Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.06.1983

DBDCDD

In thematisch zusammenhängenden Beiträgen beschäftigt sich Michael Bauer mit Fragen das Ob und Wie einer Datenbank-Implementierung, der Auswahl eines geeigneten TP-Monitors und der Ausbildungserfordernisse je nach Benutzerebene. Außerdem stehen Themen wie Data Dictionary, Dritte Normalform, neue Hochsprahen und Datensicherheit im Mittelpunkt seiner Erörterungen.

*Michael Bauer, Leiter des Bereichs DV-Beratung bei der GES-Gesellschaft für elektronische Systemforschung mbH in Allensbach, ist seit vielen Jahren mit der Anwendungspraxis von Datenbank- und Online-Systemen vertraut. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge zur DB/DC-Thematik.

Kapitel X, Teil 1:

Rund ums Data-Dictionary

Lohnt sich ein DB/DC-System

Auch wir in der EDV müssen wirtschaftlich denken. Spätestens dann, wenn wir für den Kauf von Software oder für die Aufstockung der Hardware für ein DB/DC-System bei der Geschäftsführung vorsprechen.

Wie häufig höre ich bei DB/DC-Beratungen nicht nur die Frage: "Brauchen wir überhaupt eine Datenbank? Lohnt sich das denn?"

Wirtschaftlichkeit differenziert betrachten

H. Mac Fadden veröffentlichte einmal in der Zeitschrift "Business Weck" eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für eine hypothetische DB/DC-Installation. Die Rechnung ging zwar sehr schön auf, doch offenbarte sie deutlich das Problem: Die meisten Kosten der

DB/DC-Installation verursachte das Datenbanksystem, wohingegen der Nutzen aber lediglich auf die Einführung der Online-Verarbeitung zurückzuführen war.

Wenn man die beiden Komponenten "DB" und "DC" separat betrachtet, ergeben sich recht unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit. Während sich für die Mehrkosten für

TP-Software, Terminals und Hardware meist leicht auch meßbare Einspeicherungen oder Verbesserungen nachweisen lassen, ist das bei einer Datenbank erheblich schwieriger.

Welchen Nutzen bringt ein Online-System?

Nicht umsonst hatte Tom Gilb vor Jahren in seinem provozierenden Artikel "Has your DBMS saved money?" nach eindeutigen, nachprüfbaren Wirtschaftlichkeitsrechnungen zugunsten von Datenbanksystemen gefragt. Ich nehme an, er wartet immer noch darauf.

Deshalb sollten wir in der Frage der "Wirtschaftlichkeit die DB- und DC-Komponente getrennt betrachten. Greifen wir zunächst einmal die Nutzen-"Seite" der Wirtschaftlichkeits-"Medaille" auf.

Die Dialogverarbeitung bringt eine Vielzahl an möglichen Einsparungen und zusätzlichen Vorteilen mit sich, die allerdings von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren können. Sie lassen sich im Grunde genommen in fünf Gruppen von Nutzeffekten aufteilen:

1. Reduzierung des Datenerfassungsaufwandes

Durch direkte Dateneingabe am Ort, wo die Informationen entstehen, kann ein Großteil der klassischen Datenerfassung entfallen. Die dadurch eingesparten Kosten sind in den meisten Fällen hoch genug, um den Mehraufwand an Hardwarekapazität zu kompensieren. Eine Beispielrechnung dafür zeigt Aubbildung 1, die einem Artikel des "data report" 1/83 zu dieser Thematik entnommen ist.

Allerdings sollte nicht eine flinke Datentypistin lediglich durch einen teureren, schwerfällig tippenden Sachbearbeiter ersetzt werden. Sondern es kommt darauf an, den Rechner so in den betrieblichen Ablauf einzubetten, daß die Dateneingabe gewissermaßen als Nebenprodukt abfällt.

2. Schnellere Bearbeitung

Durch Wegfall des konventionellen Datenerfassungszyklus (Beleg ausfüllen - Erfassen - Prüfen - Fehlerliste usw.) läßt sich die Bearbeitung der Geschäftsvorfälle zum Teil drastisch beschleunigen, so daß für ein Unternehmen erhebliche Vorteile auf dem Markt und damit Umsatzsteigerungen möglich sind. Hierfür gibt es viele Beispiele, wo durch die Dialogverarbeitung die Lieferzeiten verkürzt wurden und ein Marktvorsprung erzielt wurde.

3. Aktuellere Daten

Die schnellere Dateneingabe und -verarbeitung führt zu aktuelleren Daten, die eine bessere Ausgangslage für dispositive Entscheidungen darstellen. Besonders im Bereich der Materialwirtschaft gibt es gute Beispiele, wie durch aktuellere Bestandsführung die Lagerbestände - und damit die Kapitalbildung - gesenkt werden konnten.

4. Gezielte und schnellere Informationsbereitstellung

Welche Einsparungen es bringt, wenn die Sachbearbeiter statt wöchentlich dicker Listen eine sofortige gezielte Auskunft am Bildschirm erhalten, ist schon schwerer quantifizierbar. Doch besonders bei kundenorientierten Unternehmen steht außer Zweifel, daß die Dialogverarbeitung die Effizienz der Verwaltung und Kundenbetreuung erheblich steigern kann.

5. Erhöhung der Programmierproduktivität

Die Dialogverarbeitung bringt auch der EDV selbst keine Vorteile, durch interaktive Programmierung und interaktive Entwicklungstools. Besonders im Bereich der Programmpflege läßt sich die Effizienz der Programmierung erfahrungsgemäß um ca. 30 % verbessern. Durch Software-Tools der "4. Generation", die im Prinzip nur interaktiv einsetzbar sind, läßt sich auch die Produktivität im Bereich der Anwendungsentwicklung erheblich verbessern (siehe dazu Kapitel VIII dieser Serie).

Diese Verbesserungen der Produktivität übersteigen bei weitem die Mehrkosten der dafür notwendigen Hardware, Terminals und Software.

Im Bereich der interaktiven Systeme gibt es also genügend Ansatzpunkte für meßbare Verbesserungen oder Kosteneinsparungen, die eine Wirtschaftlichkeit handfest berechnen lassen. Am wirkungsvollsten ist dabei die Reduzierung der Datenerfassungskosten.

Wird fortgesetzt.