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29.10.1982

DB-Zugriffssysteme: Mündige Benutzer nabeln sich ab

Eine Lanze für Zugriffs- und Abfragesprachen brechen diejenigen Datenbankbenutzer, die bereits auf ein System eingespielt sind. Obwohl immer wieder Mängel auftreten, überwiegen die positiven Eindrücke. Hauptvorteil: Der Benutzer wird unabhängiger von der zentralen Programmierung, damit mündiger und der DV gegenüber aufgeschlossener. Außerdem erhält er schneller als früher die gewünschten Lösungen. Nicht sehr glücklich ist Dr. Norbert Miehle darüber, daß es für NPL (Natural Programming Language) die Handbücher nur in englischer Sprache gibt. "Nur" -Endbenutzer verstünden den amerikanischen DV-Slang nicht. ih

Gerhard Fleck Leiter DV, Landesversicherungsanstalt Baden, Karlsruhe

(Siemens 7.541/7.551)

Bei unserer Entscheidung für den Einsatz von Datenbanken hat das Vorhandensein von "IQS" (Interactive Query System) eine entscheidende Rolle gespielt. Die Vorteile, die wir uns von "IQS" versprochen hatten, sind auch tatsächlich eingetreten.

Um hier nur einige zu nennen: Änderungen in der Datenbank sind ohne Anwenderprogramme und ohne Programmierkenntnisse möglich. Dies gilt sowohl während der Testphase bei neuen Datenverarbeitungsanwendungen als auch später bei dem Produktionseinsatz. Des weiteren können Auswertungen aus der Datenbank ohne Programmieraufwand durchgeführt werden. Ferner ist es möglich, Datenbankteile oder die ganze Datenbank, zumindest in der Programmentwicklungsphase, auszudrucken. Die Kontrolle über die Aktualität und über die Konsistenz der Datenbank läßt sich ebenfalls mit "IQS" durchfuhren und schließlich brauchen wir in vielen Dialoganwendungen die Bildschirmmasken nicht überladen. Datenelemente, die sehr selten angesprochen werden, beziehungsweise so gut wie nie geändert werden müssen, können auf den Bildschirmmasken ganz weggelassen und mit Hilfe von "IQS" modifiziert werden. Das sind nur einige der Vorteile, von denen wir profitieren.

Erreicht wurde damit folgendes:

1. Der Benutzer erhält schneller als sonst seine fertigen dialogorientierten Lösungen, sowohl bei der Neuprogrammierung als auch bei Erweiterungen und Änderungen der vorhandenen Systeme. Hier erweist sich "IQS" als wichtiges Tool, als Werkzeug für die schnellere Softwareerstellung.

2. Der Benutzer wird von der Programmierung unabhängiger. "IQS" macht Anwender und Benutzer mündiger und damit auch für die Datenverarbeitung aufgeschlossener.

3. Der Benutzer erhält Aussagen sind Ergebnisse aus der Datenbank, die ohne "IQS" im Verhältnis zum benötigten Programmieraufwand zu teuer

wären.

4. "IQS" erspart Programmieraufwand. Einmalprogramme, sogenannte Wegwerfprogramme werden bei uns so gut wie nicht mehr erstellt.

Beispiele für unsere Anwendungen:

Wir erstellen ohne Anwenderprogramme statistische Auswertungen über die Abwicklung von Heilverfahren. In der Lagerverwaltung und in der Apotheke werden Übersichten ausgedruckt. Unser Bibliotheks- und Aktenverwaltungssystem ist nach Stichworten und anderen Kriterien auswertbar.

Wichtig für uns ist auch, daß die Zugriffsberechtigung beim Einsatz von "IQS" unter Verwendung von Paßworten geprüft wird.

Wir haben die Erfahrung gemacht, daß "IQS" einfach erlernbar ist, weil deutsche Sprachelemente verwendet werden. Für kompliziertere Anwendungen stellt der Programmierer Prozeduren zur Verfügung. Dies ist immer noch wirtschaftlicher, als das Erstellen von Auswertungsprogrammen. Alles in allem sind wir mit dem Einsatz von "IQS" zufrieden. Ohne das Interactive Query System hätten wir das Datenbanksystem UDS nie eingesetzt.

