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11.07.1980

DB-Einführung: Hau-Ruck-Methode oder Salami-Taktik?

DV-Leute, die sich für eine Datenbank-Anwendung entschließen, sind meist unschlüssig, ob sie eine Step-by-Step-Lösung einer Gesamtintegration vorziehen sollen. Die "Salami-Taktik" ist nach Ansicht von Wolfgang Becker, DV-Leiter in Münster, nur dann sinnvoll, wenn genügend Manpower vorhanden ist. Sei dies nicht der Fall, könne der Weg zur optimalen Datenbank nur über eine "integrierte DV-Lösung" führen. Heinrich Ratsch, DV-Chef bei der Hamburger Glücksklee GmbH ist völlig anderer Meinung: "Die Gesamtintegration einer Datenbank ist allein aus Kapazitätsgründen nicht möglich, denn kaum ein Unternehmen verfügt heute über das erforderliche Mitarbeiterpotential. "Ratsch empfiehlt, sich erst langsam mit einem kleinen System an die Datenbank-Problematik heranzutasten. Die meisten Fehler würden dadurch entstehen, daß die DV-Leute mit einer Gesamtintegration vom Know-how her überfordert seien. ha

Heinrich Ratsch

DV-Leiter, Glücksklee GmbH, Hamburg IBM 370/138, DOS/VS)

Seit zirka zwei Jahren haben wir das Datenbanksystem "Total" installiert. Gleichzeitig mit der Installation fand die Ausbildung der Programmierer im DB-Bereich statt. Als erstes Anwendungsgebiet wurde ein äußerst komplexes Projekt realisiert, die Verkaufsadministration mit den Stammdateien Artikel, Kunden, Lager und Konditionen. Die Anwendungsentwicklung umfaßte sowohl Batch- als auch CICS- und Online-Programme. Zusätzlich mußte eine Anzahl von Batch-Programmen umgestellt werden.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den neuen Methoden zeigt sich, daß durch die Datenbankfiles wesentliche Erleichterungen im Bereich der Programmierung zu verzeichnen waren.

Eine wesentliche Methode für Verbesserungen in der Programmentwicklung und besonders der Programmpflege, wurde bereits vorher durch die Einführung von Standardprogrammierverfahren erzielt. Hiermit wurde jedoch wesentlich nur die Dateisteuerung und der Programmablauf normiert. Durch das Hilfsmittel Datenbanksoftware findet nun zusätzlich eine Standardisierung der Zugriffsmethoden und Datenelemente statt. Hieraus resultiert die Berechtigung des Einsatzes von Datenbanksoftware nicht nur für komplexe, sondern auch für sehr einfache Sachgebiete.

Neben den notwendigen sequentiellen Worddateien gibt es dann nur noch Datenbankfiles, die allgemeingültig bis ins letzte Detail festgelegt und für alle Programmierer verpflichtend sind. Die Redundanz sowie daraus resultierende Probleme werde nur noch bewußt zugelassen. Wie verflochten die Datenbankdateien sein sollen oder dürfen, hängt von der inneren Organisation des Unternehmens und seinem EDV-Bereich ab. Anzustreben ist auf jeden Fall eine Minimierung von Komplexität, um damit Probleme paralleler Batch- und Online-Verarbeitung, Restart oder Recovery sowie der Datensicherung zu vereinfachen Die Gesamtintegration einer Datenbank ist in der Regel ad hoc aus Kapazitätsgründen nicht möglich, denn kaum ein Unternehmen verfügt über die hierzu erforderliche Manpower. Ein Anwender, der auf eine Datenbank umstellt, sollte sich langsam an die Aufgabenstellung und an die DB-Software herantasten.

Bedenken habe ich bereits bei Übernahme allzu komplexer Systeme auf DB-Software. Obwohl hiermit anfangs die meisten Erfahrungen zu sammeln sind, macht man sämtliche Fehler, die überhaupt zu machen sind. Wesentlich einfacher ist es hingegen, mit einem kleinen System zu beginnen, um sich erst das Gefühl zu verschaffen, wie eine Datenbank überhaupt arbeitet. Die meisten Fehler entstehen dadurch, daß die DV-Leute mit einer Gesamtintegration überfordert sind.

Generell bin ich der Meinung, daß eine Datenbank dem DV-Endbenutzer relativ wenig bringt. Die Datenbank-Software ist zwar ein gutes Hilfsmittel für die EDV, weil sie die Programmierung wesentlich erleichtert. Für den Endbenutzer folgert daraus jedoch nur indirekt, daß seine Datenverarbeitung effizienter wird und er somit in der Lage ist, Projekte schneller zu realisieren.

