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23.12.1994

DB Expo: Anwender suchen Tools Die Herstellerfirmen propagieren Multimedia und Data-Warehouse

MUENCHEN (CW) - Die Hersteller nutzten die New Yorker Datenbankmesse DB Expo, um neue Trends zu propagieren: Data- Warehousing und Multimedia hiessen die Schlagworte. Derweil suchten die Anwender vor allem nach Werkzeugen zur Loesung aktuell anstehender Probleme.

"Wir suchen ein grafisches Entwicklungs-Tool, das sich fuer Macintosh- und Windows-Systeme eignet", erzaehlte Janet Bowen, Systemanalystin beim New Yorker Medical Center, der CW- Schwesterpublikation "Network World". Mit ihrem Anliegen steht sie keineswegs alleine da. Fast alle Befragten gaben an, nach Zusatz- Features fuer ihre Werkzeuge zu fahnden. War es bei Bowen die Mac- Unterstuetzung, so wuenschten andere sich die Moeglichkeit, ohne SQL- Kenntnisse auf relationale Datenbanken zuzugreifen. Wieder andere brauchten ein Tool, das auf schlanke Laptop-Anwendungen optimiert oder objektorientiert ist.

Von derartigen Problemen war auf den Pressekonferenzen der Hersteller jedoch wenig zu hoeren. Sie machten sich fuer lukrativ erscheinende Zukunftstechniken wie das Data-Warehouse stark. So plaedierte Robert Epstein, Executive Vice-President bei Sybase, dafuer, mit Client-Server-Umgebungen mehr zu machen, als nur die taegliche Arbeit zu unterstuetzen.

Gemeint ist damit, dass Anwender, vor allem Topmanager, in die Lage versetzt werden sollen, Ad-hoc-Abfragen auf grosse Informationsmengen zu starten, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stoeren. Moeglich ist das nur, wenn die Unternehmensdaten in einem Data Warehouse vom operationalen Geschaeft abgekoppelt und fuer flexible Anfragen aufbereitet werden.

Unter anderem scheiterte dieser Ansatz immer wieder an mangelnder Rechner- und Datenbankleistung, die man nun durch parallel arbeitende Hard- und Software gesichert zu haben glaubt. So hat die IBM nun unter der Bezeichnung "Powerquery" ein Hard- und Softwarepaket fuer Datenbank-Anwendungen auf Parallelrechnern vorgestellt.

Powerquery besteht aus dem massiv-parallelen SP2-Rechner, der Parallel-Edition des relationalen Datenbanksystems "DB2 AIX", dem fehlertoleranten Massenspeicher "7135 Raidiant" und einem Dienstleistungspaket.

Parallelrechner und DB2 fuer IBMs Data-Warehouse

Fuer Data-Warehousing eignet sich das Paket laut IBM, weil es im Gegensatz zu klassischen Datenbanksystemen weniger auf umfangreiche Transaktionen ausgerichtet wurde als auf komplexe Zugriffe auf grosse Datenmengen. Nach Herstellerangaben ging es vor allem darum, ein System zu schaffen, mit dem sich die Beantwortung von Anfragen, bei denen herkoemmliche relationale Datenbanken Stunden beschaeftigt sind, auf wenige Minuten reduziert. Ausgeliefert wird Powerquery Mitte 1995.

Ausserdem haben die IBM und Sybase die Erweiterung ihrer Datenbankprodukte um objektorientierte Multimedia-Features angekuendigt. Damit folgen die Unternehmen dem Mitbewerber Oracle auf dem Weg zu einem Multimedia-Server, so die erste Reaktion von US-Analysten, an den die Kunden bisher kaum einen Gedanken verschwenden. Konkret will IBM Anfang naechsten Jahres DB2 um einen als "Digital Library" bezeichneten Video-Server erweitern. Damit sollen sich Videosequenzen speichern und abrufen lassen. Weitere Zusaetze fuer Objekt- und Textdaten sollen folgen. Entsprechende Sybase-Module sollen in den kommenden zwoelf bis 18 Monaten fuer die angekuendigte Datenbankversion System 11 hinzu kommen.

Naeher am momentanen Kundeninteresse ist die Sybase-Ankuendigung, dass die mit Powersoft erworbene relationale Datenbank "Watcom" nicht ausgemustert wird. Das Produkt soll nach Auskunft von Bob Epstein, Executive Vice-President von Sybase, Teil einer Strategie werden, Datenbanken vom PC-Arbeitsplatz bis zum unternehmensweit einsetzbaren System anzubieten. In New York wurde bereits eine Watcom-Version praesentiert, die den SQL-Dialekt Transact von Sybase unterstuetzt.

Wie die IBM haengte sich auch der Middleware-Anbieter Information Builders Inc. (IBI) an den Data-Warehouse-Trend an. Das Unternehmen stellte in New York eine Erweiterung der Datenbank- Middleware "EDA/SQL" vor: den "EDA/SQL Copy Manager". Mit dessen Hilfe lassen sich Daten aus operativen Systemen in solche fuer das Data-Warehousing ueberfuehren. Vermarktet wird das Produktbuendel unter der Bezeichnung "EDA/Data Warehouse".

Computer Associates (CA) nutzte die DB-Expo, um der Erleichterung Ausdruck zu geben, dass die mit der ASK/Ingres-Uebernahme verbundenen Wirren ausgestanden seien.

"Wir sind in der einmaligen Situation", freut sich CA-Topmanager Sanjay Kumar, "Tausende von Mainframe-Kunden zu haben, die auf Client-Server-Software warten." Als erstes Ingres-Produkt soll noch in diesem Jahr das Toolset "Openroad" fuer Windows NT und Windows 3.1 freigegeben werden. Die Unix-Versionen sollen Anfang 1995 folgen. Ausserdem hat CA die objektorientierte Xbase- Entwicklungsumgebung "Visual Objects" freigegeben, die urspruenglich von Nantucket unter der Bezeichnung "Clipper" entwickelt wurde.

Neuigkeiten von Informix und Oracle

Zu den weiteren Neuigkeiten in New York zaehlt die Freigabe der Version 7.1 des "Online Dynamic Server" von Informix. Das Produkt laeuft nun auf elf Multiprozessor-Plattformen. Ausserdem hat der Anbieter neue Windows-Tools herausgebracht. "DB/Cockpit" ueberwacht Clients und Systemressourcen, waehrend "Onperf" das Antwortverhalten von Queries auf Multiprozessor-Systemen misst.

Offiziell ist seit der DB-Expo, dass Oracle nun "Odapter" vermarktet, Hewlett-Packards Schnittstelle zwischen objektorientierten und relationalen Datenbanksystemen. Die Absicht, die Oracle-Datenbank mit Odapter auszustatten, war im Sommer auf der

"Object World" in San Franzisko bekanntgeworden.

Fuendig wurden die Anwender auf der Suche nach Tools beim kanadischen Client-Server-Anbieter Cognos sowie bei der Logic Works Inc. Cognos hat in New York die Version 3.0 des unter Windows laufenden Datenbankabfrage- und -Reporting-Tools "Impromptu" vorgestellt. Bei "Erwin/ERX" von Logic Works handelt es sich um ein Datenbank-Modellierungswerkzeug, mit dem sich laut Hersteller Altsysteme auf den Stand der Technik bringen lassen. Moeglich werde das durch die Eigenschaft von Erwin/ERX, bestehende Datenbankschemata zu importieren, um sie dann fuer SQL-Systeme aufzubereiten.