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20.05.1983

DBDCDD

In thematisch zusammenhängenden Beiträgen beschäftigt sich Michael Bauer mit Fragen das Ob und Wie einer Datenbank-Implementierung, der Auswahl eines geeigneten TP-Monitors und der Ausbildungserfordernisse nach Benutzerebene. Außerdem stehe Themen wie Data Dictionary, Dritte Normalform, neue Hochsprachen und Datensicherheit im Mittelpunkt seiner Erörterungen.

*Michael Bauer, Leiter des Bereichs DV-Beratung bei der GES- Gesellschaft für elektronische Systemforschung mbH in Allensbach, ist seit vielen Jahren mit der Anwendungspraxis von Datenbank- und Online-Systemen vertraut. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge zur DB/DG-Thematik.

Kapitel IX, Teil 6: Rund ums Data-Dictionary

Des weiteren benötigen DB-Sprachen und Anwendungsgeneratoren Datenverzeichnisse als Directory. Aufgrund der dort gespeicherten Beschreibungen ist es leicht möglich, ein solches Verzeichnis zu einem vollständigen Data Dictionary zu erweitern. Diese Entwicklung läßt sich bei einigen Produkten wie zum Beispiel bei NATURAL beobachten.

Ein Data Dictionary kann also mehr als ein zentrales, aber isoliertes Datenverzeichnis sein. Es kann zentrale Informationsquelle und Steuerungsinstrument für viele Komponenten sein (siehe Abbildung 2).

- Für den DBA ein Werkzeug zum Datei- beziehungsweise Datenbank-Design.

- Für Systemanalytiker und Programmierer zur Information.

- Für das DBMS als Verzeichnis der DB-Definition.

- Für Programme als Quelle von Definitionen.

- Für DB-Sprachen als Directory.

- Für Benutzer von DB-Sprachen als Auskunftssystem.

- Für Anwendungsgeneratoren als treibendes Verzeichnis ("directory driven").

- Für den TP-Monitor als Quelle von Masken und Definitionen.

- Möglicherweise für Die Systemprogrammierung zur Verwaltung von Generierungsparametern.

So kann ein Data Dictionary eine zentrale Rolle zur Integration der verschiedenen Systeme spielen. Vorausgesetzt, die Schnittstellen zu allen Systemkomponenten sind vorhanden - und das ist leider meist noch das Problem.

Wir haben gesehen, daß ein Data Dictionary eine zentrale Funktion für die Systementwicklung sowie für verschiedene Softwareprodukte darstellen kann - falls es umfassend und aktuell gefüllt ist. Doch gerade hierin liegt die Crux. Das Zusammenstellen, Bereinigen und Erfassen der notwendigen Informationen ist ein aufwendiger Prozeß.

Data Dictionary als Entwurfstool

Da eine Aufarbeitung des bestehenden Datenpotentials - also eine "Rückwärtsdokumentation" - häufig zu aufwendig ist, sollte man das Datenverzeichnis im Rahmen der neuen Projekte systematisch aufbauen. So entsteht, wenn auch erst in Jahren, langsam ein aktuelles Verzeichnis.

Der bisherige "normale" Weg war, daß man zuerst die Datenorganisation fertigstellte und dann das Ergebnis im Data Dictionary ablegte.

Dabei kann ein Data Dictionary schon im Frühstadium der Entwicklung wertvolle Hilfestellung leisten, wenn man bereits die Ergebnisse der Datenanalyse mit Hilfe einer solchen Software verwaltet.

Der Prozeß der Datenanalyse und die konzeptionelle Datenmodellbildung wurden bereits in dieser Serie (siehe Kapitel VII) erläutert. Die dabei anfallende Dokumentation-Datenkatalog je View, Datenverwendungsnachweis, konsolidierter Datenkatalog - kann bereits in einem Data Dictionary gespeichert werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang dies Zusammenwirken von Des(...) Tools (zum Beispiel Design-Manager) mit einem Data Dictionary.

Durch Ergänzung speicherungsspezifischer Informationen kann dann die notwendige Basis geschaffen werden, um die Generierungsfunktionen eines Data Dictionary zu nutzen: Gesamtdefinition (Schema, DBD oder ähnliche)

programmspezifischer Definitionen (Subschema, PCB oder ähnliche) und Datendefinitionen für Programme.

Data Dictionary auch für konventionelle Dateien

Ich hatte bereits bei der Diskussion der Methodik des Datenbank-Designs (siehe Kapitel VII) darauf hingewiesen, daß diese Vorgehensweise nicht nur bei Datenbanksystemen, sondern grundsätzlich sinnvoll ist. Wer ein Online-System auf Basis konventioneller Dateien aufbauen will - und dafür gibt es gute Gründe!-, muß ebenfalls ein ganzheitliches Design seiner Datenbasis durchführen.

Die Einführung eines Data Dictionary ist also nicht nur bei Datenbanken, sondern auch bei konventioneller Dateiorganisation sinnvoll.