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07.11.1980 - 

US-Studie weist Sehstörungen bei Bildschirmarbeit nach:

Dauerstreß an Datensichtgeräten vermeiden

Je rascher Bildschirm-Computerterminals und eigenständige Kleincomputer in die Büros vordringen, desto öfter hört man kritische Stimmen, die von stundenlanger Arbeit am flimmernden "Daten-Fernseher" Gesundheitsschäden - nicht allein aufs Auge bezogen - befürchten. Eine amerikanische Studie zeigt nun, daß tatsächlich Skepsis angebracht ist, hört man diesen oder jenen Interessenten Risiken der Bildschirmarbeit allzu glattzüngig bagatellisieren.

Nach einem Bericht der "Deutschen Gesundheits-Korrespondenz", einer Publikation des "Deutschen Grünen Kreuzes", haben amerikanische Dienststellen das Problem der Bildschirmarbeit und ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen bereits seit 1975 untersucht. Heute arbeiten allein in den USA schätzungsweise sieben Millionen Menschen an Bildschirmterminals; das Problem hat also längst eine beachtliche Dimension gewonnen.

Ängstlich und reizbar

Die US-Arbeitsmediziner wählten für ihre Studie 500 Beschäftigte von zwei Zeitungsverlagen und einem Versicherungsunternehmen, die regelmäßig an Bildschirmterminals arbeiten und verglichendabei die gewonnenen Daten mit denen von 500 Vergleichspersonen, die mit herkömmlichen Papier-und-Bleistift-Büroarbeiten beschäftigt waren. Im einzelnen interessierten sie sich für die Strahlenbelastung am Bildschirm, für das allgemeine gesundheitliche Befinden, den "psychologischen Status", die Streßbelastung und die ergonomische Gestaltung des einzelnen Arbeitsplatzes.

Die Auswertung all dieser Informationen scheint auf den ersten Blick diejenigen zu bestätigen, die vom Bildschirm selber keine Gesundheitsrisiken ausgehen sehen - die Datensichtgeräte als solche erwiesen sich tatsächlich nicht als Belastungsfaktor. Auch die Strahlenbelastung lag zumindest deutlich unter den behördlich fixierten Grenzwerten. Anders indes sah es bei den ergonomischen Bedingungen der Arbeit am Videoterminal aus, die vielfach zu wünschen übrig ließen - was prompt entsprechende Folgen zeitigte.

So klagten die Bildschirmarbeiter erheblich häufiger als die Mitglieder der Vergleichsgruppe über Sehstörungen sowie über Beschwerden im Bereich der Skelettmuskulatur - deutliche Zeichen dafür, daß mit den Arbeitsplätzen etwas nicht stimmen kann, intakter Bildschirm hin, intakter Bildschirm her. Zusätzlich mußten die Arbeitsmediziner bei ihren Untersuchungen auch noch konstatieren, daß die Videoterminal-Benutzer allgemein offenbar einer erhöhten psychologischen Belastung ausgesetzt waren, was sich beispielsweise an Einzelbefunden wie etwa merklich größerer Ängstlichkeit oder stark gesteigerter Reizbarkeit klar demonstrieren ließ.

Die Bildschirme bringen aber auch allgemeine Unzulänglichkeiten eines Büro-Arbeitsplatzes stärker zur Auswirkung: Schlechte Möbel und vor allem Stühle (Billigmodelle etc.), starke Leuchtkontraste infolge falscher Raumgestaltung oder unpassende Möbel-Farbtöne sowie Fehler bei der Beleuchtung wirkten sich bei den Bildschirm-Leuten stärker aus als bei den Kontrollpersonen.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Diese Feststellungen nimmt das Deutsche Grüne Kreuz zum Anlaß, dem heutigen Erkenntnisstand entsprechend folgende Voraussetzungen einer nicht belastenden Bildschirmarbeit aufzuzählen:

- Die Bildschirmarbeitsplätze sind als möglichst flexible Einheiten zu konzipieren, die Sitzbedingungen, die Arbeitshöhe, der Fußraum, die Sichtdistanz und die Beleuchtung müssen sich also allen individuellen Bedürfnissen und Umständen anpassen lassen

- Arbeitsgeräte, Möbel sowie die natürlichen und künstlichen Lichtquellen müssen allesamt so harmonieren, daß grelle oder gar blendende Lichteffekte vermieden werden;

- Alle zwei Stunden muß eine Pflichtpause von 15 Minuten eingelegt werden;

- Ehe jemand an den Bildschirm gesetzt wird, ist er vom Augenarzt zu untersuchen und gegebenenfalls mit der entsprechenden Brille auszurüsten. Später müssen in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden.

*Egon Schmidt ist freier Wissenschaftsjournalist in München.