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Serie


23.07.1982 - 

DB/DC/DD

In thematisch zusammenhängenden Beiträgen beschäftigt sich Michael Bauer mit Fragen des Ob und Wie einer Datenbank-Implementierung, der Auswahl eines geeigneten TP-Monitors und der Ausbildungserfordernisse je nach Benutzerebene. Außerdem stehen Themen wie Data Dictionary, Dritte Normalform, neue Hochsprachen und Datensicherheit im Mittelpunkt seiner Erörterungen.

*Michael Bauer, Leiter des Bereichs DV-Beratung bei der GES-Gesellschäft für elektronische Systemforschung mbH in Allensbach, ist seit vielen Jahren mit der Anwendungspraxis von Datenbank- und Online-Systemen vertraut, Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge zur DB/DC - Thematik.

Teil 1

Kapitel I:

Muß es denn gleich eine Datenbank sein

Dieser Beitrag setzt sich mit der Frage auseinander, wann der Einsatz eines Datenbanksystems sinnvoll oder gar notwendig wird und wie lange man noch mit konventioneller Datenorganisation auskommen

kann.

Datenbanksysteme gibt es jetzt schon seit mehr als anderthalb Jahrzehnten. Das älteste DBMS - das IDS von Bull-GE - kam bereits 1964 auf den Markt. Seitdem wurde so viel über Möglichkeiten und Vorteile von Datenbanken geschrieben und gesprochen, daß man eigentlich annehmen muß, daß es keinen DV-Anwender mehr gibt, der nicht davon überzeugt wäre und noch ohne DBMS lebt.

Ein Blick auf die Installationszahlen der DBMS belehrt uns aber eines anderen: Datenbanken sind trotz ihrer langen Existenz erst zu einem geringen Grad im Einsatz. Allerdings nimmt ihre Verbreitung laufend zu. Für die kommenden Jahre wird eine zunehmende Steigerung der Installationszahlen erwartet.

Das Diagramm in Abbildung 1 vermittelt einen Eindruck, wie sich der Einsatz von Datenbanken auf Universalrechnern entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird.

Woran liegt eigentlich die bisher so langsame Verbreitung von Datenbanken?

Kommt mit DC auch DB?

Die wesentlichen Gründe für die bisherige Entwicklung sind:

- Die installierte Hardware verfügte nicht über ausreichende Kapazität für ein DBMS.

- Die hohen Implementierungskosten für eine Datenbank waren vielfach nicht zu vertreten.

- Es bestand gar keine Notwendigkeit für eine Datenbankorganisation.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich allerdings einiges geändert. Die erschwingliche Hardware bietet jetzt meist genügend Speicher und Rechenleistung für ein ressourcenverbrauchendes Datenbanksystem. Zugleich griff der Einsatz der Dialogverarbeitung um sich, wobei andere Dateikonzepte als im Batch zum Tragen kommen. So ergänzte sich die für Dialogsystem gebrauchte Abkürzung "DC" sehr leicht um das andere Kürzel DB und das Schlagwort DB/DC, das von den Herstellern werbewirksam verwendet wird, war fertig.

Natürlich unterliegt die Dateiorganisation für eine Dialogverarbeitung anderen Kriterien und Konzepten als für eine sequentiell-orientierte Stapelverarbeitung. Auch deswegen braucht man noch nicht unbedingt eine Datenbank. Viele Anwender und Softwarehäuser haben schon bewiesen, daß man auf Basis konventioneller Dateien recht vernünftige Lösungen realisieren kann.

Wenn Datenbanken wie VSAM-Dateien aussehen...

Andererseits haben viele Datenbank-Anwender auch ihre Erfahrungen gemacht. Sie strukturieren ihre Daten nicht mehr so komplex wie in der anfänglichen DB-Euphorie. So werden zum Beispiel von dem umfangreichen Leistungsangebot des IMS/VS oft nur noch wenige Funktionen genutzt. Flache Datenstrukturen - oft nur "root-only" -, keine logischen Verknüpfungen, aber statt dessen Sekundärindizierung sind das Ergebnis.

Wenn wir in unseren Seminaren mit Teilnehmern über Empfehlungen für optimales DB-Design diskutieren, so wird öfter die Frage gestellt: "Wenn ich dieses und jenes nicht verwenden, anders sein lassen soll - was unterscheidet dann die Datenbank noch nennenswert von einer VSAM-Datei?"

Hinter dieser provokativen Frage leuchtet eine berechtigte Erkenntnis durch: Für viele Aufgaben der Datenorganisation braucht man gar kein DBMS; dafür reicht bereits eine komfortable Zugriffsmethode.

Schließlich haben wir schon seit Jahrzehnten die Daten unserer jeweiligen Unternehmung mit konventionellen Dateien organisieren können. Was sollte sich an unseren Daten geändert haben, daß wir jetzt ein DBMS mit all seinen Strukturierungsfunktionen brauchen?

Wird fortgesetzt