Dr. Norbert Miehle, Bayerisches Landesamt für Statistik und

Datenverarbeitung, Referat für Software, München

Wenn es um die Anwendung von NPL (Natural Programming Language) geht, kann man den Fachbereich in zwei Gruppen unterteilen: Die einen wenden NPL in Originalform an und sind somit als "Experten im Fachbereich" zu bezeichnen. Die anderen arbeiten rein formulargeführt, wobei es gleichgültig ist, ob sie nun einen Datenbestand verwalten, die Datenbank abfragen oder Druckausgaben erstellen. Diese möchte ich als "Endbenutzer" bezeichnen. Die Formularführung muß speziell auf den Aufgabenkreis des Endbenutzers zugeschnitten sein. Dieses "Zuschneiden" bedeutet sehr aufwendige Programmierarbeit, ausgeführt von Experten außerhalb des Fachbereichs. Sie müssen die verwendeten Systeme beherrschen, wie Programmiersprache, Maskengenerator, Editor, Dateiverwaltung, Schnittstellen zu Datenbank und TP-Monitor, Dienstprogramme, Textsystem. Nur mit Hilfe langjähriger Programmiererfahrung und viel Mühe können diese Systeme zu einer arbeitsfähigen Anwendung zusammengeschlossen werden.

Hier bietet NPL als Mehrfunktionssystem für formatierte Daten tatsächlich handfeste Vorteile. Meine Erfahrungen erstrecken sich auf eine Siemensinstallation (7.151). In dieser Anlage läuft NPL ohne Verwendung eines TP-Monitors direkt unter dem Betriebssystem BS2000 und leistet zusammen mit dem im Hintergrund stehenden Datenbanksystem Adabas die Verwaltung großer Datenmengen. Zusätzlich ist derzeit die Programmierung eines komplexen Personalverwaltungssystems zum Gebrauch für Endbenutzer in Arbeit. Die Formularführung von Endbenutzer war über NPL bisher nur für Zwecke der Datenverwaltung möglich. Die neue Version (1.2) gestattet jetzt auch formulargebundene Abfragen und Druckausgaben.

Wegen der Vorteile des NPL werden die Adabas-Datenbanken in unserem Bereich (die drei wichtigsten haben zusammen mehr als 70 Dateien) inzwischen fast ausschließlich über NPL verwaltet und ausgewertet. Die eigentliche Schnittstelle zur Datenbank ist nahezu in Vergessenheit geraten. Selbst die Adabas-Dienstprogramme laufen jetzt abgesichert über NPL, weil Datenbankadministration von unabhängigen Stellen wahrzunehmen ist.

So gesehen hat NPL die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Behinderungen gab es bisher durch die in erster Version zu geringe zugelassene Programmgröße bei komplexen Anwendungen und durch die verspätete Anlieferung neuer Versionen mit für den Anwender wichtigen Funktionen.

Handbücher gibt es bis jetzt nur in englischer Sprache. Je mehr ein Benutzer in Richtung Endbenutzer tendiert, um so unverständlicher ist ihm amerikanischer EDV-Slang.

Positiv ist die interaktive Testmöglichkeit für alle Arten von NPL-Programmen. Lediglich ein Kommando bewirkt (in Version 1.2) das Beenden des NPL-eigenen Full-Screen-Editors und den Ablauf des Programms (zum Beispiel eine Datenbankabfrage). Zukunftssicherheit sehe ich darin, daß NPL und Abadas von vorneherein Siemens-IBM-Kompatibilität bieten.

NPL wurde hauptsächlich aufgrund folgender Gesichtspunkte ausgewählt:

- gut lesbare Sprache, die den bei komplexeren Anwendungen wesentlichen Vorteil struktierter Programmierung bietet.

- Abfragesprache und Reportgenerator sind in einem System integriert

- Änderungen (insbesondere auch Korrekturen) der Datenbank sind zugelassen

- das zugehörige Datenbanksystem ist auf Online-Anwendung zugeschnitten.

