht-magnetische Infrarot-Prüfmethode erfaßt werden. Hier benötigt man einen Magnetbandtester der ein kontinuierliches Programm ohne Block-Lücke auf die Magnetoberfläche schreibt, sofort wieder liest und dabei die Stellen entdeckt, die weder beschrieben noch gelesen werden können. Wichtig ist, daß er diese Felder differenziert sieht sowie auch ein optisches und schriftliches Protokoll erstellt. Er muß separat erkennen, welche Felder "harmlos" und ohne Wirtschaftlichkeitsverlust vom Computer überwindbar sind und welche Fehler zum Job-Abbruch führen können.

Da ein Magnetbandtester auch gleichzeitig mit Reinigungsstationen versehen ist, stellt er ein komplettes Magnetband-Wartungssystem dar mit der Möglichkeit, unzuverlässige Magnetbänder vor einer neuen Beschriftung auszusondern. Der DV-Benutzer sollte bedenken: Nicht ein neues Magnetband ist teuer, sondern durch unzuverlässige Bänder verlorene Computerzeit.