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06.12.1985 - 

Hyperchannel-Rechner-Kopplung ersetzt IBM-Kanalverbindung:

Datev realisiert Glasfaserübertragung

NÜRNBERG (CW) - Die Datev eG in Nürnberg, für Ihre innovativen Alleingänge bekannt, hat ihren ausgelagerten Druckbetrieb

über eine schnelle Glasfaserverbindung an ihr Rechenzentrum angebunden.

Nachdem die Expansion des Unternehmens die Auslagerung der Druck- und Versandabteilung in das vom Stammhaus fast fünf Kilometer entfernte Druck-Rechenzentrum "Datev III" erforderlich machte, werden die jetzt noch mit Datenbändern gefütterten 28 Laserdrucker in Kürze wieder online verfügbar sein. Die Verbindung zwischen Datev I und Datev III wird, wie auch die Kopplung der Datev-Mainframes untereinander, über eine "Hyperchannel"- Strecke realisiert.

Datev-Chef Heinz Sebiger bezeichnete die Hyperchannel-Anbindung als Pionierleistung. "Ich kenne weltweit keine Installation, wo eine solche Verbindung über Hyperchannel erfolgreich realisiert wurde." Im Rahmen des neuen Netzwerkes setze die

Datev als erster Anwender in Deutschland zur Überwindung einer räumlich großen Entfernung auf die Glasfasertechnik.

Innerhalb der Datev-Gebäude erfolgt die Verbindung der Rechner über ein Kupfer-Koaxialkabel, das auf kurze Entfernungen Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde zuläßt. Die Akzeptanz der von der Genossenschaft entwickelten Dialog-Anwendungen habe in den letzten Jahren zu erheblichen Steigerungen bei den CPU-Leistungen - derzeit rund 100 Mips - geführt. Die in Datev I installierte IBM 3090/200 werde, so Datev-Chef Sebiger, spätestens im Frühjahr 1986 nicht mehr ausreichen, um den Online-Betrieb aufrecht zu erhalten. Eine Aufteilung auf zwei Rechner werde erforderlich, für die eine sehr schnelle Verbindung zwischen den CPUs benötigt werde.

Weil man aus Backup-Gründen eine Vernetzung aller CPUs für erforderlich gehalten habe, habe man sich zur Kopplung der Mainframes im Rechenzentrum für den Hyperchannel der Network Systems Corp. entschieden. Durch diese Verbindung erhält zudem jeder Rechner Zugang auf die Druckressourcen in Datev III. In Datev I und Datev III wird dabei Koaxialkabel und keines der aufwendigen IBM-Kanalkabel eingesetzt.

Der Hyperchannel ist in der Lage, mehrere gleiche oder verschiedene CPUs und periphere Einheiten lokal oder entfernt miteinander zu verbinden. Die Anschlüsse der Hyperchannel-Adapter erfolgen unmittelbar am Kanal des jeweiligen Systems und

können diesen Kanal (auch entfernt) wieder abbilden. Dies geschieht durch Umsetzung des Kanalprogrammes in ein internes Protokoll und eine Rückkonvertierung an einem beliebigen anderen Ort. Im lokalen Bereich beträgt die Übertragungsleistung 50 MBit/s, über Leitung, Richtfunk oder Satellit können maximal 34 MBit/s erreicht werden.

Die Glasfaserstrecke, über die zur Zeit nur 3274-Steuereinheiten und die rund 150 Terminals versorgt werden, erlaubt Übertragungsraten von 34 Megabit pro Sekunde. Wegen der Orientierung der Postgebühren an der maximal erreichbaren

Übertragungsgeschwindigkeit wird die Strecke derzeit jedoch nur mit 2, bei Anbindung der Drucker dann mit 8 MBit/s gefahren. Bei 8 MBit/s werden die Postgebühren für die Glasfaserstrecke bei monatlich 26 000 Mark liegen.

Diese hohen Geschwindigkeiten sind zur Bewältigung der Datev-spezifischen Anforderungen auch erforderlich. Täglich müssen sechs bis sieben Gigabyte zum Druckzentrum übertragen werden, wobei sich vier bis fünf Gigabyte auf den Zeitraum

zwischen 23.00 und 4.00 Uhr morgens konzentrieren. Die Leitungsgeschwindigkeit müsse deshalb mindestens drei MBit/s betragen, meinte Datev-DV-Chef Stefan von Unges Sternberg.

Positive Erfahrungen mit Hyperchannel und der Glasfaserstrecke liegen schon jetzt vor. Die Terminals in Datev III liefern wieder Antwortzeiten wie im Lokalbetrieb. Die Hyperchannel-Komponenten, die zur Anbindung des Standortes Datev m benötigt

werden, erforderten Investitionen von rund 1,5 Millionen Mark. Für die Anbindung des Burrough-Datennetze war eine weitere Million Mark erforderlich. Insgesamt wird die Datev 1985 rund 59 (38,2) Millionen Mark in Sachanlagen investieren.