Günther Welzel stellvertretender Abteilungsleiter, Org./DV,

Westdeutscher Rundfunk, Köln (Siemens 7.541)

In den Jahren 1977/78 wurde beim WDR eine Musikdatenbank auf der Basis des Datenbankprogramms Sesam aufgebaut. Das Projekt hat den Namen "Resus" (= Redaktions- und Schallarchiv-Unterstützungs-System).

Folgende Ziele sind angestrebt und teilweise bereits verwirklicht:

Vereinfachung und Erleichterung der Arbeit in den betroffenen Abteilungen, besserer und vielfältigerer Einsatz der vorhandenen Musiktonträger (Bänder und Platten) sowie bessere Gestaltung der Musikprogramme.

Für die Mitarbeiter/innen, die ständig mit der Musikdatenbank arbeiten, wurden entsprechend ihren Arbeitsbedürfnissen Unterstützungsprogramme auf der Basis von Sesam zur Verfügung gestellt.

Daneben stellten die Benutzer aber auch Sonderfragen in dem Sinne, daß "die Datenbank doch auch über dies (und jenes) Auskunft geben können müßte". Meist konnten diese Anfragen befriedigt werden. Diese zunächst vereinzelten Sonderfragen kommen nun immer häufiger ("der Appetit kommt mit dem Essen").

Alle Sonderanfragen werden an den Projektleiter geleitet und mit Sesam-F1 bearbeitet (es erfolgt keine gesonderte Anwenderprogrammierung).

Die Mehrzahl der Anfragen läuft auf Ausdrucke mit Sesam-F1-List hinaus, (um einige zu nennen).

- Musiktitel der einzelnen Gattungen "bis fünf Minuten" (als "Füller" für die verschiedenen Programme) - Musiktitel für personengebundene Sondersendungen (Komponisten, Bearbeiter, Textdichter, Interpreten)

- Musiktitel passend (nach Zeit und Inhalt) für bestimmte Standardsendungen

- Auflistung der Eigenproduktionen eines Jahres für bestimmte Musikgattungen, (Operette/Musical)

- Auflistung aller in der Musikdatenbank verwendeten Begriffe für die Sacherschließung der Musiktitel (hierbei wurde in Verbindung mit einem Statistikprogramm eine Verdichtung pro vorkommenden Begriff unter gleichzeitigem Ausweis der Anzahl vorgenommen)

- Auflistung von Löschvorschlagslisten.

Diese Anfragen hätten zum Teil auch mit den Benutzerprogrammen abgefragt werden können, nur wegen der Vielzahl der Antworten war ein Ausdruck notwendig, der dann dem Redakteur als Unterlage für seine Entscheidungen dient.

Daneben wird in verschiedenen Fällen die Direktänderungsmöglichkeit angewendet. In diesen Fällen wird Sesam-F1 von den einzelnen Benutzern direkt eingesetzt. Es handelt sich hierbei beispielsweise um die Pflege von Tabellen in der Datenbank, (Tonträger-Label, Komponisten) um Korrekturen von Eingabefehlern.

Einige Benutzer verwenden (auf der Grundlage der Aspektwertliste) auch die Suchmöglichkeit von Sesam-F1, um zum Beispiel besondere Datenelemente, die bei den Anwenderprogrammen nicht angezeigt werden (weil üblicherweise nicht erwünscht), abzufragen.

Die Anwendungen von Sesam-F1 sind beim WDR noch relativ "jung", die Möglichkeiten werden aber von den Benutzern sehr positiv gewertet. Eine ausgedehntere, flexiblere und benutzerfreundlichere Verwendung versprechen wir uns von der für nächstes Jahr angekündigten neuen Version.

Wir sind bisher bei der Verwendung von Sesam-F1 insbesondere auf folgende Probleme gestoßen:

- der wenig interessierte Benutzer kann kaum zur Verwendung von Sesam-F1 motiviert werden

- insbesondere die List-Funktion müßte flexibler gestaltet werden, zum Beispiel Schreibstellenbeschränkung für die anzudruckenden Aspekte,

flexibler Listenaufbau und anderes.