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21.05.1999 - 

Componentware/Komponentenarchitektur integriert bisherige Anwendung

Datis setzt auf Broker für den Client-Support

Der Mannheimer IT-Dienstleister Datis GmbH wollte seine bestehende Cobol-Anwendung benutzerfreundlicher und modularer machen, ohne die bisherigen Investitionen zu gefährden. Heraus kam laut Ernst Kramm* eine verteilbare, parallellaufende Client-Server-Anwendung mit Thin- und Fat-Client-Komponenten.

Die Erfahrung von Anwendungsbetreuern und Entwicklern spielt in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Das Know-how, besonders bei plattformübergreifenden Systemen, ist das Potential, aus dem sich der Erfolg generieren läßt. Es wäre daher wünschenswert, daß dieses Wissen auch in neue Entwicklungen einfließt, die den geänderten Anwenderwünschen angepaßt werden. Dies reduziert dann nicht nur den Entwicklungs- und Pflegeaufwand solcher Programme, sondern auch den Schulungsbedarf vor allem bei betriebsinternen Entwicklungen beziehungsweise deren Weiterentwicklungen. Daß sich solche Software auch besser extern vermarkten läßt, ist nur die logische Konsequenz.

Die Datis wollte die genannten Punkte verwirklichen und suchte zu diesem Zweck einen Partner, da die eigenen Ressourcen wegen der Jahr-2000-Umstellung und Euro-Einführung weitestgehend ausgeschöpft waren. Da man schon seit Jahren mit der im Frankfurter Raum ansässigen Firma Easirun Europa GmbH zusammenarbeitete, kam es nach ersten Gesprächen zu einer Projektierung. Hierbei flossen die Wünsche der Kunden, darunter eines der größten europäischen Logistikunternehmen, sowie der Resinex GmbH, einem weltweiten Lieferanten für Kunstoffe und chemische Produkte, mit ein, für die die Datis zentral die DV-Dienstleistungen stellt.

Die bestehende Cobol-Anwendung sollte hierbei auf jeden Fall erhalten und weiter verbessert werden. Die bisher zeichenorientiert und mit Terminalemulationen arbeitende Umgebung sollte hingegen einem modernen und den Anwenderwünschen entsprechenden Client-Server-System weichen, das über eine grafische Benutzeroberfläche verfügte. Hierbei waren die Voraussetzungen, wie man sich ein praxisorientiertes Umfeld vorstellt: Das Rechenzentrum selbst ist mit unterschiedlichsten Unix- und NT- Servern bestückt, an denen zu Projektbeginn etwa 400 User arbeiteten. Die Arbeitsplätze der Endanwender sind mit den Betriebssystemen Windows 95, 98 und NT Workstation ausgestattet, und die Netzwerkarchitektur arbeitet auf Basis des TCP/ IP-Protokolls, beinhaltete zuvor aber auch Segmente, bei denen Novell Netware zum Einsatz kam. Die Arbeitsplätze der Anwender sind über das gesamte Bundesgebiet verstreut und kommunizieren mittels ISDN-Leitungen mit der Datis-Zentrale in Mannheim.

Als Architektur, welche es dem Unternehmen ermöglicht, die bestehende Anwendung weiterhin zu nutzen und die benötigten neuen Elemente ohne Änderungen der Kernanwendung einzufügen, entschied man sich bei Datis für den Einsatz der ECRB-Lösung (Easirun Componentware Request Broker). Dies ermöglicht eine verteilte, parallellaufende Anwendung im Client-Server-Umfeld, die mit Thin- und Fat-Client-Komponenten die bestehenden Aufgaben übernimmt.

Die Unix-basierende Legacy-Anwendung wurde nach den Regeln des neuen Umfelds übernommen, ohne daß eine logische Aufteilung der Anwendung nötig wurde. Sie war zwar sehr modu- lar entwickelt worden, aber die Datenbestände mit den Modulen, die den Datenzugriff steuern, sollten auch weiterhin auf dem Unix-Server verbleiben, ebenso wie die Logikteile, die den Kern der bestehenden Anwendung ausmachten.

