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20.10.2000 - 

Baan und Peoplesoft kooperieren mit IBM

DB2-Orientierung der ERP-Branche schadet Oracle nur wenig

MÜNCHEN - Beim Marketing kann IBM mit seiner Datenbank DB2 punkten: Praktisch alle großen ERP-Anbieter setzen auf den Server als strategische Plattform - jetzt auch Baan und Peoplesoft. Doch der Verkaufserfolg hält sich bisher in Grenzen.

Geht es nach dem Willen der ERP-Anbieter, dann ist IBMs Infrastruktursoftware im Unix-Umfeld das Werkzeug der Wahl als Basis für die eigenen Produkte. Nach SAP haben nun auch Baan und Peoplesoft die Datenbank DB2 von IBM als bevorzugten Server ausgewählt. Baan wird die Software dazu nutzen, die hauseigenen Tools zu entwickeln und damit die Performance in Zusammenarbeit mit der Datenbank zu verbessern. Peoplesoft setzt darüber hinaus den Web-Applikations-Server "Websphere" und die transaktionsorientierte Middleware "MQ Series" für die Web-Anbindung seiner Customer-Relationship-Management-Software "Peoplesoft CRM" ein. Mit der aktuellen Version der Kundenbeziehungssoftware wird zum ersten Mal auch DB2 for S/390 unterstützt, also Mainframes als Datenbank-Server. Diese Kombination zielt vor allem auf Großkunden mit mehreren hunderttausend Kundenkontakten.

Für IBM sind diese neuen Programme auf ihrem Flaggschiff besonders wichtig, um das stagnierende Großrechnergeschäft wieder in Schwung zu bringen. Hierzu gehören der SAP-Applikations-Server, Lotus Domino und Linux. "Es gibt eine schnell wachsende Zahl von Anwendungen für Linux - von Web-Servern über Mail-Verarbeitung bis hin zu branchenspezifischen Lösungen", schwärmt Richard Lechner, Vice President Enterprise Server E-Business bei IBM.

Solche Lösungen hat auch Wolfgang Müschenborn im Auge, der als Marketing-Manager bei IBM Deutschland für Softwareprodukte rund um Data- und Content-Management zuständig ist. Er betont daher weitere Kooperationen, die Big Blue zum Beispiel mit dem CRM-Spezialisten Siebel, dem Supply-Chain-Management-Anbieter I2 Technologies und dem E-Procurement-Hersteller Ariba geschlossen hat. "Die Kooperationen mit Softwareanbietern sind für uns logisch, da wir selbst keine Anwendungssoftware herstellen und daher nicht in Konkurrenz zum Beispiel zu Peoplesoft oder Siebel stehen - anders als Oracle", erklärt er das verstärkte Engagement.

Kunden lehnen einen Datenbankwechsel abEine für Oracle schmerzliche Zusammenarbeit ist IBM vor kurzem mit dem schwedischen ERP-Anbieter Industrial & Financial Systems (IFS) eingegangen. Dessen "IFS Applications" lief bislang ausschließlich mit Oracle zusammen. Anfang 2001 soll auch DB2 unterstützt werden.

Bisher zeigen die Kooperationen aber kaum Erfolge. "Oracle kann IBMs Aktivitäten gelassen sehen", winkt ERP-Analyst Helmuth Gümbel vom Beratungsunternehmen Strategy Partners ab. Viele Anwender haben häufig schon eine Datenbank im Einsatz und verfügen daher über entsprechendes Know-how. Parallel zur ERP- oder CRM-Software noch eine neue Datenbank einzurichten ist daher vom Kunden nicht gewünscht. Und auch bei der Implementierung wollen sich die Einführungspartner keine zusätzliche Baustelle schaffen.

Wie wenig Einfluss solche strategischen Kooperationen haben, zeigt sich bei der SAP-Kooperation. Seit knapp einem Jahr ist DB2 die bevorzugte Entwicklungsplattform bei SAP. Auf die Verkäufe bei Oracle wirkt sich dies bislang nicht aus, hat Gary Bloom, Executive Vice President bei Oracle, festgestellt: "Unser Datenbank-Marktanteil bei SAP-Anwendungen hat in den letzten zwei bis drei Jahren um nicht mehr als einen Prozentpunkt variiert." Und auch bei Siebel, das vom Einsatz der Oracle-Datenbank abrate, komme Oracle auf einen Marktanteil von über 50 Prozent.

Auf solche Zahlen reagiert Müschenborn gelassen. "Strategische Allianzen wirken sich erfahrungsgemäß nicht von heute auf morgen aus. Erste Erfolge sind jedoch bereits zu verzeichnen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch in der neuesten Dataquest-Studie zum europäischen Datenbankmarkt 1999, wo IBM zwei Prozentpunkte Marktanteil gewinnen konnte", zeigt er sich optimistisch.