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13.07.1984 - 

Im DV-Bereich heißt die Einkaufspolitik Ausgewogenheit:

Datev setzt weiterhin auf Hardware-Mix

NÜRNBERG (ru) - Ihren stetigen Aufwärtstrend konnte die Datenverarbeitungsorganisation des steuerberatenden Berufes, kurz Datev, auch im Geschäftsjahr 1983 fortsetzen. Mit einem Betriebsergebnis von 36,3 Millionen Mark sowie einem Bilanzgewinn von 7,3 Millionen Mark erzielte die Nürnberger Genossenschaft die bisher höchsten erwirtschafteten Überschußbeträge. Von den für das laufende Jahr veranschlagten Investitionen ist unter anderem die Installierung eines zweiten Großrechners IBM 3081 vorgesehen.

Den größten Anteil am Jahresumsatz von 276 Millionen Mark hatten die Anwendungsprogramme zur Finanz- und Lohnbuchführung. Sie sind sämtlich DFÜ-fähig, zumeist auch für den Dialog geeignet. Ein Schub bei diesen Programmen war insbesondere zum jüngsten Jahreswechsel zu verzeichnen. Günstig auf den Umsatz, der um 12,3 Prozent her als im Vorjahr ausfiel, wirkte sich aber auch der starke Zuwachs bei den Dialogprogrammen zur Einkommen-, Lohn-, Körperschafts- und Gewerbesteuer aus. Weiterhin hat sich das Interesse an der Datenbank LEXinform positiv entwickelt. Sie wird derzeit von gut 4000 Dialog Anwendern in Anspruch genommen.

Das im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Betriebsvermögen von 133,7 Millionen Mark ist zu 46,3 Prozent durch das Eigenkapital von 61,9 Millionen Mark finanziert. Die gute Entwicklung des Eigenkapitals führt Datev-Vorstandsvorsitzender Heinz Sebiger nicht zuletzt auf den Mitgliederzuwachs zurück. So stieg die Zahl der Genossenschaftler 1983 um 6,7 Prozent auf 23 068. Nach den Zahlen für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres glaubt die Datev ihr Ziel für 1984 erreichen zu können. Dafür spreche nach den Worten Sebigers der Umsatzzuwachs von 156, 4 Millionen Mark (11, 6 Prozent) im vergangenen Halbjahr. Für die gesamten zwölf Monate ist ein Umsatzziel von 308 Millionen Mark anvisiert.

Durch die Entwicklung im DV-Bereich in den vergangenen Jahren befindet sich die Datev in einer strukturellen Veränderung. Dazu gehört laut ihres Vorstandsvorsitzenden der Trend von der Stapel- zur Dialogverarbeitung. Sebiger: "Wir erleben einen Wandel vom Rechenzentrum zum Rechenverbund. Einher geht diese Entwicklung mit einer zunehmenden Branchenorientierung. "So erweiterte das Nürnberger Zentrum sein traditionelles Angebot durch Entwicklung und Verkauf von spezieller Software, DV-Beratung sowie die Integration von modernen Informations- und Kommunikationssystemen.

Ihren Mitgliedern bietet die Datev seit kurzer Zeit ein Softwarepaket für das Datev-Verbundsystem DVS an. Lauffähig ist es auf Olivetti-Mikros, einer abgewandelten M24-Version, für die in wenigen Monaten auch eine 50-MB-Platte zur Verfügung stehen soll. Zum Ende dieses Jahres, will auch Triumph Adler mit einem Computer aufwarten, in die Spezialsoftware ebenfalls implementiert werden kann. Durch Rechnerverbund besteht Wahlfreiheit zwischen einer eigenständigen Verarbeitung im Verbund oder einer in Nürnberg.

Die Datev hatte im Herbst vergangenen Jahres neben Olivetti und TA auch Gespräche mit IBM über die Lieferung Datev-spezifischer Terminals geführt. Big Blue war nach den Worten des EDV-Chefs der Datev, Stefan von Sternberg primär durch mangelndes Preisentgegenkommen, aus dem Rennen geworfen worden.

Was die Anschaffung von DV-Anlagen anbelange, so von Sternberg, wolle man in Nürnberg eine ausgewogene Politik durchhalten - nicht nur im Mainframe-Bereich. Dies unterstreicht auch der DV-Mix des Rechenzentrums: Der Mikrobereich wird von Olivetti abgedeckt, das Netzwerk stammt von Burroughs und bei den Großrechnern stehen neben einer IBM 3081 zwei Siemens Fujitsu 7.890. Um die Parität zu wahren, oder "weil man sich nicht von einem Hersteller abhängig machen möchte", soll der IBM-Rechner durch einen zweiten ergänzt werden.

Die neue Produktlinie wird nach den Ausführungen Sebigers weiter ausgebaut, ohne eine Einschränkung des Dienstleistungsangebotes. Dabei hofft man von der Weiterentwicklung im Mikro-Bereich zu profitieren. Der Mikro entspreche jetzt auch den hohen Datev-Anforderungen einer professionellen Nutzung. So kann der Steuerberater über das Datennetz auf die Speicher- und Rechnerkapazitäten der Nürnberger Zentrale zugreifen.

Von den für 1984 veranschlagten Zukunftsinvestitionen in Höhe von 39,3 Millionen Mark sind neben dem Kauf eines Großrechners der Ausbau des Datennetzes und die Fortführung des Projektes Datev III vorgesehen.