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21.05.1982 - 

IDM von Britton-LeeGEI handelt mit jedem Hostrechner an:

DB-Maschine soll Softwarekosten reduzieren

MÜNCHEN - Als erster DB-Back-End-Prozessor kommt die "Intelligente Datenbankmaschine" (IDM) der Aachener GEI Gesellschaft für elektronische Informationsverarbeitung GmbH mit einer speziell für hohen Datendurchsatz konzipierten Software auf den Markt. Hostrechner können, laut GEI, Computer der "verschiedensten Größen und Typen" sein. IDM basiert auf Z8O-Mikroprozessoren von Zilog.

Nicht erst mit Beginn des Vertriebs der neuen

Datenbankmaschine, sondern auch schon in einigen Projekten zuvor ist die GEI im Datenbanksektor aktiv gewesen. Dies unterstrich GEI-Geschäftsführer Lutz Gösser anläßlich der offiziellen Vorstellung der IDM, eines Produkts der amerikanischen Britton Lee Inc. David L. Britton, einer der IDM-Väter, erklärte auf derselben Veranstaltung, IDM werde wieder eine Hardware-/Softwarekostenrelation von 50 zu 50 herstellen, da der Anwender nicht mehr so viele Programmierer benötige.

Im Rückblick, mit dem er die IDM-Deutschlandpremiere einleitete, erinnerte Gösser an die DB-Vergangenheit der GEI. So habe man 1969 bereits eine schleifenfreie Programmiersprache für Endbenutzer entwickelt, später das Problem der Performance in einem Multiprogramming-DB-Environment gelöst, für den Deutschen Wetterdienst eine schnelle und ausfallsichere Datenbank implementiert und dann zwei so Gösser - "dicke Anwendungen" zu bewältigen gehabt: --die Datenbank im Rechenzentrum der Rundfunk-Gebühreneinzugzentrale (vier 3033-Rechner, 100 Plattenlaufwerke, 300 Bildschirme etc.)

-das DIMDI-Retrieval-System auf 7500- und 7700-BS2000-Rechnern.

Gösser: "Das war Entwicklungsarbeit ab ovo und erforderte 40 Mannjahre. Mit IDM hätten wir das um fast die Hälfte reduzieren können."

Neuer DV-Begriff

Der GEI-Chef äußerte die Auffassung, es werde immer dringlicher, dem Begriff "Datenverarbeitung" einen neuen Inhalt zu graben. Zur Datenverarbeitung nämlich gehörten mehr und mehr - und seien die Probleme der Zukunft - die Datenhaltung und die Kommunikation. Gössers Seitenhieb: Während auf dem Sektor Datenhaltung die Zahl der Freiheitsgrade recht groß sei, sei es bei der Kommunikation aufgrund des innovationshemmenden "Mitwirkens" der Bundespost eher umgekehrt.

Sodann stellte David L. Britton, President der Britton-Lee Inc. und einer der geistigen Väter der IDM, "seine" Back-End-Datenbankmaschine vor. Er unterstrich die enorme Performance der IDM ("We timeshare our own environment.") und sagte leicht spöttisch, es sei etwas ganz anderes, die Anzahl der Transaktionen pro Zeiteinheit im IBM-Modus oder etwa im HP/Britton-Lee-Modus zu messen. Britton, der den Markt für dedizierte Datenbankmaschinen für ausreichend groß hält, so daß mehrere Mitbewerber sich auf ihm tummeln können, sieht die IDM den Produkten der Konkurrenz um einiges voraus:

-der IBM/38, wenngleich die Einsatzgebiete beider Maschinen wenig deckungsgleich seien,

der Maschine von Cambex/Software AG, die es seit eineinhalb Jahren gebe, die sich aber trotz ihres Preises von 400 000 Dollar als "not increasing the performance" erwiesen habe,

- schließlich der vor kurzem angekündigten kleinen Intel-Datenbankmaschine auf 8088-Basis, die rund 20 000 Dollar koste und "extremly slow" sei.

