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24.07.1981 - 

129 Mikroprozessoren konvertieren Baudraten, Codes und Asynchronsynchron-Protokolle:

Datus-Portselektor der dritten Generation

WÜRSELEN (je) - Das Datacommunication- Multiprozessorsystem "Datus 5810" verfügt über eine im Vergleich mit marktüblichen Portselektoren erweiterte Intelligenz, da seinen bis zu 129 Mikroprozessoren für jeden Kanal Datenspeicher zugeordnet wurden und damit auch die Phase des eigentlichen Datentransfers der Systemintelligenz unterliegt. Darauf weist die Datus TCS KG, Würselen, hin. Sie gibt dem von ihr entwickelten Datus 5810 gute Marktchancen.

Nach Darlegung des Anbieters kommt die Intelligenz der bisher geläufigen Portselektoren ausschließlich vor dem Zustandekommen einer Verbindung zum Einsatz. Auf diese Weise seien Warteschlangenorganisation, Servicegruppenbildung, Zugriffskontrolle und ähnliches möglich. Diese Einrichtungen biete auch der Datus 5810, doch seien durch die jedem Kanal zugeordneten Datenspeicher jetzt auch Baudraten- und Codewandlung oder Asynchron/synchron-Protokollkonvertierungen und Telexausgaben durchführbar.

Übersetzungsfähigkeit

Dadurch, so erläutern die Systementwickler, kann beispielsweise ein Benutzer von einem Terminal oder von einer Textstation aus wahlweise mit verschiedenen Minicomputern oder Großcomputern über deren Synchronprotokolle verkehren. Ein Modulanschluß an die Postdienste sei in Vorbereitung. Von einer "Telefonzentrale", mit der man Portselektoren oft vergleiche, könne beim Datus 5810 keine Rede sein, meinen die Würselener: Die Telefonzentrale müßte dann die Fähigkeit der automatischen Sprachübersetzung haben.

Portselektoren sind nach Darstellung von Datus Vermittlungseinrichter für Datenstationen, die ihre Informationen in serieller digitaler Form austauschen und insoweit durchaus mit einer Telefonzentrale vergleichbar: Der Benutzer adressiere einen Teilnehmer und werde verbunden, wenn dieser nicht besetzt sei. Andernfalls erfolge eine entsprechende Meldung.

Mit Verbreitung der Mikroprozessortechnik erhielten die Portselektoren eine gewisse "Intelligenz". Diese "Systeme der zweiten Generation" so Datus - sind in der Lage, beim Verbindungsaufbau einen größeren Service zu bieten, beispielsweise Portgruppen-Bildung, Zugriffsrestriktions-Überwachung Broadcast-Funktion von der Operator Konsole, Protokollierung von Statistik-Informationen.

Datus 5810 dehne die Computerkontrolle nun auch auf die Verbindungsphase aus und sei damit einer "dritten Systemgeneration" zuzurechnen, behaupten die Würselener.

Aufgrund der portorientierten Multiprozessorstruktur und der möglichen Blockung der Daten seien unter anderem folgende Datentransfer-Modifikationen möglich:

Code-Konvertierungen:

Beispielsweise kann ein Gerät, welches den ASCII-Code benutzt, mit einem anderen (EBCD- oder Baudot CCITT2-orientiertenren) kommunizieren

Baudraten-Wandlung:

Es können auch Geräte unterschiedlicher Baudrate und Character-Länge miteinander verbunden werden.

Protokoll-Konvertierung:

Terminals oder Computer unterschiedlichen Leitungsprotokolls werden angepaßt

Asynchron/synchron-Konvertierung

Verbindungen zu Großcomputern und zu Datennetzen der Post sind im zunehmenden Maße im Synchronverfahren realisiert.

Es ist damit möglich, mit einem Asynchronterminal nicht nur Verbindung zu Minicomputern aufzunehmen, sondern beispielsweise Dienste der Post wie X25-Datex-P oder X21-Teletex in Anspruch zu nehmen.

Gleichermaßen sind Koppelungen an Siemens MSV1, IBM 3270 und 2780/3780 sowie AEG/Telefunken CP1 möglich; weitere befinden sich in der Entwicklung.

Kundenspezifische Funktionen:

Hardware und Software des 5810 sind eine Entwicklung von Datus. Sollten die Standardkomponenten dem Anwendungsfall nicht genügen, können Softwareänderungen als Zusatzleistung durchgeführt werden.

Nicht-Standard-Komponenten:

Da es sich beim 5810 um ein busorientiertes, modulares Multiprozessorsystem handelt, ist grundsätzlich auch der Einsatz anderer als der obengenannten Komponenten mit serieller Schnittstelle möglich. So ist beispielsweise der Anschluß eines Plattenlaufwerks als Massendatenspeicher, zu dem alle angeschlossenen Geräte nach einen Zugriffskontrollprinzip Zugang haben, realisierbar.

Seit mehr als zehn Jahren ist Datus auf dem deutschen, holländischen und belgischen Markt als Systemhaus aktiv. Das Unternehmen beschäftigt in Würselen und in Utrecht etwa 30 Mitarbeiter. Es wurde ein Jahresumsatz von knapp fünf Millionen Mark erreicht.

Mit der Einführung der Mikroprozessorchips war Datus nach eigenen Ausführungen 1973 eine der Firmen, die - anfangs mit dem 8008, später mit dem 8080 und Z80 - diese Bauelemente als System Control Units einsetzten. Hauptaugenmerk wurde von diesem Zeitpunkt an auf die Software-Entwicklung gelegt, womit Datus dem Kunden beide "Gewerke" des Computerengineerings bot. Mittlerweile sind mehr als 500 Systeme installiert, berichtet Datus und weiter:

Besonders erfolgreich ist das Offline-Datenkonvertersystem "801 ", dessen Aufgabe es ist Informationen zwischen verschiedenen Datenträgern wie MagTape, Lochkarte, Lochstreifen, MagTape-Kassette, Zeilendrucker oder Floppy-Disk zu übertragen. So würden mit Datus-Systemen täglich rund eine halbe Million Lochkarten gestanzt und ganzflächig beschriftet.

Als weiteren Schwerpunkt der Firmenaktivität nennt Datus-Geschäftsführer Rainer Tränkner Produkte für die Datenkommunikation: Seit über drei Jahren produziere und liefere Datus Terminalprozessoren. Diese ermöglichten den Anschluß von maximal acht beliebigen Geräten mit serieller asynchroner Schnittstelle an eine Synchronleitung zum Großcomputer. Realisierte Leitungsprotokolle seien 3270, 2780 und 3780 (IBM), MSV1 (Siemens) und CP1 (AEG-Telefunken). Ende 1981 werden SNA-fähige SDLC-Protokolle und ein Teletex-Adapter zur Verfügung stehen, prophezeit Tränkner.

Informationen: Datus TCS; Ingenieurgesellschaft für elektronische Informationssysteme, Industriestraße 2,5102 Würselen/Aachen, Telefon: 0 24 05/2 10 32