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13.05.1983

DBDCDD

In thematisch zusammenhängenden Beiträgen beschäftigt sich Michael Bauer mit Fragen des Ob und Wie einer Datenbank Implementierung, der Auswahl eines geeigneten TP-Monitors und der Ausbildungserfordernisse je nach Benutzerebene. Außerdem stehen Themen wie Data Dictionary, Dritte Normalform, neue Hochsprachen und Datensicherheit im Mittelpunkt seiner Erörterungen.

*Michael Bauer, Leiter des Bereichs DV-Beratung bei der GES-Gesellschaft für elektronische Systemforschung mbH in Allensbach ist seit vielen Jahren mit der Anwendungspraxis von Datenbank- und Online-Systemen vertraut. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge zur DB/DC-Thematik.

Kapitel IX, Teil 5:

Rund ums Data-Dictionary

Das konventionelle Data Dictionary ist ein passives System, das heißt es speichert Informationen nur, wenn sie ihm eingegeben werden, und es liefert Informationen nur, wenn es gezielt gefragt wird. Wird es nicht benutzt, so ist es wertlos.

Ein aktives Data Dictionary dagegen greift zur Kompilierungs- und/oder Laufzeit selbständig ein.

Ein Precompiler holt sich aus dem Data Dictionary die für das Programm benötigten Datendefinitionen, prüft die Benutzerberechtigung, analysiert alle DB-Befehle und aktualisiert mit diesen Informationen automatisch das Data Dictionary. So kann kein Programm am Data Dictionary vorbei entwickelt werden.

Die Möglichkeiten eines aktiven Data Dictionaries, während der Ausführungszeit steuernd einzugreifen, sind noch wirkungsvoller. Dazu könnte gehören:

- Automatisches Durchführen von Formal- und Plausibilitätsprüfungen aufgrund gespeicherter Konsistenzbedingungen und Generierung von Fehlerhinweisen.

- Umwandlung der Daten von externen in interne Formate (und umgekehrt) anhand gespeicherter Editiermasken. Für Datenbanksprachen können zudem noch fertige Überschriften bereitgestellt werden.

- Durchführung einer feld- oder sogar inhaltsbezogenen Berechtigungsprüfung für jeden Terminalbenutzer.

Allerdings - aktive Data Dictionaries sind rar. Auch decken sie noch nicht das gesamte oben beschriebene Leistungsspektrum ab. Der bekannteste Vertreter dieser Gattung ist sicherlich das IDD von IDMS. Doch auch Datenverzeichnisse, die im Zusammenhang mit Anwendungsgeneratoren notwendig sind (vergleiche dazu Kapitel VIII dieser Serie), entwickeln sich in Richtung aktiver Data Dictionaries.

Die meisten Data Dictionaries benötigen ein bestimmtes DBMS als Basis. Daneben existieren aber auch Produkte die unabhängig vom Vorhandensein einer Datenbank eingesetzt werden können. Dazu gehört der bekannte Data Manager, aber auch Produkte wie The Data Catalogue II, Byblos oder Rochade.

Die Vorteile eines DBMS-unabhängigen Data Dictionary liegen auf der Hand:

- Man kann eine koordinierte Datenverwaltung auch ohne Einsatz eines DBMS aufbauen.

- Man kann seine DBMS-Entscheidung revidieren, ohne daß dadurch auch die Investitionen in das Data Dictionary verloren sind.

- Man kann die Datenanalyse unterstützen, auf deren Basis überhaupt erst die Entscheidung für ein DBMS fallen kann.

- Man kann mehrere Datenbanksysteme gleichzeitig verwalten; zum Beispiel eins für verarbeitungsorientierte und eins für informationsorientierte Anwendungen.

Andererseits aber ist eine stärkere Integration des Data Dictionary mit dem DBMS, mit DB-Sprachen und auch mit dem TP-Monitor erforderlich, wenn es auch zur Ausführungszeit aktiv werden soll.