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03.02.1995

David gegen Goliath Ein kleiner Messeveranstalter versucht sich an CeBIT-Konzept

MUENCHEN (CW) - Die nur drei Mann starke Muenchner Firma Weiss Organisation und Beratung (WOB) hat sich einiges vorgenommen. Sie will von der Unzufriedenheit vieler Aussteller und grosser Anwenderunternehmen profitieren, indem sie ihnen die Mitgliedschaft in einer unabhaengigen CeBIT-Interessengemeinschaft schmackhaft macht. Wie die noch zu gruendende Pressure-group die Wuensche ihrer Klientel umsetzt - ob in Gespraechen mit der deutschen Messe AG oder durch alternative Veranstaltungen - ist bislang offen.

Zunaechst will die WOB im Rahmen einer Marktforschungsstudie IT- Verantwortliche aus grossen und mittelstaendischen Unternehmen nach ihren Messegewohnheiten und -erwartungen befragen. "Aufgrund unserer Umfrage koennen wir den Ausstellern erklaeren, was ihre Kunden erwarten, wenn sie zur CeBIT kommen sollen", erklaert WOB- Gruender Armin Weiss. So hofft er, DV-Firmen auch fuer eine finanzielle Beteiligung an der Interessengemeinschaft zu gewinnen.

Nachdenken ueber den Ausstellerbeirat

Wie die Lobby ihre Verbesserungsvorschlaege umsetzt, haengt von den Resultaten der Umfrage ab: "Aber mein Gefuehl sagt mir, dass professionelle Anwender aus verschiedenen Gruenden keine grosse Lust mehr verspueren, zur CeBIT zu gehen." Auch fuer die Aussteller sei es unerquicklich, die "Plastiktuetensammler" abzufertigen. Heute, so rechnet Weiss vor, koste ein qualifizierter Messekontakt rund 1000 Mark. Lege man eine Marge von zehn Prozent zugrunde, muesse jedesmal ein Umsatz von 10000 bis 20000 Mark erzielt werden, damit sich die Sache lohne. "Das schaffen Sie mit dem Home-Anwender nicht, und trotzdem stellt diese Gruppe ein immer groesseres Kontingent der Besucher dar."

Der WOB-Chef spricht aus Erfahrung. Bevor er sich 1993 als Organisations- und Veranstaltungsberater selbstaendig machte, war er sieben Jahre als DV- und Organisations-Manager bei Mercedes- Benz taetig. Dort hat er gute Erfahrungen mit von ihm auf die Beine gestellten Hausmessen gemacht. Die bei solchen Anlaessen immer wieder vorgebrachten Unmutsaeusserungen der Hersteller ueber die CeBIT brachten Weiss dazu, auch ueber den Ausstellerbeirat der Hannoveraner Grossveranstaltung nachzudenken:

"Da scheint irgend etwas nicht zu stimmen. Obwohl es den Beirat gibt, meckern die Firmen ueber die Messe."

Der WOB-Gruender kann sich verschiedene Szenarien vorstellen, um zusammen mit den wichtigen Besuchergruppen ein alternatives, kostenguenstigeres Veranstaltungskonzept zu entwickeln. Als moegliche Partnerin sei die Deutsche Messe AG durchaus vorstellbar: "Vielleicht kann man mit dem Veranstalter beispielsweise eine zeitliche Aufteilung der Messe erreichen, um Profis und Nicht- Profis voneinander zu trennen." Als Alternative schlaegt der Veranstaltungsberater eine andere Struktur der CeBIT vor, die wichtige Firmen im Sektor der professionellen Datenverarbeitung raeumlich ganz klar von Komponentenlieferanten oder Anbietern von Home-Anwendungen trennt. "Die Besucher aus Anwendungsunternehmen kaufen doch Loesungen, weniger Hardware und schon gar keine Komponenten." Weiss haelt einen Bruch mit Hannover ebenfalls fuer denkbar. Die Aussteller muessten sich auch fragen, ob sie eine CeBIT fuer Profis wollen oder vielleicht an einem anderen Standort in Deutschland ihre eigene Messe aufziehen moechten.

Im Vordergrund stehen fuer Weiss niedrigere Fixkosten und eine Steigerung der Informationsqualitaet. Historisch gewachsene Strukturen muessten nicht beibehalten werden, wenn sie nicht mehr dem aktuellen Stand der IT-Branche entspraechen.