Minimal 60 IMS-Leute

Einer der Hauptvorzüge der IDM ist nach Brittons Darstellung, daß sie es erlaubt, die Zahl der eingesetzten Programmierer zu reduzieren und das Kostenverhältnis in einer EDV-Abteilung wieder auf eine Rate von 50 zu 50 für Hardware und Software zu bringen. In einer IMS-Umgebung sei ein derartiger Wert völlig illusorisch. Britton: "Wenn man keine 60 Programmierer hat, sollte man IMS nicht installieren."

Anwendern, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Datenbankmaschine zu erwerben, empfahl Britton eine Systemauswahl anhand folgender Checkliste:

Die GEI bezeichnete die IDM als erste echte Datenbankmaschine für große Datenbanken und hohe Geschwindigkeiten, und zwar wegen der speziell für das Datenmanagement konstruierten Hardware und der für hohe Durchsatzraten konzipierten Software. Eine solche Maschine müsse leistungsfähiger und billiger sein als eine für das Datenbankmanagement herangezogene "Pseudo-Datenbankmaschine" auf der Basis eines Universalrechners oder Minicomputers.

Der IDM-Anwender kann GEI zufolge Plattenlaufwerke sämtlicher Hersteller und unterschiedlicher Kapazitäten nutzen, solange diese über die von CDC geschaffene De-facto-Standardschnittstelle SMD verfügen. Durch die Kopplung der IDM an einen oder mehrere Hostrechner entsteht ein komplettes DV-System. Als Hosts können Computer der verschiedensten Größen und Typen fungieren - bis hinunter zum Mikrocomputer.

Kleine kommen groß heraus

So wird die GEI demnächst einen (IBM-PC-kompatiblen) "Sirius"-Mikro an die IDM anschließen. Auch das Pentagon habe eine IDM zusammen mit Datapoint-Mikrohardware wegen der offenbar sehr guten Datapoint-Netzwerksoftware installiert. Ein Anwender in Houston/Texas schließlich verwalte eine Datenbank mit 15 Millionen Sätzen mittels einer Konfiguration aus einer IDM und mehreren "Alpha-Micro"-Rechnern.

Der Database Processor des Modells IDM 500 hat eine Taktfrequenz von sechs Megahertz, der des Modells 200 vier Megahertz. Ab Oktober wird ein Database Accelerator verfügbar sein (20 000 Mark), der als Zehn-MIPS-Maschine den Systemdurchsatz noch einmal um den Faktor drei bis zehn erhöhen soll.

Berkeley-Software

Im Hauptspeicher benötigt die (permanent residente) IDM-Software rund 400 KB. Der Rest des bis auf sechs MB ausbaubaren Speichers dient als Pufferbereich für Datenblöcke. Die Software der IDM ist nach GEI-Darstellung "eine kompromißlose Implementierung des Relationenmodells" und stammt aus den Softwarelabors der Berkeley-University. Die Benutzersprache IDL ("Intelligent Database Language") verfügt, wie die GEI betont, über High Level Commands, im Gegensatz zu den Befehlen fast aller anderen Datenbanksysteme, die meist auf dem "Hol-einen-Satz-Level" angesiedelt seien.

Großen Wert legten die IDM-Entwickler, wie es heißt, auf eine lückenlose Datensicherung und umsichtige Datenschutzmaßnahmen. Ein sogenanntes Transaktionskonzept sorge dafür, daß die Daten jederzeit logisch konsistent seien, ein Punkt, an dem die meisten Software-Datenbanken versagten. IDM 200 soll komplett 115 000, das größere Modell 190 000 Mark kosten. Kleinere Modelle (IDM 100, IDM 50) sind nach Angaben Brittons in der Planung. In der Planung ist auch noch ein exakt formuliertes IDM-Marketingkonzept auf seiten der GEI. Darüber, meinte Gösser, werde man sich jetzt sehr konkrete Gedanken machen. Der Markterfolg der IDM stehe für die Aachener außer Zweifel, wenn auch im laufenden Jahr keineswegs an einen IDM-Umsatz von beispielsweise fünf Millionen Mark gedacht werde.