Auf der Client-Seite sollten die nun grafisch orientierten Dialogmodule zum Einsatz kommen und während einer Sitzung je nach Aufgabenstellung eine Thin- oder Fat-Client-Kommunikation realisieren. Zusätzlich mußte gewährleistet sein, daß auch die Terminalversion, also die zeichenorientierte Lösung, nach wie vor nutzbar bleibt. Dabei ist es egal, wie sich der Dialog dem Anwender präsentiert, zeichenorientiert oder Windows-like, es handelt sich immer um dasselbe Programm, das die Dialogteile parametergesteuert aktiviert.

Die schon in der zeichenorientierten Lösung eingesetzte Flexgen-Deployment-Umgebung wird auch in der grafischen Version eingesetzt. Diese ist eine komponentenbasierende Umgebung, die sich je nach Parameterwahl für Entwickler oder Anwender konfigurieren läßt. Nach den notwendigen Modifikationen der Masken, um diese im Windows-typischen Look and feel erscheinen zu lassen, war nur noch eine einzige Änderung in der Flexgen-Deployment-Umgebung notwendig.

Freie Wahl der Benutzeroberfläche

Nun ist es möglich, je nach Arbeitsplatz zu entscheiden, ob der Anwender im Windows-Umfeld oder aber mit der zeichenorientierten Lösung arbeitet. Sollten bei einem ersten Start der Windows-Oberfläche noch nicht alle Komponenten auf dem jeweiligen Arbeitsplatz verfügbar sein, werden sie automatisch vom Server übertragen. Gerade in einem Umfeld wie dem der Datis-Kunden ist die Notwendigkeit der Versionskontrolle, die sich hieraus ergibt, von entscheidender Bedeutung. Je nach Modul arbeitet der Anwender mit einem Fat- und einem Thin-Client-System. Dies ist notwendig, um spezielle Aufgaben besser verteilen zu können und somit eine optimale Ressourcennutzung zu erreichen.

Ein Beispiel: Ein Anwender des Logistikunternehmens möchte eine Rollkarte erstellen, und zwar an seinem Arbeitsplatz in München. Die Sammelrechnung wird hingegen im zentralen Rechenzentrum in Mannheim zu Papier gebracht. Wichtig ist nun zu wissen, daß alle Kommunikationen transparent ablaufen und somit jederzeit eine Veränderung der Arbeitsweise je nach Aufgabenstellung und Anforderung möglich ist. Zudem läßt sich die Anwendung erweitern, so daß der Einsatz von OLE-Komponenten auch in den bestehenden Cobol-Programmen möglich ist.

Der Kern der ECRB-Lösung, der in diesem Fall auf einer Client-Server Architektur basiert, erlaubt darüber hinaus das Starten von Fremdanwendungen wie zum Beispiel des Office-Pakets und der Übertragung von Daten zwischen den Client- und Server-Plattformen. Nicht zu unterschätzen ist hierbei, daß die nun erstellte Lösung auf den bisherigen Ressourcen aufbaut und diese optimal nutzt; so ließen sich die ISDN-Wählleitungen aufgrund des Einsatzes einer Datenkompressionsoption spürbar entlasten und somit die Kosten senken.

Angeklickt

Der Mannheimer IT-Dienstleister Datis sollte für seine Kunden die bestehende Cobol-Anwendung in ein flexibleres Client-Server-System überführen, ohne die getätigten Investitionen zu gefährden. Dabei sollten die bisher genutzten Terminalemu- lationen durch neue Windows-basierte Clients ersetzt werden. Man entschied sich für die Implementierung einer Komponentenarchitektur, in der ein Broker die Verteilung und Kommunikation zwischen den Clients übernimmt.

*Ernst Kramm ist Leiter der Systementwicklung bei der Datis GmbH.