Wolfgang Becker

EDV-Leiter in Münster, (NCR Century, B1)

Die bisherigen Auswahlkriterien für den Einsatz unserer EDV-Anlage im kommerziellen Bereich haben in der Vergangenheit zu Teillösungen in unserem Hause geführt. Durch die immer größer werdenden Datenmengen sind bei uns eingesetzte Datenverwaltungsmethoden den steigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. Für weitere Aufgabengebiete auch im Hinblick auf Dialoganwendungen wird eine neue EDV-Konzeption erforderlich.

Da in unserem Hause gleichzeitig mehrere Benutzer auf Datenbestände zurückgreifen wollen und eine höhere Aktualität der Daten verlangen, haben wir uns entschlossen, mit dem Einsatz eines neuen EDV-Systems auch ein Datenbankverwaltungssystem einzusetzen. Vorteile sehe ich für unsere Unternehmung bei Einsatz eines Datenbanksystems wie folgt:

þSchnelle Verfügbarkeit der am Fertigwarenlager befindlichen Artikel

þSchnellerer und sinnvoller Einsatz der im Holzbereich lagernden "Rauhware"

þSchnelle Entscheidung bei der Freigabe von Auftragsspezifikation

þMinderung der Kapitalbindung im Lager.

Durch den Einsatz einer Tourenplanung soll die optimale Auslastung unserer LKWs gewährleistet werden. Damit wird eine höhere Aktualität im Finanz- und Rechnungswesen erreicht. Ein weiterer Vorteil liegt in der schnelleren Entscheidungsfindung der Geschäftsleitung.

Um alle diese Punkte realisieren zu können, wird eine umfangreiche Standardsoftware erforderlich sein, die zum Teil speziell an unsere Anforderungen angepaßt werden muß. Ein wichtiger Faktor für den Einsatz von Standardsoftware liegt an der fehlenden Manpower.

Nach den momentanen Erkenntnissen wird eine integrierte EDV-Lösung für unser Haus angestrebt. Meines Erachtens ist eine Step-by-Step-Lösung nur dann sinnvoll, wenn genügend Manpower für die Realisierung vorhanden, ist. Ist das nicht der Fall, so kann der Weg zur optimalen Datenbank nur über eine integrierte EDV-Lösung führen.

Rudolf Krönert

EDV-Leiter, C. Plath, Fabrik, Nautischer Instrumente, (Siemens 7.722, BS1000)

Die Firma C. Plath ist ein Fertigungsbetrieb mittlerer Größe (260 Mitarbeiter), der sich seit über 110 Jahren mit der Herstellung nautischer Instrumente und Schiffssteuerungsanlagen befaßt. Mit über 400 Programmen werden alle Sachbereiche mit DV-Anwendungen bearbeitet.

Bei einem Fertigungsbetrieb beziehen sich alle wesentlichen Informationen zur Planung, Fertigungssteuerung, Kalkulation und Kostenrechnung auf den Artikelstammsatz und den Fertigungsplan inklusive Stückliste. So wurde in unserem Hause schon in den frühen sechziger Jahren mit dem Aufbau einer Artikel-Datenbank begonnen, die vom Rohmaterial bis zu den Endprodukten alle in der Lagerhaltung geführten Teile beinhaltet. Die Größe dieser Datenbank (oder sollte ich Datei sagen) und damit die Vielfalt der gespeicherten Informationen wurde bis vor wenigen Jahren durch die eingesetzte Hardware begrenzt. Durch selbstgeschriebene Software wurde das Informationsbedürfnis der Fachabteilungen abgedeckt.

Nach der Installation einer Siemens-Anlage konnten wir mit der Einführung der ISI-Fertigungssteuerungssoftware und den ersten Online-Anwendungen, besonders durch die Einbeziehung von Lager- und Dispodaten, die Auskunftsbereitschaft für alle Fachbereiche noch wesentlich verbessern.

Der Einsatz von Datenbanksoftware neuerer Entwicklung ist schon bei den Voruntersuchungen auf so viele Probleme wie etwa Kosten für Hardware (Hauptspeichererweiterung, Plattenkapazität), Anpassung der bestehenden Programme (überwiegend RPG 11) sowie Umstellungsaufwand (wesentlicher Kostenfaktor) gestoßen, so daß wir diese Überlegungen bis zur Installation der Nachfolgeanlage und der Einführung eines neuen Betriebsystems (BS2000?) vertagt haben. Dabei werden wir in der verbleibenden Zeit besonders die Entwicklung herstellerunabhängiger DB-Software beobachten und intern die von allen Datenbanken geforderten Anpassungen weiterer Dateien durchführen. Ich meine, die Zeit arbeitet für uns.